Der Sportler Felix Brunner bedankt sich bei hunderten Oberpfälzer Blutspendern
Vom Krankenbett auf den Gipfel

Felix Brunner vor der Alpenüberquerung mit seinem handbetriebenen Geländefahrrad. Der Allgäuer sitzt nach einem schweren Unfall im Rollstuhl. Trotzdem vollbringt er Höchstleistungen auf dem Fahrrad und bei Skirennen. Möglich wurde das nur dank 800 Blutspenden. Bild: dpa
Sport
Weiden in der Oberpfalz
19.06.2015
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Felix Brunner (25) ist der Botschafter des Blutspendedienstes. Seine Leidenschaft sind die Berge. Dort verletzte er sich lebensgefährlich, doch seine Sehnsucht nach den Bergen brachte ihn wieder ins Leben zurück. Am Mittwoch war er bei einer Blutspendeehrung in der Weidener Max-Reger-Halle. Dort erzählte der Allgäuer den Oberpfälzer Spendern seine bewegende Geschichte.

Was ist passiert?

Seit seiner Kindheit bestand Brunners Leben aus Bergsteigen- und klettern. Mit 16 Jahren absolvierte er als Jüngster in ganz Bayern seine Ausbildung zum Bergretter. Im Januar 2009 war er wie so oft mit seinen Freunden Eisklettern. Auf dem Heimweg fiel der damals 19-Jährige 30 Meter in die Tiefe. "Ich war gefangen zwischen Fels, Eis und Schnee."

Wie wurde Felix Brunner gerettet?

Ein Hubschraubereinsatz holte ihn aus der Schlucht. Dann kam die "Zeit der Dunkelheit", wie er es nennt. Acht Monate war er im künstlichen Koma, insgesamt 13 Monate auf der Intensivstation. Ganze 60 Mal wurde er operiert, mit zahlreichen Komplikationen und Rückschlägen. 800 Bluttransfusionen, also 400 Liter Blut, brauchte er in dieser Zeit.

Wie kam er von der Intensivstation wieder in die Berge?

Nachdem Felix Brunner wieder aufwachte, war sein einziger Gedanke: "Ich will zurück in die Berge." Er hat den schweren Unfall überlebt, aber er saß im Rollstuhl. Kein Hindernis für ihn. "Nur wer ein Ziel hat, kann es auch erreichen", beteuerte der junge Mann. Er besorgte sich ein Handbike aus den USA, ein handgetriebenes Fahrrad. Damit setzte er sich ein neues Ziel: Er wollte die Alpen überqueren, aber nur auf ungepflasterten Wegen. Gesagt, getan. 2013 startete er seine mit Freunden seine "Transalptour" von Füssen in Bayern bis zum Gardasee. 500 Kilometer, 1200 Höhenmeter, schmale Grate und steile Berge überwand er mit der Kraft seiner Arme.

Was macht Felix Brunner heute?

"Heute bin ich im schönen Leben angekommen", rief der 25-Jährige den hunderten Gästen in Weiden zu. Er studiert Sportmarketing in München und ist Motivationscoach. Außerdem qualifizierte er sich für den Europa-Cup im Mono-Skifahren - das ist eine Karbonschale, an die ein Ski montiert ist. Und natürlich hat Felix Brunner wieder große Ziele. Er trainiert für die Paralympischen Winterspiele 2018 in Südkorea.

Was bedeutet ihm die Blutspende?

Durch seine Familie, seine positive Einstellung und aufgrund der Blutspenden habe er die schwere Zeit im Koma überlebt. "Ohne Sie wäre ich heute nicht mehr hier", dankte er den ehrenamtlichen Spendern. Vor seinem Unfall hatte er kein einziges Mal Blut gespendet, sagte er unserer Zeitung im Gespräch. Gerade junge Leute in großen Städten hätten keinen Zugang zu der Thematik. "Blutspenden muss sexy werden. Als Botschafter gebe ich der Aktion ein Gesicht und meine Geschichte."
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