Fußball
Kein Abend für laute Töne

Ja, meine Arbeit unter diesen Gegebenheiten ist beendet. Aber ich bin weiter Mitglied und schaue mir die Spiele an.
Sport
Weiden in der Oberpfalz
01.04.2016
458
0

Dem lauten Knall folgte ein Abend der eher leisen Töne: Schuldzuweisungen und Emotionen blieben außen vor, als Thomas Binner am Donnerstagabend vor versammeltem Vorstand sein Amt als Technischer Leiter der SpVgg SV Weiden offiziell niederlegte.

"Ich habe dargestellt, was zu klären war, und mich für die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren bedankt", schildert Binner den Verlauf der Sitzung. Man habe sachlich diskutiert, der Vorstand habe seinen Rücktritt angenommen. "Dann habe ich mich mit einem Kasten Bier von der Mannschaft verabschiedet und bin anschließend nach Hause gefahren. Das war's."

Und der Zwist mit Philipp Kaufmann? Was ist mit den Gründen, wieso es letztlich zu dem Zerwürfnis mit dem Sportvorstand kam? "Dazu will ich aktuell nichts mehr sagen", meint Binner, der zunächst Abstand gewinnen will. "Ich bin 35, vielleicht 36 Jahre in diesem Verein. Da hängt mein Herz dran." Und überhaupt: So "richtig weg" sei er ja gar nicht. "Ja, meine Arbeit unter diesen Gegebenheiten ist beendet. Aber ich bin weiter Mitglied und schaue mir die Spiele an". Eine Rückkehr, irgendwann und vielleicht an anderer Stelle, schließt Binner nicht aus: "Das wird kein Abschied für immer. Man wird mal wieder zusammenfinden."

Große Verdienste


Dies sieht auch Kurt Haas so. "In diesem Geschäft kann man nichts ausschließen. Das Tischtuch ist ja nicht zerschnitten. Man kann sich weiter in die Augen sehen", hält der SpVgg-SV-Vorsitzende die Tür weit offen. Er habe sich im Namen des Vorstands bei Thomas Binner für dessen engagierte Arbeit bedankt: "Er hat unbestritten einen großen Anteil an der Entwicklung der SpVgg SV Weiden."

Bereits vor der Vorstandssitzung hatte Haas den Grund für den personellen Einschnitt mit einem Schlagwort beschrieben. Zwischen Thomas Binner und Philipp Kaufmann habe es schlichtweg ein "Kompetenzgerangel" gegeben: "Binner hatte seinen Stil, der anders ist als der unseres jetzigen Sportvorstands. Das ist nicht schlimm, hat aber nicht zusammengepasst. Wenn so etwas passiert, muss leider einer weichen."

Für die SpVgg SV gebe es aber keinen Grund, an der jetzigen Situation zu verzweifeln. "Die Personallage ist, wie sie ist. Da müssen wir jetzt durch. Wir werden die Arbeiten, die Binner geleistet hat, auffangen." Der Vorsitzende kündigte interne Lösungen an. "Es gibt durchaus junge Leute in unserem Verein, die etwas machen wollen. Aber auch Philipp Kaufmann wird sich hineinknieen." Es gehe nun darum, neue Ideen umzusetzen und den Verein, nicht nur sportlich, weiterzuentwickeln: "Wir werden Ruhe bewahren und mit frischem Wind weitermachen."
Ja, meine Arbeit unter diesen Gegebenheiten ist beendet. Aber ich bin weiter Mitglied und schaue mir die Spiele an.Thomas Binner,
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.