Fußball
SpVgg SV völlig verunsichert

Vor Wochenfrist kassierte der SV Erlenbach beim FC Amberg noch eine 0:6-Klatsche. Am Weidener Wasserwerk zeigten sich die Unterfranken gut erholt und entführten mit einem 4:1-Sieg überraschend die Punkte. SpVgg-SV-Mittelfeldspieler Thomas Schneider (rechts) wird in dieser Szene von der Erlenbacher Defensive geblockt. Bild: Büttner
Sport
Weiden in der Oberpfalz
08.08.2016
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Vor Wochenfrist kassierte der SV Erlenbach beim FC Amberg noch eine 0:6-Klatsche. Am Weidener Wasserwerk zeigten sich die Unterfranken gut erholt und entführten mit einem 4:1-Sieg überraschend die Punkte. SpVgg-SV-Mittelfeldspieler Thomas Schneider (rechts) wird in dieser Szene von der Erlenbacher Defensive geblockt. Bild: hfz

Schwere Zeiten am Weidener Wasserwerk. Die SpVgg SV Weiden hat den erhofften Befreiungsschlag verpasst und muss ihre Ambitionen auf einen Spitzenplatz erst einmal weit hinten anstellen.

Die 1:4 (1:1)-Heimniederlage am Samstag gegen den SV Erlenbach war bereits die vierte Einbuße im sechsten Spiel dieser Bayernligasaison. Dementsprechend bedient war Weidens Trainer Tomas Galasek nach der Partie: "Wir betreiben viel Aufwand, aber es kommt nichts dabei heraus. Bis zur 70. Minute haben wir das noch ganz ordentlich gemacht. Aber dann fallen die Gegentore wieder zu einfach."

Trotzdem will der Tscheche die Flinte nicht ins Korn werfen: "Wir kommen da zusammen wieder raus. Die Spieler sind verunsichert und brauchen wieder Selbstbewusstsein. Das müssen wir uns jetzt eben erarbeiten."

Auf der anderen Seite war der Interimscoach der Gäste, Heinrich Hartmut, der den auf einer Fortbildung weilenden Trainer Marco Roth vertrat, glücklich über den Sieg: "Wir wollten eine Antwort auf die 0:6-Niederlage in Amberg geben. Das haben wir heute eindrucksvoll geschafft. Das Ergebnis ist ein wenig zu hoch ausgefallen, denn der Spielverlauf war enger."

In der Tat begann die Begegnung vor 250 Zuschauer im Sparda-Bank-Stadion ausgeglichen. Beide Teams agierten hektisch, mit offenem Visier und vielen langen Bällen. So spielten sich viele Szenen vor den beiden Toren ab. Die beiden Defensivreihen wirkten nicht immer sicher. Das nach dem Ausfall von Andreas Wendl (gesperrt) und Alexander Jobst (verletzt) neu formierte Innenverteidigerduo Tobias Plößner und Dennis Paulus machte eine ordentliche Partie.

In der 12. Minute hätte die SpVgg SV mit einem frühen Tor für ein wenig Ruhe sorgen können. Zuerst fing Josef Rodler einen zu kurzen Rückpass auf Torhüter Christos Patsiouras ab und umspielte diesen, er wurde aber im letzten Moment von Stephan Krug gestört. Bei der darauffolgenden Ecke stand Selim Erdem goldrichtig und blockte Ralph Egeters Kopfball auf der Linie. Aber auch Erlenbach hatte kurz danach eine doppelte Einschussmöglichkeit. Bei Giulio Fiordellisis Schuss und dem anschließenden Kopfball von Fabian Neuberger rettete zweimal die Latte für die SpVgg SV (14.).

Egeter mit dem Pausenpfiff


Eine Unachtsamkeit in der Weidener Abwehr sorgte für den ersten Treffer. Ein eigentlich harmloser langer Ball aus dem Halbfeld ging durch Freund und Feind hindurch und so musste Fiordellisi die Hereingabe von Philipp Hörst nur noch aus kurzer Distanz über die Linie drücken (30.). Die SpVgg SV gab aber noch vor der Pause die passende Antwort. Eine Direktkombination an der 16-Meterraumkante schloss Ralph Egeter mit dem Pausenpfiff zum Ausgleich ab (45.).

In der zweiten Hälfte begannen die Kontrahenten verhaltener. Die SpVgg SV hatte hier durch Thomas Schneider und Lukas Hudec zwei gute Möglichkeiten zur Führung (53.). "Wenn wir das 2:1 machen, läuft das Spiel wohl anders. Eine Führung hätte ein wenig Ruhe in unser Spiel bringen können", bemerkte Galasek. Aber stattdessen setzte der SV Erlenbach den entscheidenden Schlag. Die beiden Treffer durch Patrick Badowski (67./73.) wurden nahezu identisch über die rechte Seite herausgespielt und kappten das Spiel der Gastgeber komplett. Weiden wirkte verunsichert und brachte kaum noch etwas auf den Rasen. Am Ende sorgte Fiordellisi mit seinem zweiten Treffer für eine noch höhere Niederlage (84.).

Die Wasserwerkelf hat damit ähnlich wie in der letzten Saison einen klassischen Fehlstart hingelegt und muss den Schalter zügig umlegen. Am Mittwoch bietet sich beim Landesligisten SV Sorghof im Totopokal die Möglichkeit, wieder dringend notwendiges Selbstvertrauen zu tanken.
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