Fußball
SpVgg SV und Stadler trennen sich einvernehmlich

Dreieinhalb Jahre lang war Christian Stadler Trainer der SpVgg SV Weiden, zuletzt dann Sportlicher Leiter: Mit einem Aufhebungsvertrag beenden die SpVgg SV Weiden und der 42-Jährige ihre Zusammenarbeit. Stadler ist von seiner Tätigkeit freigestellt und erhält noch bis 29. Februar seine Bezüge. Bild: A. Schwarzmeier
Sport
Weiden in der Oberpfalz
16.01.2016
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Aufhebungsvertrag statt fristlose Kündigung: Fußball-Bayernligist SpVgg SV Weiden und sein Sportlicher Leiter Christian Stadler haben sich darauf verständigt, ihre Zusammenarbeit einvernehmlich zu beenden.

Bei einem Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Weiden einigten sich beide Parteien am Freitag ohne Gezänk. Stadler willigte ein, dass das bis 30. Juni 2016 laufende Arbeitsverhältnis vorzeitig zum 29. Februar 2016 zu Ende geht. Bis zu diesem Zeitpunkt ist Stadler unter Fortzahlung seiner Vergütung freigestellt.

Im Gegenzug verpflichtet sich die SpVgg SV Weiden, die im Kündigungsschreiben vom 25. November 2015 aufgeführten Vorwürfe - auch Dritten gegenüber - nicht weiter aufrechtzuerhalten. Der Verein hatte Stadler vereinsschädigendes Verhalten unterstellt, da er vier aktive Spieler dem Nachbarverein und Landesligisten SV Etzenricht angeboten habe. Zudem führte die SpVgg SV bei der fristlosen Kündigung ins Feld, dass Stadler den Sportvorstand Philipp Kaufmann "schwer beleidigt" habe.

"Wir wollten immer eine saubere Lösung. Die hätten wir aber auch ohne Hinzuziehung von Rechtsanwälten hinbekommen können", kommentierte SpVgg-SV-Vorsitzender Kurt Haas die Einigung. Und auch Stadler gab sich halbwegs versöhnlich. "Mir ging es in erster Linie darum, dass meine Reputation nicht beschädigt wird", meinte der 42-Jährige. "Das Ganze ist ja nichts gegen die SpVgg SV Weiden. Es ist etwas zwischen zwei Personen. Und da ist es Fakt, dass es halt nicht mehr geht." Eine Aussage, die auf sein zerrüttetes Verhältnis zu Philipp Kaufmann gemünzt ist.

Um professionellere Strukturen zu schaffen, hatte Bayernligist SpVgg SV Weiden im Sommer 2015 die Kompetenzen neu verteilt. Nach dreieinhalb Jahren erfolgreicher Tätigkeit als Trainer übernahm Stadler zum Saisonstart das neu geschaffene Amt des Sportlichen Leiters. Zugleich rückte Kaufmann als Sportvorstand in die Führungsetage auf.

Die Chemie zwischen Stadler und Kaufmann stimmte nur anfänglich. Im Laufe der Vorrunde wurden Meinungsunterschiede deutlich, entstanden Reibungspunkte und Konfliktpotenzial. Zuletzt hatte Haas die Neuausrichtung der sportlichen Führungsebene als "Irrweg", die Schaffung des Postens eines Sportlichen Leiters als Fehler bezeichnet. Mit der Trennung von Stadler, die Haas bereits Mitte Dezember bestätigt hatte (wir berichteten), hofft der Verein, wieder in emotional ruhigeres Fahrwasser zu kommen.
Wir wollten immer eine saubere Lösung. Die hätten wir aber auch ohne Hinzuziehung von Rechtsanwälten hinbekommen können.Kurt Haas, Vorsitzender der SpVgg SV Weiden
Mir ging es in erster Linie darum, dass meine Reputation nicht beschädigt wird.Christian Stadler
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