Fußball: SpVgg SV Weiden gegen den FC Amberg
Trainer Franz Koller glaubt an Derbysieg

Nach zwei Spielen wartet Franz Koller noch auf den ersten Sieg mit der SpVgg SV Weiden. Im dritten Anlauf soll es klappen, auch wenn der Gegner am Samstag im prestigeträchtigen Derby FC Amberg heißt. Bild: ref
Sport
Weiden in der Oberpfalz
23.11.2016
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Vom Mitfavoriten zum Abstiegskandidaten: Die SpVgg SV Weiden ist tief gefallen in der Fußball-Bayernliga Nord. Im Derby am Samstag gegen den FC Amberg muss ein Sieg her. Und den traut der neue Mann an der Seitenlinie seinen Spielern auch zu.

"Wir haben die Qualität, dieses Spiel zu gewinnen", meint Franz Koller. Seit drei Wochen hat der 40-Jährige das sportliche Sagen am Wasserwerk. Sein alleiniger Auftrag: Den Klassenerhalt für die Schwarz-Blauen sicherstellen. Im NT-Interview spricht Koller über die Chancen auf den Ligaverbleib - und die Aussichten auf einen Erfolg im Derby gegen den Rivalen Amberg.

Herr Koller, erst 0:3 in Ammerthal, dann 1:1 in Würzburg. Ein Statistiker könnte daraus ableiten, dass in ihrem dritten Spiel als Trainer der SpVgg SV ein Sieg fällig ist. Haben Sie den Dreier auch auf der Rechnung?

Koller: Der wäre natürlich ein Traum in unserer Situation. Es muss unser Ansinnen sein, die drei Punkte zu holen, ganz klar.

Was macht Sie zuversichtlich, dass es mit einem Derbysieg klappen könnte?

Ganz einfach der Aufwärtstrend, den die Mannschaft zeigt. Wir haben den Umfang und die Intensität der Trainingsarbeit gewaltig nach oben geschraubt. Die Mannschaft arbeitet sehr gut und gezielt mit. Beim 1:1 in Würzburg hat sich dies bereits positiv ausgewirkt.

Inwiefern?

Es war die Körpersprache da, unbedingt punkten zu wollen. Wir waren über weite Strecken die bessere Mannschaft, leider haben wir uns nicht mit einem Sieg belohnt. Es hat zum ersten Mal nach langer Zeit wieder nach Fußball ausgesehen, was wir gezeigt haben. Das haben die Spieler mir gegenüber bestätigt.

Sie haben die Mannschaft seit drei Wochen unter Ihren Fittichen. Wie steht's mit dem Seelenleben ihrer Schützlinge?

Es ist klar, dass die Ambitionen ganz andere waren. Die neue Situation muss man als Spieler erst mal verarbeiten. Die Mannschaft weiß, dass sie sich da hineinmanövriert hat und alle Hebel in Bewegung setzen muss, um wieder unten rauszukommen.

Wo hapert's aktuell? An welchen Rädchen müssen Sie noch drehen?

Der Spielaufbau aus der Viererkette heraus ist verbesserungswürdig. Das haben wir in der Kürze der Zeit noch nicht angehen können. Das ist eine Aufgabe für Arbeit in der Winterpause. Da gilt es dann auch, die Spieler in eine bessere körperliche Verfassung zu bringen.

Noch vor eineinhalb Jahren stand das Derby zwischen Weiden und Amberg unter ganz anderen Vorzeichen. Da ging es um Meisterschaft und Regionalligaaufstieg. Jetzt ist es fast schon ein Kellerduell. Zeigt dies, wie schnelllebig der Fußball ist?

Fußball ist ein Tagesgeschäft. Egal ob bei den Profis oder im Amateurfußball. Beide Mannschaften stehen in der Bayernliga mit dem Rücken zur Wand. Wir haben in 20 Spielen gerade einmal 20 Punkte gesammelt. Das ist viel zu wenig. Amberg hat aber eine schlechte Phase hinter sich und nur vier Zähler mehr. Eins ist klar: Beide wollen und müssen am Samstag punkten.

Wie gut kennen Sie den FC Amberg? Es gab ja aufgrund der Spielausfälle zuletzt kaum Gelegenheit zu Spielbeobachtungen ...

Ich denke, dass ich genügend Informationsquellen habe. Grundsätzlich bin ich aber ein Trainer, der in erster Linie das Augenmerk auf die Stärken der eigenen Mannschaft legt.

Wie gut ist Ihr Kontakt zu FCA-Trainer Günter Brandl?

Sehr gut. Wir kennen uns beide nicht nur von der DFB-Stützpunkt-Arbeit, sondern von vielen Spielen aus unseren früheren Trainerstationen. Wir telefonieren relativ oft und schätzen uns beide sehr.

Ob das Derby zu einem Fußballfest wird, ist auch von den äußerlichen Gegebenheiten abhängig. Der Rasen im Weidener Sparda-Bank-Stadion ist in einem gelinde gesagt holprigen Zustand. Ist da dem Zufall Tür und Tor geöffnet?

Im November sind die Platzverhältnisse fast überall immer schwierig. Aber hier sind sie wirklich mehr als schlecht. Mit Sicherheit wird es am Samstag über den Kampf gehen. Wir hoffen, dass der Fußballgott und der Rasen ein bisschen mehr auf unserer Seite sind und der Ball eher in unsere Richtung springt. Unabhängig davon, glaube ich dass wir die Qualität haben, um das Spiel zu gewinnen.

Egal, wie das Derby ausgeht: Schafft die SpVgg SV den direkten Klassenerhalt?

Es wird wahrscheinlich ein Kampf bis zum letzten Spieltag, da darf man sich keinen Illusionen hingeben. Wir haben aktuell einfach zu wenige Punkte, um davon ausgehen zu können, dass wir uns frühzeitig retten können. Wenn die aktuell fehlenden Leistungsträger zurückkehren und wir uns kontinuierlich auf die Restrunde vorbereiten können, wird es möglich sein, die Liga zu erhalten.
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