DM im Schwimmen
Das Ziel Olympia - Wolfs wichtigste Woche

Philipp Wolf (Foto: Schwarzmeier)
Sport
Weiden in der Oberpfalz
03.05.2016
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Jetzt gilt's: Dieses Wochenende mit den deutschen Meisterschaften ist das wichtigste in der bisherigen Sportlerkarriere von Philipp Wolf (23). Der Altenstädter will zu Olympia. Es gibt einiges, was Mut macht.

Weiden/Berlin. Das erste Ziel ist schon erreicht: "Ich bin wirklich gut durch die Vorbereitung gekommen", erzählt Philipp Wolf von der Plackerei in den letzten Monaten. "Von einem kleinen Infekt im Januar mal absehen." Und zuletzt nervte ein bisschen der Heuschnupfen. "Aber das habe ich nun im Griff."

Die höchste Hürde


Auch Leistungsschwimmer haben nicht nur im Becken Gegner. Viren und Bakterien wirbeln oft den Trainingsplan durcheinander, zwingen Sportler zu Pausen. Wolf konnten die fiesen Dinger im Frühjahr nichts anhaben. Der Schwimmer aus Altenstadt/WM fährt top vorbereitet zu den deutschen Meisterschaften, die ab Donnerstag in Berlin ausgetragen werden. Dabei geht es nicht nur um nationale Titel - es geht um mehr. Es geht um die Olympiateilnahme. Berlin ist die erste Hürde auf dem Weg nach Rio - und auch die höchste. Wolf will sich einen Platz in der 4x100-Meter-Freistil-Staffel sichern.

"Ich weiß, dass ich persönliche Bestzeit schwimmen muss", sagt er. Im vergangenen Jahr, als er bei den deutschen Titelkämpfen Sechster über die 100 Meter Freistil wurde, schlug er nach 49,93 Sekunden an. Dieses Mal muss er etwa eine Sekunde schneller sein, um überhaupt eine Chance zu haben. Am Samstag geht's gegen die "großen Tiere" der Szene: Paul Biedermann (Titelverteidiger), Steffen Deibler oder Marco di Carli (deutscher Rekordhalter) sind die namhaften Konkurrenten. Der Schwimmverband hat die Normzeit für einen Einzelstart bei Olympia auf 48,81 gelegt. Ein wohl zu hohe Hürde. Aber Wolf sollte in Berlin zumindest auf Platz drei oder vier landen, um für die Staffel vorgemerkt zu werden. Sollte das klappen, müsste er seine Zeiten bei zwei weiteren Wettbewerben bestätigen.

Dehling: "Zehn Kandidaten"


"Er hat das drauf", sagt Peter Dehling, sein früherer Trainer beim SV Weiden. Die Konkurrenz ist aber auch groß. "Es gibt wohl zehn Kandidaten, die das schaffen können." Biedermann und Co. kennt Wolf. "Aber", so sagt der, "man weiß nie, wer sonst noch gut drauf ist. Da kommen dann welche, die in den USA studieren, die starke Zeiten schwimmen."

Zeiten, Normen - mit denen will sich Wolf aber dieses Mal nicht allzu sehr beschäftigen. Im vergangenen Jahr, als es um die Qualifikation für die WM in Kasan ging, verkrampfte der 23- Jährige. "Ich hatte da viel zu viel die Quali-Zeiten im Kopf." Die Konsequenz: "Ich lasse mich da nicht mehr verrückt machen." Optimistisch stimmt ihn auch die abgelaufene Kurzbahnsaison. Auch da hatte man nicht viel von ihm erwartet. Und dann machte der Altenstädter auf der 25-Meter-Bahn einen Riesensprung, der ihn sogar zur Europameisterschaft nach Israel mit dem starken vierten Platz führte. Auf so einen Schub hofft er auch dieses Mal.

Unterstützung aus Weiden


Bisher hat er dafür alles getan, was er tun konnte. Seit drei Wochen trainiert er nur noch dosiert - Kraft tanken für den 7. Mai ist angesagt. Am Freitag wird Wolf auch die 50 Meter Schmetterling schwimmen. "Die Finalteilnahme wäre schön, aber es geht da hauptsächlich darum reinzukommen." Der Samstag zählt. Da werden ihn in Berlin auch seine alten Weidener Kumpels Franz Herrmann und Florian Dachauer auf der Tribüne unterstützen. Auch sie setzen auf den Altenstädter. Und der glaubt an sich: "Dieses Mal ist was drin."
Ich lasse mich da nicht mehr verrückt machen.Philipp Wolf über den Druck der Quali-Zeiten
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