Der Jahn jubelt
Regensburg kehrt in die 3. Liga zurück

Sport
Weiden in der Oberpfalz
30.05.2016
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Regensburg ist wieder auf der deutschen Fußball-Landkarte. Die Kicker des SSV Jahn blieben am Sonntag in der heißen Continental-Arena ganz cool und nutzten die Fehler des Gegners.

Regensburg. Sie waren nur kurz mal weg. Nach einem Jahr kehrt der SSV Jahn Regensburg in den Profifußball zurück. Mit 2:0 setzte sich der Meister der Regionalliga Bayern am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg II durch, machte dadurch das 0:1 aus dem Hinspiel wett und steigt in die 3. Liga auf. "Verdienter kannst du nicht gewinnen", jubelte Sportdirektor Christian Keller.

Die Arena an der A3 im Regensburger Süden war nach dem Schlusspfiff ein Tollhaus. Die Oberpfälzer hatten die jungen "Wölfe" aus dem Norden richtig weggebissen. "Das war eine sensationelle Leistung", war auch Coach Heiko Herrlich kurzzeitig euphorisiert. Dabei ist der gebürtige Mannheimer ja eher einer der nüchternen Zunft. Er sei heute im Feier- und nicht im Analysemodus, sagte der 44-Jährige zwar, das Bilanzieren konnte er dann aber doch nicht lassen: "Heute hat meine Mannschaft selbst mich überrascht."

Eine solche Willensleistung hatte er nicht erwartet. Als sein Team in den ersten zehn Minuten durch Markus Ziereis die Latte traf und dann dem Jahn auch ein klarer Foulelfmeter versagt wurde, blieben die Regensburger ganz cool. Auch der später eingewechselte Marvin Knoll war sich sicher, dass es schon noch klappen würde: "Die Wolfsburger wussten ja immer, dass sie in der Hölle Continental-Arena sind."

Und dann flatterten vor den knapp 15 000 begeisterten Zuschauern den jungen "Wölfen" wirklich die Nerven. Sebastian Wimmer schubste Jahn-Akteur Kolja Pusch im Strafraum. "Eine dämliche Aktion", schimpfte Gästetrainer Valérien Ismaël. "Da war ja überhaupt keine Gefahr da." Maskenmann Andi Geipl verwandelte den Elfmeter sicher zum 1:0 (54.). Nur kurze Zeit später legte Marvin Kleihs das 2:0 (57.) auf. Kleihs trug allerdings ein Wolfsburger Trikot. Den fatalen Querpass des VfL-Mannes im Strafraum nutzte Kolja Pusch zum zweiten Tor. Aber immer noch waren die Gäste gefährlich. Ein Treffer hätte gereicht, und sie wären aufgestiegen. Zudem schwanden den Einheimischen in der heißen Arena die Kräfte. "Ich hatte schon ein bisschen Angst, dass meine Mannschaft dieses hohe Tempo nicht bis zum Ende gehen kann", sagte Herrlich. Doch das Team kämpfte sich durch, haute sich in jeden Zweikampf, und was dennoch durchkam, fing Keeper Philipp Pentke ab.

"Nie mehr 3. Liga"


Während der 90 Minuten fing er alle Bälle, nach Schlusspfiff griff er sich auch die großen Biergläser. Die Sause begann. "Nie mehr 3. Liga", skandierten die Fans und dachten schon an den nächsten Aufstieg. Doch diese Träume wird Herrlich den Regensburgern schon austreiben.

Heute hat meine Mannschaft selbst mich überrascht.Jahn-Trainer Heiko Herrlich
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