Fußball
Galasek tritt zurück

Tomas Galasek ist nicht länger Trainer bei der SpVgg SV Weiden.
Sport
Weiden in der Oberpfalz
17.10.2016
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Tomas Galasek sitzt nicht mehr auf der Trainerbank der SpVgg SV Weiden. Der Ex-Bundesligaprofi hat am Montag seinen Rücktritt erklärt. Bild: A. Schwarzmeier

Die sportliche Talfahrt bei der SpVgg SV Weiden hat zu personellen Konsequenzen geführt. Trainer Tomas Galasek erklärte am Montag seinen Rücktritt. Eine Interimslösung hat der Fußball-Bayernligist bereits gefunden.

Es war kurz vor 19 Uhr, als Galasek die Mannschaft informierte. Für die meisten Spieler kam die Entscheidung zu diesem Zeitpunkt unerwartet. "Es herrschte Totenstille", beschrieb Philipp Kaufmann die Stimmung in der Kabine. Dem Sportvorstand der SpVgg SV hatte der 43-jährige Tscheche bereits am Vormittag seine Gründe bei einem Treffen unter vier Augen erläutert.

"Ich kann keine Garantie abgeben, dass wir unter meiner Regie die Wende schaffen", erklärte Galasek am Montagabend gegenüber unserer Zeitung. "Die Spieler brauchen einen neuen Impuls. Den kann ich ihnen nicht mehr geben." Aus seiner Ernüchterung, ja sogar Enttäuschung machte Galasek keinen Hehl, auch wenn er sich Zurückhaltung auferlegte. "Es gab Signale aus der Mannschaft, die haben mich zweifeln lassen", meinte Galasek, um dann doch deutlicher zu werden: "Es müssen sich manche selbst hinterfragen, ob sie alles versucht haben, das Ganze zu drehen." Letztlich sei es ein "Bauchgefühl" gewesen, jetzt einen Schlussstrich zu ziehen.

"Diese eineinhalb Jahre haben mir viel gegeben", betonte der Ex-Bundesligaprofi. "Ich wünsche dem Verein und dem Team, dass sie aus der schwierigen Situation wieder herauskommen. Aber nun müssen die Spieler auch Verantwortung übernehmen." Sprach's und packte zusammen mit Norbert Prediger seine Siebensachen. Mit Galasek geht auch der Co-Trainer von Bord.

"Diese Entscheidung tut weh, richtig weh", gab Kaufmann zu. Dabei war es nicht das erste Mal, dass der Verein mit einem Rücktrittsangebot des Trainers konfrontiert war. Bereits nach der 2:5-Heimpleite gegen den 1. SC Feucht vor drei Wochen hatte Galasek hinwerfen wollen. "Da haben wir ihn nochmals überreden können, dass er weitermacht." Die erneut dürftige Leistung am vergangenen Freitag beim 0:3 in Eltersdorf brachte jedoch das Fass zum Überlaufen. "Nun zu sagen, der Trainer war schuld, ist mir zu billig", schickte Kaufmann eine deutliche Ansage an die Mannschaft. "Galasek hat mehr richtig als falsch gemacht. Nur haben es die Spieler zuletzt nicht mehr umgesetzt."

Eine Einschätzung, die sich anhand der aktuellen Tabelle belegen lässt. Es ist kein halbes Jahr her, da hatte der zum Großteil selbe Kader nach einer Serie von 18 Spielen ohne Niederlage die Regionalliga-Aufstiegsrelegation nur hauchdünn verpasst. Die Zahlen der laufenden Spielzeit sind dagegen ernüchternd. Nach der 9. Niederlage im 16. Spiel ist die als Mitfavorit gestartete Wasserwerkelf in der Relegationszone angekommen. Die Abwehr, einst das Prunkstück der SpVgg SV, ist mit bereits 39 Gegentreffern zur Schießbude verkommen.

"Die Mannschaft ist jetzt am Zug, den Hebel umzulegen", fordert Kaufmann. "Sie kann nun zeigen, ob sie die SpVgg SV im Herzen hat oder eine x-beliebige Truppe ist." Als Interimstrainer fungieren wird aller Voraussicht nach Rainer Fachtan. Der Jugendkoordinator am Nachwuchsleistungszentrum soll bis zur Winterpause in die Bresche springen und bereits am Samstag im Heimspiel gegen die Würzburger Kickers II an der Seitenlinie stehen.

Die Spieler brauchen einen neuen Impuls. Den kann ich ihnen nicht mehr geben.Tomas Galasek
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