Dr. Tanja Kühne spricht über die Ballance-Methode
Rückenschmerzen einfach wegrollen

Sport
Weiden in der Oberpfalz
13.04.2015
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Wärmepflaster, Tabletten oder Massage? Bei Rückenschmerzen ist guter Rat oft teuer. "Stimmt nicht", sagt Dr. Tanja Kühne, Sportwissenschaftlerin aus Bochum. Bei ihrem Vortrag im Injoy Weiden stellt sie ihr Ballance-Concept vor, eine Methode, mit der jeder selbst aktiv gegen seine Rückenprobleme vorgehen kann. "So einfach wie Zähneputzen!"

Aus eigener Erfahrung

"80 Prozent aller Rückenschmerzen sind auf verspannte Muskulatur zurückzuführen", weiß die Fachfrau aus eigener Erfahrung. Die gebürtige Ukrainerin gehörte in jungen Jahren dem Olympiakader an, war zunächst 800- und 1500-Meter-Läuferin und später Sport-Geherin. Ihre eigene Situation war für sie der Antrieb, sich nach ihrer sportlichen Karriere mit Rückenschmerzen zu beschäftigen. Eine angeborene Skoliose mit Fehlstellungen der Wirbel im Brustbereich, einem leichten Hohlkreuz und einem ein Zentimeter kürzerem Bein machte ihr immer wieder zu schaffen. "Man nimmt eine Schonhaltung ein", erklärt Dr. Kühne. Büromenschen kennen das. Wer viel am PC sitzt, beugt den Rücken. Die Muskeln verspannen.

Das Publikum blickt anfangs noch etwas skeptisch auf die beiden orange-großen Kunststoffkugeln, die mit einer Feder verbunden sind. "Ich wusste zunächst auch nicht, was ich damit machen sollte", gestand Injoy-Chef Gerd Paulus. Maria aus dem Publikum legt sich als Testperson auf die Gymnastikmatte. Dr. Kühne schiebt ihr die Ballance-Bälle auf Höhe der Brustwirbelsäule unter den Rücken. Die Kugeln verlaufen links und rechts der Wirbelsäule. Dann rollt Maria vor und zurück - nur wenige Zentimeter. Zwischen den Übungen ist Entspannung angesagt. Mehrmals hintereinander lässt die Rückenexpertin Maria das Prozedere wiederholen.

Experiment mit Tennisball

Dr. Kühne erzählt von ihren Anfängen, in denen sie mit Tennisbällen, zusammengebunden mit einer Strumpfhose, experimentiert hat. Schon damals habe sie von renommierte Ärzten wie etwa Professor Dietrich Grönemeyer oder aus dem Rückenzentrum von Ex-Tennis-Profi Michael Stich positives Feedback bekommen.

"Natürlich kann man damit nicht den Physiotherapeuten ersetzen", sagt Dr. Kühne. "Wenn's richtig wehtun, sollten Sie zum Arzt gehen." Doch ihre Methode helfe den Menschen, sich leichter zu fühlen. "Es geht ums Loslassen. Darum, dass man einmal vergisst, stark zu sein." Täglich 2 bis 5 Minuten Rolltraining genügen. Schon nach wenigen Minuten spürt der Patient, wie sich die Muskeln lockern und der Rücken entspannt. Wer regelmäßig übt, erreicht damit eine Entlastung der Bandscheiben.

Ab dem 20. April bietet das Injoy Kurse an, in denen das System erklärt wird. "Wenn die Wirbelsäule ein Gesicht hätte, würde sie nach der Behandlung schmunzeln", gibt die Expertin ihrem Publikum auf den Weg.
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