Fußball
SpVgg SV Weiden und Stadler trennen sich

Wenn etwas nicht so funktioniert wie gedacht, dann muss man auch den Mut haben, den Irrweg zu verlassen und wieder umzudrehen.
Sport
Weiden in der Oberpfalz
18.12.2015
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Die Konstruktion war gut gemeint, erwies sich aber als nicht praktikabel: Fußball-Bayernligist SpVgg SV Weiden und sein Sportlicher Leiter Christian Stadler ziehen einen Schlussstrich und gehen demnächst getrennte Wege.

Es ist ein Schritt, der den Beteiligten schwerfällt, aber mit dem Sprichwort "Zu viele Köche verderben den Brei" am besten beschrieben ist. "Wenn etwas nicht so funktioniert als gedacht, dann muss man auch den Mut haben, den Irrweg zu verlassen und wieder umzudrehen", sagt SpVgg-SV-Vorsitzender Kurt Haas. Mit "Irrweg" meint Haas die im Sommer 2015 vorgenommene Neuausrichtung der sportlichen Führungsebene.

Um professionellere Strukturen zu schaffen, hatten die Schwarz-Blauen die Kompetenzen zum Saisonstart 2015/16 neu verteilt. Nach dreieinhalb Jahren erfolgreicher Tätigkeit als Trainer übernahm Christian Stadler das neu geschaffene Amt des Sportlichen Leiters. Der Ex-Coach sollte seine Erfahrung einbringen, Neu-Trainer Tomas Galasek zur Seite stehen und sich künftig um alle Belange rund um den Kader und Spielbetrieb kümmern. Während Thomas Binner nur noch für organisatorisch-technische Dinge verantwortlich zeichnete, rückte Philipp Kaufmann als Sportvorstand in die Führungsetage des Vereins auf.

Verschiedene Meinungen


Ein Konstrukt, von dem sich die Verantwortlichen positive Effekte erhofft hatten. Die blieben aber im Großen und Ganzen aus. Im Gegenteil: Unterschiedliche Auffassungen unter den handelnden Personen führten dem Vernehmen nach zu Reibungsverlusten. "Es gibt bezüglich der sportlichen Ausrichtung verschiedene Meinungen", beschreibt Haas ein Kernproblem. Diese, so betont der Vereinschef, seien aber "keine Differenzen im negativen Sinne" und hätten auch nichts mit dem Saisonverlauf zu tun. "Wir alle wollen den Erfolg. Wenn aber der eine in die Richtung will, der andere woanders hin, dann gibt es keine Lösung, bei der man zusammenkommt."

Im Nachhinein, so räumt Haas ein, sei es ein Fehler gewesen, den Posten eines Sportlichen Leiters zu schaffen. "Wir haben einen Ex-Profi als Trainer, einen Sportvorstand, einen Technischen Leiter und auch noch einen Sportlichen Leiter. Das ist einfach zu viel des Guten." Wann die Zusammenarbeit zwischen der SpVgg SV und Stadler genau endet, ist noch nicht vereinbart. Beide Parteien befinden sich im Gespräch. "Wir arbeiten an einer sauberen und zeitnahen Lösung", sagt Haas. Die Trennung solle "von gegenseitigem Respekt" getragen sein, "Christian Stadler hat jahrelang einen hervorragenden Job gemacht. Wir wollen in einem positiven Klima auseinandergehen."
Wenn etwas nicht so funktioniert wie gedacht, dann muss man auch den Mut haben, den Irrweg zu verlassen und wieder umzudrehen.Kurt Haas, Vorsitzender der SpVgg SV Weiden
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