Fußball
SpVgg SV II raus aus dem Titelrennen

Sport
Weiden in der Oberpfalz
29.03.2016
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Manuel Strauß vom SC Kirchenthumbach (links) müht sich vergeblich ab, gegen den Auerbacher Dominik Meyer an den Ball zu kommen. Der verlorene Zweikampf war nicht entscheidend. Der SC Kirchenthumbach triumphierte im Derby mit 2:1 über den SV 08 Auerbach. Bild: A. Schwarzmeier

Der SV Plößberg (1. Platz/40 Punkte) und die SpVgg Schirmitz (2./38) sind die großen Gewinner des 18. Spieltages in der Kreisliga Nord. Im Kampf um die Meisterschaft musste dagegen der TSV Erbendorf (3./36) einen Rückschlag hinnehmen. So gut wie aus dem Rennen ist die SpVgg SV Weiden II (4./33).

Die Plößberger brachten der Weidener Bayernliga-Reserve die zweite Heimniederlage bei und zerstörten bereits zum Restrundenauftakt mögliche Titelträume der Wasserwerkler. Eine bittere Pille musste der TSV Erbendorf mit der unnötigen 2:4-Heimniederlage gegen den eiskalt zuschlagenden FC Weiden-Ost (6./31) schlucken. Die Steinwaldelf liegt nun bereits vier Punkte hinter Spitzenreiter Plößberg zurück. Während sich die SpVgg Schirmitz durch den 4:1-Sieg beim Schlusslicht SV Kohlberg (14./7) zum ersten Verfolger des SVP aufschwang, geriet der SV 08 Auerbach (5./32) ausgerechnet im Derby ins Stolpern. Nach dem 1:2 vor 400 Zuschauern beim SC Kirchenthumbach (9./22) müssen die Auerbach die letzten vagen Titelhoffnungen begraben.

Für den SC Eschenbach (13./14) folgte nach dem plötzlichen Abschied von Trainer Ufuk Altincik der nächste Rückschlag. Durch die 1:2-Derbyniederlage beim FC Dießfurt (10./19) rutschten die SC-ler auf einen direkten Abstiegsrang ab. Einen glücklichen Punkt verbuchte die DJK Ebnath (12./14) beim 1:1 im Kellerduell gegen die DJK Irchenrieth (11./15). Glücksgöttin Fortuna stand auch der DJK Neustadt (7./28) Pate: Den 1:0-Erfolg konnte die Heimelf angesichts der drückenden Überlegenheit des SV Neusorg (8./25) selbst nicht fassen.

SpVgg SV Weiden II 0:1 (0:1) SV Plößberg

Tore: 0:1 (16.) Patrick Trautner - SR: Marco Franz - Zuschauer: 120

Die taktische Ausrichtung des SV Plößberg ging zu 100 Prozent auf: Mit einer kompakten und defensiven Grundordnung zog der Spitzenreiter der SpVgg SV Weiden II den Zahn. Die Gastgeber, bei denen mit Enis Saramati, Michael Busch, Florian Reich und Tobias Plössner Spieler aus dem Bayernligakader mitwirkten, hatten zwar eindeutig mehr Ballbesitz. Aber die optische Überlegenheit endete meist am Strafraum des Gegners. Über 90 Minuten spielte sich die Heimelf viel zu wenige Chancen heraus. Lediglich der agile André Klahn sorgte bisweilen für Unruhe im Plößberger Strafraum, ohne aber Schaden anzurichten.

Dem mit langen Bällen operierenden Tabellenführer spielte natürlich die frühe 1:0-Führung in die Hände. Bei einem dieser weiten Schläge verschätzte sich ein Weidener Abwehrspieler, was Patrick Trautner ausnützte: Mit einem geschickten Lupfer überwand der Linksaußen den SpVgg-SV-Keeper Matthias Jahn zum Tor des Tages (16.). "Wir haben momentan keine echten Stürmer. Aus dieser Situation haben wir das Beste gemacht", kommentierte SVP-Trainer Harald Walbert den wichtigen Dreier.

TSV Erbendorf 2:4 (1:1) FC Weiden-Ost

Tore: 0:1 (23.) Alexander Funk, 1:1 (44.) Sandro Hösl, 2:1 (51.) Sandro Hösl, 2:2 (55.) Benedikt Sichert, 2:3 (58.) David Hofmeister, 2:4 (90.) Michael Werner - SR: Siegfried Scharnagl (Mähring) - Zuschauer: 100 - Gelb-Rot: (72.) Benedikt Sichert (Weiden)

(skm) Der TSV verlor unnötig gegen weitgehend unauffällige Ostler. So fand die Anfangsphase beinahe nur in der Hälfte der Gäste statt. Der FC Ost stand sehr defensiv und lauerte auf schnelle Konter. Die Heimelf spielte nach vorne, kam jedoch nicht zum Abschluss. Überraschend fiel die Weidener Führung: Funk versuchte es aus der Distanz und der Ball schlug nach einem Aufsetzer im linken Toreck ein (23.). Der Treffer ließ die Gäste nun etwas selbstbewusster im Angriffsspiel werden, das Spiel wurde ausgeglichener. Dem TSV gelang noch vor dem Pausenpfiff der Ausgleich per Elfmeter, nachdem Tretter gefoult worden war.

