Das begehrte Ticket
Tischtennisprofi Bastian Steger bei Olympia dabei

Sport
Weiden in der Oberpfalz
10.03.2016
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Eines steht schon fest: Die Oberpfalz wird bei den Olympischen Spielen im Sommer in Rio auf jeden Fall vertreten sein. Tischtennisprofi Bastian Steger aus Winklarn (Kreis Schwandorf) hat sich die begehrte Teilnahme gesichert.

Winklarn. Gerade an dem Ort, an dem es für die deutschen Tischtennisspieler in den letzten Tagen so gar nicht lief, gab es für Bastian Steger die sensationelle Nachricht. Bundestrainer Jörg Roßkopf versammelte in Kuala Lumpur am Abend vor dem Rückflug nach Deutschland nochmals sein Team. Zum enttäuschenden WM-Platz 13 verlor er ein paar Takte, und dann gab es die frohe Botschaft: Bastian Steger bekommt neben Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll das dritte deutsche Ticket für die Olympischen Spiele: "Es war gar nicht so emotional für mich", blickt der Winklarner auf die Sekunden zurück, als er es erfahren hatte. "Ich habe mir zuerst nur gedacht: Einfach cool, dass sie mir vertrauen."

Team-Bronze in London


Lange war nicht klar, ob der 34-Jährige in Rio dabei sein wird. Patrick Franziska galt lange als Favorit auf den dritten Startplatz. Stegers Gedanken zuletzt: "Ich habe mir keine so großen Hoffnungen gemacht." Franziska sei natürlich sehr enttäuscht gewesen, erzählt der Oberpfälzer. Mit dem Hessen teilte sich Steger bei der WM das Zimmer, beide sind gut befreundet. "Unser Verhältnis wird dadurch auch überhaupt nicht getrübt", ist sich Steger sicher. Franziska hat jetzt noch die Chance, als Ersatzmann mitzufahren. Er dürfte aber nur eingesetzt werden, wenn sich einer verletzt. Steger machte 2008 in Peking auch diese Erfahrung als Ersatzmann. Irgendwie war das auch ein Frusterlebnis. Anders als 2012 in London, als Steger mit Boll und Ovtcharov Team-Bronze holte.

Steger wird im Team-Wettbewerb spielen. Dort wird auch seine Doppelstärke gebraucht, wie Roßkopf erklärt: "Basti kann sowohl mit Timo als auch mit Dimitrij ein gutes Doppel spielen." Zudem zähle bei Olympia auch die Erfahrung. Und da setzt "Rossi" auf Basti. In den nächsten Tagen will der Oberpfälzer die Olympiavorbereitung planen. Obwohl er das Ticket schon gebucht hat, wird er auch Anfang April beim offiziellen Qualiturnier in Istanbul antreten. "Danach werden wir auch noch einige Lehrgänge haben."

Nichts soll dem Zufall überlassen werden. Die verkorkste WM zählt nicht, Deutschland ist in Rio hinter China an Nummer zwei gesetzt. "Aber es wird nicht einfacher als in London vor vier Jahren", sagt Steger und schiebt schmunzelnd seine Erklärung nach: "Wir sind alle älter geworden." Hie und da gebe es das ein oder andere Wehwehchen. Dennoch, die Motivation ist riesig: "Natürlich will ich wieder mit einer Medaille in die Oberpfalz heimkommen."
Ich will natürlich wieder mit einer Medaille in die Oberpfalz heimkommen.Bastian Steger
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