Fußball
Kreisliga Nord: Führungsquintett ohne Sieg

Keinen Stich machte der Erbendorfer Torjäger Sandro Hösl (links). Beim 3:0-Sieg des SC Eschenbach war der Goalgetter bei Christopher Gradl (rechts) und seinen Abwehrkollegen abgemeldet. Bild: A. Schwarzmeier
Sport
Weiden in der Oberpfalz
18.04.2016
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Für die Spitzenteams der Kreisliga Nord war der 21. Spieltag einer zum Abwinken: Die ersten Fünf der Tabelle blieben ohne Sieg. Im Tabellenkeller meldete sich dagegen der SC Eschenbach (13. Platz/17 Punkte) zurück.

Die Eschenbacher entschieden ihr Heimspiel gegen den ambitionierten TSV Erbendorf (3./40) glatt mit 3:0 für sich und zogen mit der DJK Ebnath (12./17) auf dem Relegationsplatz gleich. Ebnath kassierte nach dem 1:3 gegen den SV Neusorg (7./32) am Freitag binnen 24 Stunden die zweite Heimniederlage, diesmal gegen den SC Kirchenthumbach (10./26). Während der SV Kohlberg (14./7) nicht erst seit dem 0:3 beim FC Weiden-Ost (6./37) so gut wie als erster Absteiger feststeht, muss sich die DJK Irchenrieth (11./19) nach dem 3:4 gegen den FC Dießfurt (9./26) weiter große Sorgen machen.

Keine Durchschlagskraft, dafür drei Gelb-Rote Karten - der Auftritt des SV Plößberg (1./44) beim 0:2 in Neusorg war eines Spitzenreiters unwürdig. Die Konkurrenz wusste aber mit dem schlechten Tag des Klassenprimus wenig anzufangen. Die DJK Schirmitz (2./42) verpasste es, mit dem Tabellenführer gleichzuziehen und spielte nur 0:0 gegen die DJK Neustadt (8./32). Und weil sich auch der SV 08 Auerbach (5./37) und die SpVgg SV Weiden II (4./38) ohne Tore trennten, blieb vorne alles beim Alten.

SC Eschenbach 3:0 (1:0) TSV Erbendorf

Tore: 1:0 (8.) Reinhold Quast, 2:0 (85.) Arthur Quast, 3:0 (87.) Tobias Ackermann - SR: Bernd Schmidt (TSV Neunhof) - Zuschauer: 110 - Rot: (88.) Sebastian Scherer (TSV) Nachtreten

(sct) Der SC Eschenbach kämpfte den Tabellendritten durch eine disziplinierte Abwehrleistung verdient mit 3:0 nieder. Der Top-Torjäger der Kreisliga Nord, Sandro Hösl, wurde dabei zum Statisten deklassiert. Das Führungstor erzielte Reinhold Quast in der achten Minute durch ein Lehrbuch-Kopfballtor nach einer präzisen Flanke von Oliver Fabri. Dieses Tor gab den Hausherren noch mehr Auftrieb. Mit dem knappen Vorsprung ging es in die Kabinen.

Im zweiten Abschnitt kontrollierte der SCE zunächst das Geschehen, doch mit zunehmender Spieldauer übernahm der TSV das Ruder und drückte auf den Ausgleich. Die Abwehr um SC-Keeper Tobias Lehl stand aber sicher. Bei einem Konter, fünf Minuten vor dem Ende zog Arthur Quast aus 20 Metern mit links ab und der leicht abgefälschte Ball schlug im langen Eck ein. Drei Minuten vor dem Schlusspfiff erkämpfte sich Jan Schröder am 16er-Eck das Spielgerät und wollte den Gästetorwart mit einem Lupfer überlisten. Goldrichtig stand dabei Tobias Ackermann am langen Pfosten, der zum vielumjubelten 3:0 per Grätsche einlochen konnte. Wegen Nachtretens sah der eingewechselte TSV-Spieler Sebastian Scherer in der Schlussminute vom hervorragend leitenden Schiri zu Recht Rot.

SV Neusorg 2:0 (1:0) SV Plößberg

Tore: 1:0 (32./Foulelfmeter) Manuel Herrmann, 2:0 (83.) Sergej Schuller - SR: Markus Bäuml - Zuschauer: 70 - Gelb-Rot: (37.) Toni Weniger, (65.) Matthias Freundl, (86.) Max Weniger (alle SVP)

(ndi) Die Vorzeichen für den SV Neusorg aufgrund der Ausfälle einiger Stammspieler waren nicht gerade bestens. Aber gegen den Favoriten und Tabellenführer zog sich die Heimelf ausgezeichnet aus der Affäre und machte durch konsequente Abwehrarbeit den Gästen das Leben schwer. Hier fielen besonders Christian Bauer und Stefan Appel auf. Zugleich setzte die Heimelf gefährliche Nadelstiche. In der 32. Minute stand Wolf einschussbereit vor dem Plößberger Tor und wurde von den Beinen geholt, den fälligen Strafstoß verwandelte Manuel Herrmann zur verdienten Führung.