Nach dem Seitenwechsel schien der Gastgeber die Partie immer mehr an sich zu reißen. Hösl stand nach einem hohen Ball mutterseelenallein vor FC-Keeper Frischholz, woraufhin er sicher das 2:1 erzielte. Die Weidener kämpften sich nach einem Torwartfehler des TSV nach einer Ecke zurück und gingen sogar in Führung, als Joker Hofmeister einnetzte. Die Schlussphase war ebenso hitzig wie spannend: Der FC Ost stand tief gegen offensive Erbendorfer, die vor allem nach dem Feldverweis gegen Sichert den Ausgleich erzwingen wollten. Den Hausherren gelang jedoch kein Treffer mehr. Stattdessen machte Michael Werner in der Nachspielzeit noch den Deckel drauf.

SV Kohlberg 1:4 (0:1) SpVgg Schirmitz

Tore: 0:1 (17.) Turan Bafra, 0:2 (50./Eigentor) Stefan Wittmann, 0:3 (57.) Marco Lingl, 0:4 (61.) Markus Peetz, 1:4 (68./Elfmeter) Michael Baumann - SR: Matthias Zahn (Großalbershof) - Zuschauer: 90 - Rot: (25.) Daniel Rohr (SV/Handspiel)

(rit) Am Ende etwas zu hoch verlor der SV sein Auftaktspiel nach der Winterpause. Man spielte von Beginn an gut mit, aber nach einem schnellen Konter erzielte Bafra das 0:1. Kohlberg zeigte sich keinesfalls geschockt, doch nach 25 Minuten zeigte der unsicher leitende Schiedsrichter Daniel Rohr nach einem ungewollten Handspiel die Rote Karte. Schirmitz versuchte, mit einem Mann mehr Druck aufzubauen, aber die heimische Abwehr konnte diesem bis zur Pause standhalten. Als nach dem Wechsel Wittmann den Ball ins eigene Tor abfälschte, zog Schirmitz innerhalb von elf Minuten auf 0:4 davon. In der 68. Minute erzielte Baumann per Foulelfmeter noch das 1:4. Bis zum Schlusspfiff tat sich auf beiden Seiten nichts mehr.

SC K'thumbach 2:1 (2:1) SV 08 Auerbach

Tore: 1:0 (12.) Dominik Greupner, 1:1 (32.) Michael Schnödt, 2:1 (45.) Andreas Böhm - SR: Andreas Kink (SV Störnstein) - Zuschauer: 400 - Gelb-Rot: (68.) Dominik Meyer (Auerbach)

(sht) Die Gastgeber waren von der ersten Minute an hellwach und waren vor allem im Mittelfeld den Tick aggressiver. Sie konnten sich ein deutliches Plus erarbeiten. In der 12. Minute eroberten sich die Gastgeber im Mittelfeld einen dieser umkämpften Bälle, passten an die Strafraumgrenze und Greupner schob den Ball am Verteidiger vorbei aus zehn Metern zum 1:0 ein. Unmittelbar nach diesem Treffer kamen die Gäste zu zwei Möglichkeiten, die aber ohne zählbaren Erfolg blieben. Jetzt war das Spiel ausgeglichen, es gab aber kaum zusammenhängende Kombinationen. Ein Ballgewinn der Gäste führte zu einem Zuspiel zu Schnödt, der aus 20 Metern abzog. Der Ball prallte von der Lattenunterkante auf den Keeper und zum 1:1 ins Tor. Die Gastgeber behielten in den meisten Zweikämpfen die Oberhand. Kurz vor der Pause gelang ihnen die erneute Führung. Böhm schlug einen Freistoß in den Strafraum und der Ball landete ohne weitere Berührung zum 2:1 im langen Eck. Nach der Pause spielte sich das Geschehen zumeist im Mittelfeld ab. Gefährliche Torraumszenen gab es kaum mehr. Aufgrund des engagierten Einsatzes ging der Heimsieg im Derby durchaus in Ordnung.

