Eishockey
Spitzenreiter als "Underdog"

Die Derbys zwischen den Blue Devils und den Selber Wölfen (Szene aus dem Vorjahr) gehören stets zu den Saisonhöhepunkten. Am Sonntag um 18.30 Uhr treffen beide Teams in der Hans-Schröpf-Arena aufeinander. Am Freitag gastiert Überraschungs-Spitzenreiter Weiden bei den Tölzer Löwen. Bild: Gebert
Sport
Weiden in der Oberpfalz
21.10.2016
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Wer hätte das gedacht? Am 7. und 8. Spieltag der Oberliga Süd sind die Blue Devils an zwei Top-Spielen beteiligt. Zunächst tritt der Überraschungs-Spitzenreiter am Freitag beim Tabellenzweiten an, zwei Tage später kreuzt der Drittplatzierte in Weiden auf.

"Wir freuen uns, aber wir beweihräuchern uns nicht!" Trainer Markus Berwanger spricht beim Blick auf die Tabelle der Oberliga Süd von einer "Momentaufnahme" und verweist sofort auf die Spiele bis zur Länderspiel-Pause. "Da kommt was auf uns zu, fünf brutale Aufgaben. Alles, was Rang und Namen hat. Der Auftakt dieser Serie ist für die Blue Devils (1./15 Punkte) am Freitag um 19.30 Uhr das Match beim EC Bad Tölz (2./14). Am Sonntag (Beginn um 18.30 Uhr) steigt dann in der Hans-Schröpf-Arena das Derby gegen den VER Selb (3./14). Es folgen die Partien beim EV Regensburg (4./13) am 28. Oktober, gegen den Deggendorfer SC (5./12) am 30. Oktober und der nächste Lokalkampf am 1. November bei den Selber Wölfen.

"Wir freuen uns auf die Spiele am Wochenende. Im Endeffekt sind wir zwei Mal der Underdog, aber verstecken brauchen wir uns nicht", erklärte Berwanger, der eventuell mit vier Sturmreihen spielen will. Das hängt davon ab, ob Martin Heinisch einsatzfähig ist und eventuell Förderlizenzspieler Jens Meilleur aus Nürnberg kommt. Das werde sich aber erst kurzfristig entscheiden. Zwischen den Pfosten steht in Bad Tölz Fabian Hönkhaus. Als Backup sitzt Jugendtorwart Eric Hanke auf der Bank, weil der Nürnberger Förderlizenzgoalie Philip Lehr wegen einer Leistenverletzung abgesagt hat und Daniel Huber zusammen mit Co-Trainer Florian Zellner einen Trainerlehrgang in Füssen absolviert.

Am vergangenen Sonntag reiste Deggendorf als Tabellenführer nach Bad Tölz und wurde mit 8:1 entthront, jetzt kreuzt der nächste Spitzenreiter auf. "Die werden sicher dasselbe vorhaben", erwartet Berwanger einen hochmotivierten Gastgeber. Die Tölzer zählen zu den Top-Favoriten und haben bisher nur in Selb (3:5) verloren. Sie stellen mit 30 Toren die beste Offensive und nur 10 Gegentreffern die stärkste Defensive. Der größte Trumpf der Mannschaft von Trainer Axel Kammerer ist die ausgeglichene Besetzung.

Selb ist nach einer schwächeren Saison (Platz fünf, Aus in der ersten Play-off-Runde) wieder in der Erfolgsspur. Mit Keeper Sebastian Stefaniszin (Duisburg), Verteidiger Florian Ondruschka (Straubing) oder dem US-Amerikaner Michael Dorr zog der VER starke Neuzugänge an Land. Dazu kommen bewährte Kräfte wie der Kanadier Kyle Piwowarczyk oder der inzwischen mit einem deutschen Pass ausgestattete Jared Mudryk.

