Eishockey Oberliga Süd
Heftige Prügel in Selb

Die beiden Torhüter Philip Lehr (Weiden, hinten) und Sebastian Stefaniszin (Selb) lieferten sich in der 34. Minute einen Faustkampf. Beide kassierten dafür eine Fünfminuten- plus Spieldauerdisziplinarstrafe. Die Blue Devils waren am Dienstag im Derby bei den Selber Wölfe chancenlos und verloren klar mit 3:8. Bild: Gebert
Sport
Weiden in der Oberpfalz
02.11.2016
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Klare Derby-Niederlagen schienen der Vergangenheit anzugehören, doch am Dienstag erwischte es die Blue Devils bei Spitzenreiter Selber Wölfe heftig. Zudem schmerzen zwei Spieldauerdisziplinarstrafen. Für Erheiterung der Fans sorgte ein Goalie-Fight.

Selb. Die Blue Devils haben sich mit der fünften Niederlage in Folge in die Länderspielpause verabschiedet. Und diese Pause brauchen die Weidener Eishockey-Cracks dringend, denn der Akku ist leer. "Nach zuletzt vier intensiven Spielen waren wir heute von der Kraft her nicht auf dem Stand, um die momentan beste Mannschaft der Liga zu gefährden", sagte Devils-Trainer Markus Berwanger nach 3:8 (1:2, 0:6, 2:0)-Niederlage bei Spitzenreiter VER Selb.

Die Blue Devils mussten im Derby auf den verletzten Verteidiger Daniel Willaschek und den gesperrten Angreifer Patrick Schmid verzichten. Schmids Position im zweiten Sturm neben Matt Abercrombie und Philipp Siller übernahm Förderlizenzspieler Patrik-Oliver Rypar von den Bayreuth Tigers. Zwischen den Pfosten stand ein weiterer Förderlizenzspieler, Philip Lehr von den Nürnberg Ice Tigers.

1:0 durch Martin Heinisch


Das Match begann eigentlich nach Maß für die Blue Devils. Mit dem ersten Angriff gelang Martin Heinisch nach 29 Sekunden das 1:0. Die Selber Wölfe ließen sich aber nicht beeindrucken und setzten die Oberpfälzer unter Dauerdruck. Es brannte ständig lichterloh vor dem Kasten von Philip Lehr. Landon Gare (4.) und Kyle Piwowarczyk (12.) drehten das Spiel, wobei die Weidener mit den beiden Gegentreffern mehr als gut bedient waren. Allerdings hätte es auch 2:2 stehen können, wenn Ales Jirik (13.) die Riesenchance zum Ausgleich genutzt hätte.

Das zweite Drittel wurde dann zu einem Desaster für die Blue Devils. "Sicher haben wir es Selb mit Fehlern erleichtert, aber der Druck hat einfach nicht nachgelassen", suchte Berwanger nach Erklärungen für die sechs Gegentreffer. Diesmal erwischte Selb einen Blitzstart und erhöhte mit einem Doppelschlag durch Florian Ondruschka (21.) und Landon Gare (22.) auf 4:1. Jeweils im Powerplay legten Herbert Geisberger (32.) und Landon Gare (38.) das 5:1 und 6:1 nach. Die Krönung in negativer Hinsicht waren für die Weidener dann die beiden Gegentore bei eigener Überzahl in der 40. Minute. Innerhalb von 23 Sekunden trafen Jared Mudryk und Michael Dorr.

Faustkampf der Goalies


Zu diesem Zeitpunkt waren drei Spieler schon unter der Dusche. Devils-Verteidiger Daniel Sevo flog wegen übertriebener Härte vom Eis - und dann hatten die beiden Torhüter ihren unrühmlichen Auftritt (34.). Philip Lehr entledigte sich seiner Handschuhe, des Stocks und des Helms und forderte seinen Gegenüber gestenreich zum Duell. Der Selber Sebastian Stefaniszin ließ sich nicht zwei Mal bitten und so lieferten sich beide im Mittelkreis einen Faustkampf. Berwanger sah das nicht so schlimm: "Das ist ein bisschen Show, das gehört zum Eishockey." Das Spiel war entschieden und im Schlussdrittel ließ es Selb locker angehen. Den Devils gelang durch Jussi Tapio (41.) und Ales Jirik (59.) jeweils in Überzahl noch Ergebniskosmetik.

Nach der Länderspielpause geht es am Freitag, 11. November, weiter. Zu Gast in Weiden ist dann Schönheide.
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