Fußball
Galasek und der positive Druck

SpVgg-SV-Trainer Tomas Galasek hat Vertrauen in seine Mannschaft. So viel, dass er zum Wiederauftakt in Haibach einen Auswärtssieg anstrebt. Bild: A. Schwarzmeier
Sport
Weiden in der Oberpfalz
04.03.2016
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Fußball-Bayernligist SpVgg SV Weiden scheint noch auf der Suche nach der Bestform. 2 Siege, 1 Remis, 3 Niederlagen lautet die Bilanz der Testspielphase. Was Trainer Tomas Galasek nicht davon abhält, zum Restrunden-Auftakt auf einen Dreier zu spekulieren.

Mit dem SV Alemannia Haibach wartet am Samstag um 16 Uhr zwar ein kampfstarker Gegner auf die Schwarz-Blauen. Im NT-Interview redet der SpVgg-SV-Trainer aber gar nicht erst um den heißen Brei herum: "Wenn wir nach oben angreifen wollen, dann muss ein Auswärtssieg das Ziel sein."

Herr Galasek, die Vorbereitung ist vorbei. Ist Ihre Mannschaft gerüstet für den Ernstfall?

Galasek: Von den Ergebnissen der letzten Wochen her sieht es nicht so aus. Aber außer beim 0:2 gegen den FSV Erlangen-Bruck haben wir durchaus positive Dinge gesehen. Ein Vorteil ist, dass wir uns nicht wie im vergangenen Sommer erst über mehrere Wochen aufeinander einstellen müssen. Wir wissen, wie und was wir spielen müssen. Nun heißt die Aufgabe, dieses Wissen auch auf dem Platz umzusetzen.

Wo sehen Sie aktuell noch Defizite?

Galasek: Bei der Chancenverwertung, das ist immer wieder das Thema. Wir suchen oft zu spät den Abschluss. Es geht darum, die richtige Entscheidung zu treffen: Wann bin ich egoistisch? Wann spiele ich ab? Wann wage ich einen Fernschuss? Das sind Defizite, die lassen sich im Training bei guten Platzverhältnissen aufarbeiten. Aber die hatten wir leider in der Vorbereitung nicht.

Was läuft im Spiel Ihrer Mannschaft bereits ordentlich?

Galasek: Wenn wir den Ball verloren haben, dann versuchen wir sofort, ihn wieder zurückzuerobern. Das machen wir sehr gut. Allerdings müssen wir es noch besser schaffen, den Ball auch unter Druck in den eigenen Reihen zu halten und genaue Pässe zu spielen.

Es gab in der Winterpause personelle Veränderungen. Wie schwer fällt die Verletzung von Martin Schuster ins Gewicht? Kann ihn Neuzugang Alexander Jobst adäquat ersetzen?

Galasek: Martin war zusammen mit Andreas Wendl der Garant für eine stabile Innenverteidigung. Seinen Stellenwert für die Mannschaft unterschätzen manche Außenstehende. Ich habe aber keinen Zweifel, dass Alexander die Lücke schließen kann. Wir haben zum Glück einen variablen 16-Mann-Kader. Da können bei Bedarf andere, auch junge Spieler jederzeit einspringen. Auf Dennis Paulus kann ich mich jederzeit verlassen, oder auch auf Florian Reich. Tim Roith macht sich im Training immer besser, Michael Busch muss sich noch etwas steigern.

Aus Tschechien kam mit Lukas Hudec ein weiterer Neuzugang. Ist er eine Verstärkung? Auf welcher Position?

Galasek: Lukas hat den Vorteil, dass er Deutsch spricht. Er hat sich schnell integriert. Er wird seine Chance als Sechser oder im linken Mittelfeld bekommen. Eine Garantie, dass er spielt oder eine Position fest hat, besitzt aber kein Spieler.

In der Vorrunde gab es gegen Haibach eine 1:2-Heimniederlage. Wie haben Sie den Gegner in Erinnerung?

Galasek: Als zweikampfstark und gut im Pressing. Haibach hat zum Teil mit zehn Mann verteidigt. Wir haben zur Halbzeit 1:0 geführt und hätten da schon alles klar machen müssen. Aber das ist uns nicht gelungen. Die zweite Halbzeit haben wir dann komplett verschlafen.

Als Tabellenfünfter hat die SpVgg SV noch Außenseiterchancen, um in den Kampf um zumindest Platz zwei einzugreifen. Was muss dafür alles passen?

Galasek: Wir dürfen nicht viele Verletzte haben, die Form einzelner Spieler muss stimmen, jeder muss konzentriert bleiben und Glück gehört auch dazu. Wenn wir weiter nach oben schauen wollen, dann muss in Haibach ein Auswärtssieg das Ziel sein. Aber selbst wenn dies nicht klappen und wir auch im nächsten Spiel nicht gewinnen sollten, ist die Saison nicht vorbei. Unser Ziel, unsere Motivation muss bis zum Saisonende die bestmögliche Platzierung sein und guten Fußball zu zeigen. Ich sage es mal so: Wir haben einen positiven Druck, da ein Aufstieg überhaupt kein Muss ist.

Noch ein Wort zu Ihrer Zukunft: Die meisten Spieler haben bereits für die Saison 2016/17 zugesagt. Werden Sie bleiben?

Galasek: Ich würde gerne hier bleiben und weiter mit diesen Spielern arbeiten. Es wurden bereits erste Gespräche geführt. Aber da muss man noch abwarten.
Unser Ziel, unsere Motivation muss bis zum Saisonende die bestmögliche Platzierung sein und guten Fußball zu zeigen.Tomas Galasek
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