Der Waldecker beim SSV Jahn
Sven Kopp kommt an - beim Klub und beim Trainer

Sven Kopp (Zweiter von links) bejubelt am Mittwochabend mit seinen Mitspielern den Drittliga-Sieg gegen den Halleschen FC. Der Waldecker überzeugte in der Innenverteidigung und war da sicher keine "Notlösung". Bild: bwr
Sport
Weiden in der Oberpfalz
11.08.2016
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Regensburg. Das Lob gab es auf unterschiedlichste Weise: Die Kollegen herzten den "Langen" noch auf dem Platz, Jahns Co-Trainer Harry Gfreiter zog noch im Kabinengang vor ihm den unsichtbaren Hut und Trainer Heiko Herrlich bilanzierte, wie immer auch etwas nüchtern: "Sven bringt immer gute Trainingsleistungen. Und er hat schon in Großaspach gezeigt, dass man mit ihm rechnen kann."

"Einfach wunderbar"


Mit Sven Kopp muss man wieder rechnen. Am Mittwochabend stand der 21-Jährige, der aus Waldeck (Landkreis Tirschenreuth) stammt, beim 2:0 in der Innenverteidigung des Überraschungs-Spitzenreiters der dritten Liga aus Regensburg. Beim Spiel gegen den Halleschen FC, das die Oberpfälzer durch ein Eigentor der Gäste und einen Treffer von Jann George gewannen, agierte Kopp, als würde er schon immer fester Bestandteil des Defensivverbunds sein: "Die Jungs haben mir aber auch geholfen", gab der 1,98 Meter große Hüne das viele Lob an diesem Abend auch wieder zurück. "Es ist einfach wunderbar, dass ich spielen durfte."

Keine Innenverteidiger


Trainer Herrlich hatte in den letzten Tagen noch einmal seine Abwehrleute durchgezählt - und kam auf Null gelernte Innenverteidiger: Markus Palionis, Ali Odabas, Sebastian Nachreiner, Robin Urban und Thomas Paulus sind verletzt oder nicht ganz fit. "So schnell kann's dann gehen" sinnierte der eigentlich gelernte defensive Mittelfeldspieler Kopp am Mittwochabend. "Die Jungs sind leider verletzt, aber das ist auch meine Chance." Um die zu nutzen, arbeitet er wieder hart. Und es gibt auch schon ein nächstes großes Ziel: Das Erstrundenspiel im DFB-Pokal am Sonntag, 21. August, gegen den Bundesligisten Hertha BSC Berlin.

Als Kopp im Sommer 2014 von der SpVgg SV Weiden zum SSV Jahn kam, hatte er sicherlich den Traum, einmal gegen die ganz Großen spielen zu dürfen. Er war auch bestens vorbereitet. Mit 17 Jahren hatte der Waldecker, der seine ersten Fußballschritte beim SV Kulmain machte, am Wasserwerk schon in der Landesliga gespielt und einiges zum Bayernliga-Aufstieg beigetragen. Eine Profikarriere schien vorgezeichnet. Dann gab es aber noch eine Bürde, die junge Spieler nicht unbedingt brauchen: Jahns-Sportchef Christian Keller hatte Kopp damals "als das größte Talent Ostbayerns" bezeichnet.

Immer wieder Verletzungen


Das Talent war da, der Durchbruch ließ auf sich warten. "Im ersten Jahr war es sehr hart, die Umstellung von der Bayernliga auf die dritte Liga war schwer." Hinzu kamen immer wieder Verletzungen. Das zweite Jahr spielte er oft in der "Zweiten" des SSV Jahn in der Bayernliga, "um Spielpraxis zu sammeln". Im Januar diesen Jahres verletzte er sich schwer - Sehnenanriss im Hüftbeuger. Wenigstens kam ihm zugute, dass er im Februar seine Ausbildung zum Mechatroniker, die er bei Witt in Weiden begonnen, bei Conti in Regensburg beenden konnte. Somit konnte er sich ganz seiner Reha widmen. Und jetzt gibt's nur noch Fußball. Für Kopp geht's in Regensburg irgendwie erst richtig los.
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