Fußball
Mit Siegeswille in die Saison

Trainer Tomas Galasek (rechts) und Co-Trainer Norbert Prediger (sitzend) hoffen auf einen gelungenen Saisonstart in Aubstadt. Die SpVgg SV Weiden will auch in der Spielzeit 2016/17 weit vorne mitspielen. Bild: A. Schwarzmeier
Sport
Weiden in der Oberpfalz
13.07.2016
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Die SpVgg SV Weiden schlug in der vergangenen Bayernliga-Saison eine scharfe Klinge. Als Tabellenfünfter fehlten am Ende lausige zwei Punkte zum Aufstieg. Zwangsläufig stellen sich die schwarz-blauen Fans die Frage: Wird es in der Saison 2016/17 zum Sprung in die Regionalliga reichen?

Trainer Tomas Galasek will sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. "Die Liga ist stärker als letzte Spielzeit", gibt der 43-jährige Ex-Profi im Interview mit unserer Zeitung zu bedenken. Gleichzeitig hat der Tscheche enormes Vertrauen in die Stärke seiner Mannschaft: "Wir wollen uns mit der Konkurrenz messen und wieder oben mitspielen."

Herr Galasek, am Samstag geht's los. Ihre Mannschaft bestreitet das erste Saisonspiel beim TSV Aubstadt. Nicht unbedingt ein Lieblingsgegner. 0:1 und 3:3 lauteten die Ergebnisse zuletzt ...

Galasek: Es ist eine schwere Aufgabe. Aubstadt hat sich noch einmal verstärkt und im Pokal gegen den Ligakonkurrenten Alemannia Haibach mit 4:1 gewonnen. Wir schauen aber auf uns selbst und gehen in die Partie, um zu gewinnen .

Hinter der SpVgg SV liegen gut vier Wochen Vorbereitung. Ist das Team auf dem Stand, den Sie sich vorstellen?

Ich denke schon. Die Kondition war nie unser Problem. Auch das System steht. Es hat sich gezeigt, dass die Mannschaft mit einem 4-4-2 am besten zurecht kommt. Wir werden versuchen, das taktisch jeder Situation anzupassen. Natürlich ist es für Spieler immer schwierig, wenn ein Trainer plötzlich etwas Unerwartetes verlangt. Aber meine Mannschaft hat so viel Spielintelligenz, dass sie flexibel reagieren kann.

Als Neuzugänge sind lediglich Thomas Schneider und Ibrahim Devrilen dazugestoßen. Vor allem über die Rückkehr von Schneider werden Sie sich freuen ...

Vor einem Jahr war ich traurig, dass er zum FC Amberg gewechselt ist. Jetzt bin ich froh, dass er wieder da ist. Er ist ein Spieler, der Qualität und Persönlichkeit hat und das Heft in die Hand nehmen kann. Thomas kann auch auf engem Raum noch etwas aus einer Situation machen. Zudem hat er als Freistoßschütze besondere Fähigkeiten. Ich bin sicher, dass er uns enorm weiterhilft.

Und Ibrahim Devrilen?

Ein robuster Stürmertyp wie Josef Rodler. Er muss aber konditionell noch zulegen.

Die SpVgg SV setzt wie nie zuvor auf die eigene Jugend. Florian Reich und Dennis Paulus sind auf dem Weg zu Stammspielern. Weitere Talente hoffen auf ihre Chance. Ist das ein Weg, der den Erfolg bringen kann?

Die Integration junger Spieler ist für den Verein und mich ganz wichtig. In der vergangenen Saison haben sie nie enttäuscht, wobei ein Dennis Paulus als Abwehrspieler viel mehr Konkurrenz hat als zum Beispiel Florian Reich. Junge Spieler müssen ihre Möglichkeiten nutzen und das haben die beiden getan. Sie wissen aber auch, dass sie noch stabiler werden müssen. Auch ein Marco Kießling zum Beispiel ist ein interessanter Spieler. Er ist schnell und technisch stark. Wenn er fit ist, dann gehört er zu den Aspiranten für die ersten 16.

Mit Stefan Graf und Ralph Egeter sind aktuell zwei Leistungsträger noch angeschlagen respektive verletzt. Wann können sie wieder angreifen?

Ralph befindet sich im Mannschaftstraining. In den letzten Einheiten hat es bei ihm ganz gut ausgesehen. Er muss aber selbst entscheiden, ob er zu 100 Prozent fit ist und gegen Aubstadt dabei sein kann. Wenn nicht, dann müssen halt andere ihn ersetzen. Bei Stefan hoffen wir, dass er in den nächsten Wochen zurückkommt.

Und was ist mit Christoph Hegenbart? Gehört er definitiv wieder zum Bayernliga-Kader, nachdem er wegen seiner Lehrer-Tätigkeit in Dachau in der vergangenen Saison nicht mittrainieren konnte?

Christoph hat sich in der Vorbereitung gut präsentiert. Er ist für uns eine gute Option, aber nur dann, wenn er trainieren kann. Ob das mit seinem Versetzungsgesuch klappt, muss man sehen. Wenn er nicht im Training dabei ist, dann wird er nur im Notfall im Kader sein. Um diese Situation weiß er.

Sie betonen immer wieder, dass die Mannschaft willig und ehrgeizig ist, guten Fußball spielen kann. Was muss sich noch verbessern?

Ab und zu fehlt ihr das Selbstvertrauen, der Glaube an sich selbst. Vor allem dann, wenn die Mannschaft personell scheinbar geschwächt ist. Das ist eine Kopfsache, sich auf die eigene Leistungsfähigkeit zu konzentrieren. Norbert Prediger (Co-Trainer) und ich predigen den Jungs immer wieder, dass sie das Können haben, um sich in der Bayernliga ganz vorne zu behaupten. Auch wenn die Konkurrenz finanziell besser aufgestellt ist. Aber Geld ist nicht alleine entscheidend.

Gibt es ein konkretes Saisonziel?

Die Liga ist stärker als letzte Spielzeit. Amberg und Aschaffenburg sind zurückgekehrt, Großbardorf und Eichstätt wollen wieder vorne mitmischen. Auch Aubstadt und Würzburg schätze ich hoch ein. Wir wollen uns mit der Konkurrenz messen und wieder oben mitspielen. Dann schauen wir einfach mal, wo wir am Saisonende stehen. Es war aber kein Zufall, dass wir letzte Saison 18 Spiele ungeschlagen waren. Wichtig ist ein guter Start, von Beginn an dabei zu bleiben und nicht abhängig von den Ergebnissen der Gegner zu sein.

Was dürfen die SpVgg-SV-Fans von der Mannschaft erwarten?

Ich weiß nicht, ob es zum Aufstieg reicht. Aber ich weiß, dass immer eine Mannschaft auf dem Platz stehen wird, die gewinnen will.

Ich weiß nicht, ob es zum Aufstieg reicht. Aber ich weiß, dass immer eine Mannschaft auf dem Platz stehen wird, die gewinnen will.Tomas Galasek


Ab und zu fehlt ihr das Selbstvertrauen, der Glaube an sich selbst.Tomas Galasek
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