Aufgebot Blue Devils: Hönkhaus, Hanke, Huber (nur Sonntag) - Herbst, Nägele, Sevo, Salinger, Willaschek, Synowiec - Tapio, Jirik, Heinisch (?), Siller, Abercrombie, Schmid, Waldowsky, Kirchberger, Babic, Schreier, L. Zellner, Schreyer, Meilleur

"Krawall-Tourismus"

Der Vorstand des 1. EV Weiden nimmt Stellung zu den Vorfällen beim Auswärtsspiel der Blue Devils am 3. Oktober in Höchstadt:

Negative Vorkommnisse nach dem Spiel der Blue Devils bei den Höch-stadt Alligators am 3. Oktober zwingen uns zu einer Stellungnahme zur aktuellen Situation. Wir bedauern zutiefst, dass einige wenige sogenannte "Fans" den Ruf des 1. EV Weiden und seiner wahren Fans durch ihr inakzeptables Verhalten nachhaltig schädigen. Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeder Form von Gewalt und betonen, dass die überwiegende Zahl von Fans und Freunden des 1. EV die Blue Devils auf faire und gewaltfreie Art und Weise unterstützt. Dass sich unter die Besucher unserer Heim- und (vor allem) Auswärtsspiele einige Personen mischen, die dies als Bühne für Provokationen und gezielte, geplante gewalttätige Auseinandersetzungen nutzen, verurteilen wir entschieden. Wir werden alle zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um dies künftig zu unterbinden, in Zusammenarbeit mit der Polizei und allen Vereinen der Oberliga Süd.

Zu den Vorkommnissen in Höchstadt: Einige Minuten nach Spielende hat eine Gruppierung von 19 Personen versucht, eine Fangruppe der Heimmannschaft bei deren Clubhütte (in Stadionnähe) massiv zu provozieren und zu gewalttätigen Auseinandersetzungen aufzufordern. Nur mit Mühe konnten die Polizeikräfte vor Ort Gewaltanwendungen verhindern (gemäß Informationen der Polizeiinspektion Höchstadt).

Als Folge wurden nun vom Höchstadter EC als Veranstalter des Spiels, in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Höchstadt und wie in den DEB-Sicherheitsrichtlinien zwingend vorgeschrieben, an alle beteiligten Personen schriftlich Stadionverbote ausgesprochen. Da sich die Vereine der Oberliga Süd seit dieser Saison gegenseitig hierzu autorisiert haben, gelten diese Verbote in allen Stadien der Oberliga Süd. Darüber hinaus schließt dies eine ins Stadion integrierte Gaststätte ebenso mit ein.

Es handelt sich bei der Gruppierung interessanterweise um Personen, die unter anderem in Marktoberdorf bei Kaufbeuren, Regensburg, Fürth, Marktredwitz, Wunsiedel, Bayreuth oder Kirchenthumbach gemeldet sind. Hier drängt sich uns der Begriff vom "Krawall-Tourismus" auf. Gegen drei der Personen besteht übrigens aktuell bereits ein ligaweites Stadionverbot aus früheren Vorkommnissen.

Der Vorstand distanziert sich entschieden von diesen Personen und ist bestürzt, dass offensichtlich gewaltbereite Individuen Auswärtsspiele des 1. EV Weiden missbrauchen, um gewalttätige Konfrontationen mit Fans der jeweiligen Heimmannschaft zu provozieren und herbeizuführen. Deshalb werden wir auch zukünftig mit aller Entschlossenheit gegen jegliche, von der Polizei identifizierte Personen, die eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat begangen haben, vorgehen und konsequent das ligaweite Stadionverbot verhängen.

Es ist unser Wunsch, aber auch unsere Pflicht, als Veranstalter unserer Heimspiele dafür zu sorgen, dass unsere Zuschauer sowie auch Gästefans unbehelligt und mit Freude die Spiele verfolgen können. Dies gilt im Inneren, aber auch für den Bereich außerhalb des Stadions, auf Parkplätzen, Nebenstraßen usw. Wir wünschen uns laute, euphorische, engagierte, aber faire und friedliche Fans. Gute Stimmung im Stadion ist uns wichtig, aber wir sind nicht bereit, dafür gewalttätige "Fans" in Kauf zu nehmen.

In diesem Zusammenhang legen wir großen Wert auf die Feststellung, dass beim genannten Personenkreis keine Mitglieder unserer Fanclubs beziehungsweise Fangruppen "Penalty", "Blueliners", "Links unten" und "Supporters 04" beteiligt waren.

Der Vorstand des 1. EV Weiden

Wir freuen uns, aber wir beweihräuchern uns nicht!Markus Berwanger, Trainer der Blue Devils Weiden
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