Fußball
Schwarz-Blau im Krisenmodus

SpVgg-SV-Sportvorstand Philipp Kaufmann hat eine Teamsitzung angesetzt. Die Aussprache soll Wege aus der sportlichen Krise aufzeigen. Bild: A. Schwarzmeier
Sport
Weiden in der Oberpfalz
19.09.2016
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Wie in der Vorsaison vorne mitspielen, mit ansprechenden Leistungen überzeugen - das hatte sich Fußball-Bayernligist SpVgg SV Weiden für die Spielzeit 2016/17 vorgenommen. Spätestens seit Samstag stehen die ehrgeizigen Ziele im luftleeren Raum. Das 0:6-Debakel in Eichstätt hat Spuren hinterlassen. So sehr, dass Sportvorstand Philipp Kaufmann nicht einfach zur Tagesordnung überwechseln will. "So geht das nicht", sagt Kaufmann. Und fügt hinzu: "Mich erschreckt, dass wir einfach nicht in die Spur kommen."

Tacheles reden


Für Dienstagabend ist eine Mannschaftssitzung anberaumt. Dort soll nicht nur Ursachenforschung betrieben, sondern auch Tacheles geredet werden. "Es geht nicht darum, einzelne Personen anzugreifen oder jemanden hinzuhängen", erklärt Kaufmann. "Aber wir müssen die Situation aufarbeiten. Und da erwarte ich mir schon Antworten, wieso es nicht läuft. Jeder soll sagen, was einem passt und was nicht." Dabei fordert der Sportvorstand auch Selbstkritik ein. "Diese Reflektion ist notwendig. Wir müssen alle gemeinsam daran arbeiten, dass das gesamte Konstrukt wieder ins Lot gebracht wird."

Wie sehr Anspruch und Wirklichkeit am Wasserwerk aktuell aus- einanderdriften, zeigt der Blick auf die Tabelle. Mit 16 Punkten und Platz zehn liegt die Mannschaft weit hinter den Erwartungen zurück. Spitzenreiter Eichstätt ist bereits um 15 Punkte enteilt, dagegen beträgt der Vorsprung auf einen Relegationsplatz nur noch drei Zähler. "Es gibt aus meiner Sicht einige Ansätze, die das schlechte Abschneiden erklären", meint Kaufmann. "Die werde ich am Dienstag auch vorbringen. Eventuell gibt es Entscheidungen zu treffen, die auch weh tun."

Die These, dass mancher Spieler die Sache zu locker nehme, zu wenig an sich arbeite, wollte Kaufmann so nicht kommentieren. "Fakt ist, dass wir fast den gleichen Kader haben wie letzte Saison. Und da haben wir eine hervorragende Serie gespielt." Das Argument von Verletzungsproblemen lässt der Funktionär nur bedingt gelten: "Die hatten wir zu Saisonbeginn, bis auf Ralph Egeter sind alle zurück." Zudem, so Kaufmann, habe man mit Thomas Schneider einen Wunschspieler zurückgeholt. Dennoch sei man nicht in der Lage, die gewohnte Leistung abzurufen: "Irgendetwas blockiert uns."

Galasek fest im Sattel


Keine Diskussion, so versichert Kaufmann, gebe es um Tomas Galasek. "Der Trainer hat einen Vertrag bis Saisonende. Wir haben den Weg mit Tomas Galasek begonnen und wollen ihn weitergehen." Auch aus der Mannschaft heraus gebe es keine negativen Stimmen: "Ich bin da nah dran. Mir wird unisono erklärt, dass mit dem Trainer alles in Ordnung ist." Verständnis zeigt Kaufmann, dass Fans und Gönner enttäuscht sind. "Das ist ein schmerzhafter Moment. Da muss ich alle um Geduld bitten. Wir wollen so schnell wie möglich wieder in die Erfolgsspur kommen."

Mich erschreckt, dass wir einfach nicht in die Spur kommen.Philipp Kaufmann, Sportvorstand der SpVgg SV Weiden
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