Fußball
"Aushängeschild des bayerischen Fußballs"

Vorsitzender Kurt Haas (links) und Sportvorstand Philipp Kaufmann sind mit der Entwicklung der SpVgg SV Weiden zufrieden. Bild: af
Sport
Weiden in der Oberpfalz
08.04.2016
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Nach einer verhängnisvollen Insolvenz war die SpVgg Weiden im Dezember 2010 eigentlich mausetot. Fast fünfeinhalb Jahre später ist der Nachfolgeverein quicklebendig. Und zwar so sehr, dass er von oberster Stelle gelobt wird. "Die SpVgg SV Weiden hat eine erstklassige Jugendarbeit. Sie ist ein Aushängeschild des bayerischen Fußballs", sagte Dr. Rainer Koch am Mittwochabend in einer Videobotschaft. Und der Präsident des Bayerischen Fußballverbandes ging sogar einen Schritt weiter: "Ich wünsche Weiden mittelfristig den Aufstieg in die Regionalliga."

Regionalliga - ein Stichwort, das sich wie ein roter Faden durch den Abend zog. "Quo vadis, SpVgg SV Weiden?!" hatte der Fußball-Bayernligist die Veranstaltung im "City Center" betitelt. Entscheidungsträger aus der Politik, Funktionäre des Fußballbezirks, Sponsoren und Vertreter der Kooperationspartner 1. FC Nürnberg und SSV Jahn Regensburg waren gekommen, um sich aus erster Hand über die Zukunftsplanungen des Traditionsklubs zu informieren.

"Das Ziel ist die Regionalliga", griff Philipp Kaufmann den Gedanken des Verbandschefs auf. Gleichzeitig schränkte der SpVgg-SV-Sportvorstand ein: "Aktuell wäre diese Liga finanziell weder machbar noch vertretbar." Kaufmann belegte diese Einschätzung mit Zahlen. Derzeit betragen die Weidener Aufwendungen für den Herrenspielbetrieb 155 000 Euro pro Saison. Für eine Klasse höher veranschlagt Kaufmann circa das Dreifache, "wenn nicht sogar 600 000 Euro". Und wenn sich die Regionalliga-Frage nach dieser Saison stellt? Dann müsse man ausloten, ob man das "gemeinsam stemmen" könne, erklärte Kaufmann und gab zu: "Der Verbleib in der Bayernliga ist wesentlich realistischer. Wirtschaftliche Abenteuer wird es nicht geben." In diese Kerbe schlug auch Kurt Haas. Der Vorsitzende spann den Bogen vom Insolvenzantrag ("tiefste Nacht") über die Neugründung ("mit einer Handvoll jungen Spielern und Ehrenamtlichen") bis hin zum jetzigen Zeitpunkt. "Wir wollen als solider, sympathischer Verein wahrgenommen werden", erklärte Haas. "Das Prinzip der Schuldenfreiheit gilt für uns auch heute."

Trotz der eingeschränkten finanziellen Rahmenbedingungen haben die Schwarz-Blauen eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Auch weil sie das Nachwuchsleistungszentrum in den Mittelpunkt gestellt haben. 200 Kinder und Jugendliche, 12 Nachwuchsteams, 20 qualifizierte Trainer - Zahlen, die Kaufmann mit einem Anspruch verknüpfte: "Wir wollen bei der Jugend eine Identifikation schaffen mit dem Verein und der Stadt Weiden." Und das Ergebnis der "Top-Ausbildung" spricht für sich. Kaufmann verwies auf zahlreiche Weidener Talente in Auswahlmannschaften. "Wir setzen auf die Integration von eigenen Jugendspielern in die Herrenteams", erläuterte er die Vereinsphilosophie. Davon werde man nicht abrücken, unabhängig von der Ligazugehörigkeit.
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