Auch in Halbzeit zwei gab es mehrere Chancen für die Gastgeber. Die Plößberger dezimierten sich durch überflüssige Fouls und Meckereien (drei Gelb-Rote Karten) selbst. Dabei versäumte es die Heimelf, vorzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. In der 83. Minute machten es die Hausherren aber dann doch besser und Schuller erzielte nach Holzingers Vorarbeit den Siegtreffer. Plößberg trat nicht wie ein Tabellenführer auf. Neusorg hingegen zeigte großen Einsatz und wusste auch sonst zu gefallen.

SpVgg Schirmitz 0:0 DJK Neustadt

SR: Natalie Kink (SV Störnstein) - Zuschauer: 100

(du) Der SpVgg scheint in der entscheidenden Phase der Meisterschaft die Luft auszugehen. Nach der Niederlage in Dießfurt kam die Truppe von Trainer Josef Dütsch im Heimspiel gegen den Tabellensiebten aus Neustadt nicht über ein mageres 0:0 hinaus. Sie scheint das Toreschießen verlernt zu haben. Die beiden Kontrahenten lieferten eine spielerisch schwache Partie ab. Unnötig viele Fouls und Fehlpässe prägten das Spielgeschehen. Gefährliche Torraumszenen waren Mangelware.

Kurz vor dem Seitenwechsel erhöhte die SpVgg zwar den Druck auf das Gästetor, doch hatten Bafra & Co. kein Glück im Abschluss. In der 55. Minute setzte Martin Gemeiner zum Alleingang an und wurde am Gästestrafraum zu Fall gebracht. Bafra scheiterte jedoch mit dem Freistoß an Gästekeeper Christoph Pöhlmann, der den Ball aber vor die Füße von Markus Peetz abprallen ließ. Der Schirmitzer wusste mit dem Geschenk nichts anzufangen. Neustadt hielt bis zum Schluss kämpferisch dagegen, konnte sich aber keine klare Torchance erspielen, so dass es letztendlich beim leistungsgerechten Remis blieb.

SV 08 Auerbach 0:0 SpVgg SV Weiden II

SR: Schunk (Blaicher SC Kulmbach) - Zuschauer: 150 - Rot: (39.) Bastian Lindner (Auerbach) Tätlichkeit

Ein kampfbetontes Spiel mit sehr viel Herzblut verfolgten die wenigen Zuschauer. Die Gäste kamen etwas besser in die Partie, doch bis auf einen direkten Freistoß aus 28 Meter, der das Tor verfehlte, war zunächst nichts Nennenswertes dabei. Auf der Gegenseite bot sich Maier nach einer Ecke eine Kopfballmöglichkeit, doch der Keeper war zur Stelle und klärte zur Ecke. Nach einem Zuspiel aus dem Mittelfeld schloss Erl aus 20 Metern ab und traf, doch der Treffer wurde wegen Abseits annulliert. In der hektischen Partie fiel der Schiedsrichter in der 39. Minute auf eine Schauspieleinlage herein und schickte Bastian Lindner nach einem normalen Gerangel mit Rot vom Feld. Kurz vor der Pause hatten Freiberger und Szwaja die Heimführung auf dem Fuß, fanden ihm Weidener Keeper aber ihren Meister. Nach der Pause waren die Hausherren trotz personeller Unterzahl die spielbestimmende Mannschaft. Bei einem Försterfreistoß aus 25 Metern musste Torhüter Müller sein ganzes Können zeigen und den Ball aus dem Tordreieck fischen. Erst in den letzten zehn Minuten wurden die Gäste etwas stärker, was wohl der hohen Laufleistung der Auerbacher geschuldet war. Richtig ernstzunehmende Chancen ergaben sich aber auch hier nicht.

DJK Irchenrieth 3:4 (2:1) FC Dießfurt

Tore: 0:1 (25.) Manuel Stemmer, 1:1 (37.) Filip Rozmara, 2:1 (39.) Benny Scheidler, 2:2 (56.) Peter Rackl, 2:3 (78.) Florian Bertelshofer, 2:4 (82.) Simon Schmid, 3:4 (88.) Filip Rozmara - SR: Matthias Zahn (FC Großalbershof) - Zuschauer: 110

(jhä) Nach acht Punkten in Folge musste sich die DJK nach der Winterpause das erste Mal geschlagen geben. Irchenrieth war von Beginn an spielbestimmend, aber es zeigten sich schon in der Anfangsphase Unsicherheiten im Abwehrverhalten. Manuel Stemmer eröffnete in der 25. Minute den Torreigen, als er nach einem schönen Solo auch Torwart Matthias Gilch umspielte und aus kurzer Distanz zur Dießfurter Führung einschob. Die DJK war keineswegs geschockt und kam zu einem deutlichen Chancenplus. Allein Parfait Douhadji hatte zweimal innerhalb einer Minute den Ausgleich auf dem Fuß bzw. auf dem Kopf. Filip Rozmara brach den Bann, als er einen Freistoß von Ersin Tiryaki per Direktabnahme versenkte. Keine zwei Minuten später wurde der agile Douhadji im Strafraum gefoult. Den fälligen Strafstoß verwandelte Spielertrainer Benny Scheidler sicher.

