Eishockey
Blue Devils unterliegen Sonthofen mit 5:7

Das Duell der Kanadier entschied Oberliga-Torjäger Jordan Baker (rechts) vom ERC Sonthofen gegen den Weidener Jacob Laliberte (links) klar für sich. Baker erzielte beim 7:5-Erfolg der Allgäuer bei den Blue Devils einen Treffer und bereitete zwei weitere vor, Laliberte ging leer aus. Bild: Gebert
Sport
Weiden in der Oberpfalz
27.12.2015
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Neun Gegentore gegen Regensburg, sieben gegen Sonthofen: Am zweiten Weihnachtsfeiertag präsentierten sich die Blue Devils defensiv so wie sechs Tage zuvor im Oberpfalzderby. Das Abwehrverhalten war phasenweise desolat und Fabian Hönkhaus braucht offensichtlich eine Pause.

"Um erfolgreich zu sein, müssen wir defensiv gut stehen. Das ist nicht gelungen und hat uns das Spiel gekostet", sagte Trainer Markus Berwanger nach der völlig unnötigen 5:7 (1:1, 3:5, 1:1)-Heimpleite der Blue Devils gegen den ERC Sonthofen.

Nach einer scheinbar sicheren 3:1- Führung leisteten sich die Weidener im zweiten Drittel zu viele Aussetzer in der Abwehr und auch der sonst so starke Goalie Fabian Hönkhaus patzte mehr als einmal. "Sicher, ein paar Tore waren haltbar. Aber so ist das. Wenn der Torwart einen Fehler macht, ist es ein Tor. Schießt der Stürmer am Tor vorbei, geht nur ein Raunen durchs Stadion. Allerdings muss die ganze Mannschaft besser helfen, damit Fabian wieder an Sicherheit gewinnt", nahm Berwanger seinen Keeper in Schutz.

Gutes erstes Drittel


Der Devils-Coach und die knapp 1500 Zuschauer sahen im ersten Drittel eine dominierende Weidener Mannschaft. "Es war kein Feuerwerk, aber ein ordentliches Spiel", sagte Berwanger, während Gästetrainer Gerd Wittmann von einem "recht trägen Beginn" seines Teams sprach: "Mit dem 1:1 nach 20 Minuten waren wir mehr als gut bedient." Die Weidener Führung durch die Energieleistung von Jakub Wiecki (12. Minute) war verdient, doch schon beim Ausgleich wurde es den Allgäuern viel zu leicht gemacht. Ex-Devil Graig Voakes bereitete den Treffer von Markus Vaitl ohne Gegenwehr vor (16.).

Das zweite Drittel begann kurios. Die Allgäuer, die 20 Sekunden vor Ende des Abschnitts eine Strafe kassierten, kamen zu spät aus der Kabine und erhielten eine weitere Strafzeit. Die Blue Devils nutzten dies aus und gingen durch die Treffer von Ales Jirik (21./5:3-Überzahl) und Lubomir Vaskovic (22./5:4-Überzahl) mit 3:1 in Führung. "Die zweite Strafe hätte das Spiel entscheiden können. Für uns waren die Gegentore aber der Hallo-Wach-Schuss", meinte Wittmann, der den weiteren Verlauf des zweiten Drittels als "besseres Hallenhandballspiel" bezeichnete: "Viele Tore waren Geschenke, wobei wir mehr Nutzen hatten." Das erste Geschenk verteilte Fabian Hönkhaus, der die Scheibe nach einem harmlosen Schuss von Christian Tarrach passieren ließ (27.). "Danach haben wir völlig den Faden verloren und nicht mehr die nötige Geduld gehabt", gab Berwanger zu.

Drei Tore in 77 Sekunden


Und dann kamen die entscheidenden 77 Sekunden, in denen Sonthofen das schwache Defensivverhalten zu drei Treffern durch Marc Sill (35.), Christian Tarrach (36.) und George Kink (36.) nutzte. Beim 3:5 spielte Hönkhaus dem Schützen die Scheibe direkt auf den Schläger. Nach Thomas Schreiers Tor zum 4:5 (37.) keimte Hoffnung auf, doch vier Sekunden vor Drittelende spazierte Martin Schweiger ungestört in die Weidener Abwehrzone und stellte den alten Abstand wieder her.

Mit Daniel Huber für Hönkhaus zwischen den Pfosten versuchten die Devils im Schlussdrittel alles, doch das Anrennen war zu ungestüm. Dazu kam ein peinlicher Fehlschuss von Lubomir Vaskovic, der beim Penalty über die Scheibe schlug (47.). Später traf der Slowake zwar zum 5:6 (49.), doch auf der Gegenseite zeigte Oberliga-Torjäger Jordan Baker (51.) seine Klasse. Der Kanadier machte mit seinem 25. Saisontor die dritte Niederlage der Blue Devils gegen die Allgäuer in dieser Saison perfekt.

"Wir haben uns falsch verhalten. Die Sonthofener Stürmer sind brandgefährlich, wenn sie ins Rennen kommen", sagte Berwanger, der eine einfache Erklärung fand: "Sonthofen liegt uns nicht."
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