Eishockey Oberliga Süd
Derby erst am Ende spannend

Die Blue Devils verloren am Freitagabend das Oberpfalzderby beim EV Regensburg mit 3:4. Mitte der Partie lagen die Weidener mit 1:4 hinten, in der Schlussphase kamen sie noch auf ein Tor heran. Besonders im ersten Drittel ging es oft turbulent vor dem Kasten von Goalie Philip Lehr zu. Bild: Gebert
Sport
Weiden in der Oberpfalz
29.10.2016
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Die Blue Devils haben das dritte Spiel in Folge verloren. Im Derby beim EV Regensburg unterlagen die Blau-Weißen am Freitagabend mit 3:4. So knapp, wie das Ergebnis vermuten lässt, war der Spielverlauf nicht.

Regensburg. Die Mannschaft von Trainer Markus Berwanger lieferte ein ganz schwaches erstes Drittel ab und geriet hier auf die Verliererstraße. "Da war Regensburg klar besser. Wir waren einfach zu weit vom Mann weg", kritisierte Berwanger seine Mannschaft. Dass es beim Stand von 4:1 zwei Minuten vor Schluss noch einmal spannend werden würde, hatte wohl keiner der gut 3000 Zuschauer gedacht.

Wie im Vorfeld von Berwanger angekündigt, stand der Nürnberger Förderlizenztorwart Philipp Lehr bei den Blue Devils zwischen den Pfosten. Für den gesperrten Patrick Schmid rückte Mirko Schreyer im zweiten Sturm an die Seite von Matt Abercrombie und Philipp Siller.

Der Gastgeber verzichtete auf ein Abtasten und legte mit Vollgas-Eishockey los. Die Weidener waren in den ersten zehn Minuten ausschließlich mit Defensivarbeit beschäftigt, eine Entlastung nach vorne fand nicht statt. Lehr verhinderte gleich mehrmals mit tollen Paraden die Regensburger Führung, die aufgrund der drückenden Überlegenheit dann doch zwangsläufig fiel. Die Blue Devils hatten scheinbar ein Unterzahlspiel überstanden, aber eine Sekunde vor Ablauf der Strafzeit lochte Billy Trew zum 1:0 ein (9.).

Überraschender Ausgleich


Völlig überraschend fiel fast im Gegenzug der Ausgleich: Siller schickte mit einem genauen Pass Abercrombie auf die Reise, der verlud den Regensburger Keeper Cody Brenner und schob zum 1:1 ein (10.). Der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt - aber nur für zwei Minuten. Unbeeindruckt vom Gegentor berannten die Domstädter weiterhin das Weidener Tor. Mit Erfolg: Stefan Huber traf zur erneuten Führung für den EVR (12.). Nur wenig später folgte der nächste Rückschlag für die Gäste. Daniel Willaschek bekam einen Schläger ins Gesicht. Blutüberströmt verließ der Verteidiger das Eis. Mit acht Stichen musste die Platzwunde knapp über dem rechten Auge genäht werden. Willaschek blieb danach in der Kabine. Die Weidener Verwirrung nutzte Regensburg zum dritten Treffer durch den Ex-Weidener Barry Noe (16.).

Ausgeglichener verlief das zweite Drittel. Weiden kam besser ins Spiel, agierte nach vorne aber nicht zwingend genug. Einmal mehr offenbarten sich die Probleme im Powerplay. Drei Überzahlspiele blieben ungenutzt, wobei die Gäste 40 Sekunden lang mit zwei Mann mehr auf dem Eis standen. Für eine Vorentscheidung sorgte Brandon Wong. Nach einem Weitschuss, den Lehr abprallen ließ, erzielte er das 4:1 (31.).

"Wir haben versucht, dagegenzuhalten", beschrieb Berwanger den Verlauf des dritten Durchgangs. Die Weidener mühten sich nach Kräften, aber Zählbares sprang nicht heraus. Bis 81 Sekunden vor Schluss: Jussi Tapio war zur Stelle und verkürzte auf 4:2. Die Blue Devils witterten Morgenluft. Berwanger nahm Lehr aus dem Kasten und wurde für diese Maßnahme belohnt: Philipp Siller traf im 6:4-Überzahlspiel zum 4:3. Zu mehr reichte es aber in den verbleibenden 35 Sekunden nicht.

Nur eine Rumpftruppe


"Wenn wir noch den Ausgleich geschafft hätten, wäre das sehr glücklich gewesen", gab Berwanger zu. In den Spielen am Sonntag zu Hause gegen Deggendorf und am Dienstag in Selb muss der Trainer nach dem Willaschek-Ausfall mit einer Rumpftruppe zurechtkommen. "Je drei Blöcke, mehr haben wir nicht."

Wenn wir noch den Ausgleich geschafft hätten, wäre das sehr glücklich gewesen.Markus Berwanger, Trainer der Blue Devils
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