Eishockey
Riesige Begeisterung

Sport
Weiden in der Oberpfalz
24.08.2016
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Die Eishockey-Begeisterung in Weiden ist ungebrochen. Etwa 300 Zuschauer verfolgten am Montagabend die öffentliche Trainingseinheit der Blue Devils in der Hans-Schröpf-Arena. Als Co-Trainer steht künftig das Weidener Urgestein Florian Zellner an der Seite von Chefcoach Markus Berwanger.

Markus Berwanger muss es eigentlich wissen, wenn er sagt: "Weiden ist eine Eishockey-Stadt!" Der ehemalige Nationalspieler hat in seiner aktiven Zeit und später als Trainer viel erlebt. "Als wir aufs Eis gingen und die vielen Leute gesehen haben, war das schon beeindruckend", sagte der Trainer der Blue Devils nach der öffentlichen Übungseinheit.

Auch Vorsitzender Thomas Siller freute sich über den großen Zuspruch und nutzte bei der anschließenden Spielerpräsentation im Eingangsbereich des Eisstadions die Gelegenheit, die neuen Aufwärm-Trikots, gesponsert von der Schloßbrauerei Friedenfels, vorzustellen. Die neuen Spieler, die nicht wie Daniel Sevo und Patrick Schmid bei öffentlichen Pressekonferenzen vorgestellt worden waren, präsentierten Stadionsprecher Manuel Stöckl und Teammanager Christian Meiler mit kurzen Interviews.

Der 20-jährige Mirko Schreyer kommt von Ligakonkurrent EV Regensburg. Der Youngster, in der vergangenen Saison einer der erfolgreichsten Defensivspieler in der DNL, schnupperte beim Oberpfälzer Rivalen auch schon Oberliga-Luft. "Ich bin ein Verteidiger mit Offensivdrang, muss aber meinen Schuss noch verbessern", beschrieb sich Schreyer selbst.

Die Ausländerpositionen besetzen die beiden Kanadier Matt Abercrombie und Zack MacQueen, die früher schon zusammen gespielt haben. Abercrombie kennt das deutsche Eishockey bereits, er spielte zuletzt zwei Jahre bei den Saale Bulls Halle in der Oberliga Nord. MacQueen betritt dagegen Neuland und freut sich deshalb, auf einen früheren Weggefährten zu treffen. "Das ist toll, dass Matt hier ist. Da können wir uns gegenseitig helfen."

Vom ETC Crimmitschau aus der DEL2 kommt Martin Heinisch. Der 31-jährige Deutsch-Tscheche verfügt über die Erfahrung aus 177 Spielen in der zweithöchsten deutschen Spielklasse, war aber in der vergangenen Saison wegen einer Gehirnerschütterung lange außer Gefecht. "Ich habe im Sommer ordentlich trainiert und bin guter Dinge, dass ich wieder zu 100 Prozent fit bin", sagte Heinisch.

Während Heinisch viel Routine mitbringt, ist Marko Babic ein junger, hoffnungsvoller Spieler, der sich in der Bayernliga das Prädikat Torjäger erworben hat. Beim EV Lindau erzielte der 24-Jährige in der vergangenen Saison in 41 Spielen 32 Tore. "Der Trainer fördert junge Spieler", war für Babic ein wichtiger Grund für den Wechsel nach Weiden. Er freut sich besonders auf das Auftaktmatch in der Oberliga Süd, denn da geht es am Freitag, 30. September, ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub.

"Ich denke, wir haben eine Mannschaft zusammengestellt, die funktionieren und wieder einen Schritt nach vorne machen kann", sagte Teammanager Christian Meiler. "Wir mussten schauen, was finanziell möglich ist", erklärte Markus Berwanger, der sich im Sommer fast täglich mit Meiler ausgetauscht habe. Zur Qualität der Mannschaft meinte der Trainer: "Ich glaube, wir haben die behalten, die wir wollten, und die bekommen, die wir wollten." Einen großen Unterschied hat Berwanger im Vergleich zu seinem Amtsantritt vor einem Jahr im Verein und im Umfeld ausgemacht: "Damals war schlechte Stimmung und ich musste viel Aufbauarbeit leisten. Jetzt bin ich fast gezwungen, die Euphorie etwas zu bremsen."

Auf die Zusammenarbeit mit Rekordspieler Florian Zellner - "Zoco" bestritt in 16 Jahren 734 Spiele für den 1. EV Weiden - freut sich der Cheftrainer. "Wir wollen gemeinsam erfolgreich sein und werden kollegial zusammenarbeiten", sagte Berwanger. Auch für die Mannschaft sei die neue Konstellation gut. Bisher habe er alles alleine gemacht, beim Training und bei den Besprechungen. "Abwechslung ist eine gute Sache", ist Berwanger überzeugt.

Auch "Zoco" freut sich auf die neue Aufgabe im Verein. Zunächst gilt der Fokus aber seinem Abschiedsspiel am Samstag, 27. August, um 16 Uhr, zu dem viele ehemalige Teamkollegen erwartet werden. "Es wird schwer für das aktuelle Team", verspricht Zellner. Lediglich mit der Kondition könnte es problematisch werden.

Ich denke, wir haben eine Mannschaft zusammengestellt, die funktionieren und wieder einen Schritt nach vorne machen kann.Teammanager Christian Meiler
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