FC Dießfurt 2:1(1:0) SC Eschenbach

Tor: 1:0 (28.) Bertelshofer, 2:0 (46.) Eigentor Gradl, 2:1 (52.) Wiesent - SR: Schraml - Zuschauer: 70

(fs) Drei wichtige Punkte sicherte sich FC Dießfurt im Derby. Zunächst waren die Gäste engagierter und Torwart Käß musste in der 5. Minute gegen Wiesent mit Fußabwehr klären. Die Heimelf kam nur schwer in die Gänge und konnte sich nur wenig gegen den aggressiver auftretenden SC in Szene setzen. Nach guter Vorarbeit von Schraml nutzte Bertelshofer die Gelegenheit zum 1:0 (28.). In der 41. Minute hatte Rackl das 2:0 auf dem Fuß, doch Torwart Lehl klärte. Nur eine Minute danach vergab Rackl nochmals.

Nach der Pause setzte sich Nachwuchsspieler Simon Schmid schön durch. Seine Hereingabe lenkte Gradl zum 0:2 ins eigene Netz. Danach versäumte es der FC, für die Entscheidung zu sorgen. Rackl zielte knapp vorbei (49.). Nach dem Anschlusstreffer von A. Wiesent (52.) bekamen die Zuschauer nur noch eine zerfahrene Partie mit vielen Fehlpässen zu sehen. In der 65. Minute bot sich Schmid die Riesenchance zum 3:1, Lehl hielt den Ball und der Nachschuss ging über das Gästetor.

DJK Neustadt 1:0 (0:0) SV Neusorg

Tor: 1:0 (89./Foulelfmeter) Leroy Häffner - SR: Rabah Ghennam (SC Luhe-Wildenau) - Zuschauer: 100

(wsc) Die Gäste haderten nach dem Schlusspfiff mit dem Schicksal, waren sie doch über die gesamte Distanz das bessere Team und hätten bei mehreren besten Einschussmöglichkeiten das Spiel für sich klar entscheiden müssen. Vom Anpfiff weg wirkte der SVN selbstbewusster, wartete geduldig auf Fehler des Gegners im Spielaufbau und setzte immer wieder gefährliche Nadelstiche, zumeist über Sturmtank Tobias Holzinger. Die junge Neustädter Elf dagegen agierte ohne den gesperrten Spielertrainer Dal ängstlich und zu pomadig im Spielaufbau. So lag die Gästeführung mehrfach in der Luft. Auch nach der Pause änderte sich das Bild kaum. Neben mehreren guten Möglichkeiten hätte allein Rene Hupas bei zwei "XXL-Chancen" seinen Farben die hoch verdiente Führung bringen müssen. Zudem trafen René Söllner und Sergej Schuller nach direkten Freistößen zwei Mal nur den Pfosten des Neustädter Tores. Als die Neustädter in der Schlussphase nach mehreren brenzligen Situationen im eigenen Sechzehner und einer Gelb-Roten Karte gegen Heiko Markl einmal im Neusorger Strafraum auftauchten, wurde Jonas Stangl von SVN-Kapitän Manuel Herrmann mit einer unmotivierten Grätsche von den Beinen geholt. Leroy Häffner bedankte sich und verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zum knappen und außerordentlich glücklichen Neustädter Sieg.

DJK Ebnath 1:1 (0:1) DJK Irchenrieth

Tore: 0:1 (11.) Tiriaki, 1:1 (84.) Daubner - SR: Malik (Neustadt/ Kulm) - Zuschauer: 85

(sö) Ein bis zum Schluss spannendes, aber einseitiges Fußballspiel sahen die 85 Zuschauer. Einseitig deshalb, weil die Gäste lange Zeit wie ein sicherer Sieger aussahen, es aber versäumten, mit vier oder gar fünf Toren Unterschied zu führen. Ebnath hatte es dem Unvermögen der Gästestürmer und einem ausgezeichneten Torwart zu verdanken, dass das Spiel bis zum Schluss offen blieb. Irchenrieth begann furios, vergab zwei tolle Einschussmöglichkeiten, doch urplötzlich hätte beinahe Kaja Ebnath in Führung gebracht. Danach genügte dem Gast ein langer Ball, um die einheimische Abwehr auszuhebeln. Tiriaki tauchte allein vor dem Torwart auf und hatte keine Mühe. Es dauerte bis kurz vor dem Seitenwechsel ehe Ebnath nach einem abgefälschten Schuss von S. Söllner die zweite Möglichkeit hatte.

In Halbzeit zwei erneut Einbahnstraßenfußball. Was Irchenrieth an Möglichkeiten vergab, sollte eigentlich für zwei Spiele reichen. Es kam so, wie es wohl kommen musste: Nach einem der wenigen gut vorgetragenen Angriffe erzielte Daubner mit einem Distanzschuss in den Winkel den umjubelten Ausgleichstreffer. Letztlich ein glücklicher, aber wichtiger Punktgewinn für die Küffner-Truppe, der ein Lob für unernmüdlichen Einsatz auszusprechen ist.
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