Nach der Halbzeitpause ließ sich die Heimelf dann den Schneid abkaufen. Dießfurt verstand es, mit Geschick und vielen kleinen Fouls den Spielaufbau der DJK zu unterbinden. Der FC kam in der zweiten Halbzeit unter fleißiger Mithilfe der DJK zu einer fast hundertprozentigen Chancenverwertung. Den Ausgleich besorgte Peter Rackl, nachdem drei Irchenriether Florian Bertelshofer nicht am Querpass hindern konnten. Umgekehrt war es beim 2:3, als Peter Rackl im Laufduell entwischte und für Florian Bertelshofer assistierte. Als die Heimelf alles nach vorne warf, machte Simon Schmid mit einem Flachschuss aus 16 Metern allein vor Torwart Matthias Gilch alles klar. Filip Rozamara gelang mit seinem zweiten Treffer kurz vor Schluss nur noch die Ergebniskorrektur.

DJK Ebnath 1:2 (1:1) SC Kirchenthumbach

Tore: 0:1 (37.) Lautner, 1:1 (44.) F. Söllner, 1:2 (48.) Lehner - SR: Stefan Nörl (Weiden) - Zuschauer: 85

(sö) Nach der sehr schwachen Leistung vom Freitag, hatte DJK-Trainer Küffner seine Mannschaft gut eingestellt und einige Änderungen vorgenommen. Ebnath war dadurch nicht wieder zu erkennen und brachte eine insgesamt gute Leistung in diesem wichtigen Heimspiel. Die Anfangsphase gehörte jedoch eindeutig den Gästen, die gut kombinierten und sich einige Möglichkeiten erspielten. Die Einheimischen standen jedoch deutlich besser als in den vorherigen Spielen. Eine Riesenmöglichkeit zur DJK Führung vergab Kaya und im Gegenzug gingen die Gäste aus abseitsverdächtiger Position in Führung. Mit dem Pausenpfiff gelang dem agilen F. Söllner der Ausgleich.

Kurz nach dem Seitenwechsel fiel die erneute Gästeführung, als Ebnath einfach zu weit aufgerückt war und sich unnötig auskontern ließ. Andi Daubner scheiterte wenig später aus kurzer Distanz am Pfosten des SC. Als Florian Söllner alleine vor dem Gästetor von den Beinen geholt wurde, blieben der Elfmeterpfiff und die fällige Rote Karte aus. Dies war jedoch nicht die einzige, mehr als fragwürdige Entscheidung von Schiri Nörl, durch die sich die DJK im zweiten Durchgang klar benachteiligt fühlte. Er versagte Ebnath einen weiteren Foulelfmeter.

FC Weiden-Ost 3:0 (3:0) SV Kohlberg

Tore: 1:0 (8.) Johannes Stark, 2:0 (22.) Michael Werner, 3:0 (34.) Johannes Stark - SR: Hannes Hörath (FC Lorenzreuth) - Zuschauer: 80

(gil) Gegen eine ersatzgeschwächte Gästeelf machten die Ostler bereits in Durchgang eins alles klar. Nach einer schönen Kombination über Außen flankte Heller und Stark verwertete sehenswert per Seitfallzieher. Anschließend prüfte Funk das Aluminium der Gäste mit einem Distanzschuss. Beim 2:0 bereitete dann Stark für Werner vor. Noch vor der Pause gelang den Weidenern das 3:0, als Schuller den Innenpfosten anvisierte, Stark erneut goldrichtig stand und nur noch abstauben musste. FC-Keeper Frischholz musste kurz vor dem Wechsel bei einem Freistoß zum ersten Mal eingreifen. Nach der Pause verflachte die Begegnung. Die Ostler spielten ihre Angriffe nicht mehr konsequent zu Ende. Stark und Werner hatten noch zwei gute Möglichkeiten für die Hausherren, vergaben diese aber.

Kreisliga West SAD

FC Schmidgaden 2:0 (1:0) TSV Tännesberg

Tore: 1:0 (22.) Maximilian Stammler, 2:0 (64.) Christoph Deml - SR: Luis Ilhan (ASV Burglengenfeld) - Zuschauer: 80

(aho) Einen wichtigen Heimerfolg holte sich der FC Schmidgaden durch eine konzentrierte Leistung gegen den TSV Tännesberg. In der ausgeglichenen ersten Hälfte hatte die Heimelf die besseren Tormöglichkeiten. Für die Führung sorgte Maximilian Stammler in der 22. Minute, als er eine Flanke von Simon Werner annahm und dann auch noch von einem Fehler des Gästetorwartes profitierte. Nach dem Seitenwechsel wurde der Tabellenzweite stärker, er drängte die Gastgeber zurück. Schmidgaden agierte in der Abwehr sicher und ließ nur wenige Chancen zu. Das 2:0 durch Christoph Deml entsprang in der 64. Minute aus dem Gewühl heraus. Der Sieg des FC Schmidgaden war verdient, weil er dem favorisierten Gegner Paroli bot.
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