Hohe Hürden für Olympia
Schwimmer Philipp Wolf muss sich um gut eine Sekunde steigern

In den letzten zwei Jahren lief es auf der Langbahn auch nicht so gut.
Sport
Weiden in der Oberpfalz
04.02.2016
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München/Altenstadt. Die Höhe der ersten Hürde auf dem Weg nach Rio de Janeiro für Philipp Wolf steht fest. Der deutsche Schwimmverband hat die ersten Qualifikationsnormen für die Olympischen Spiele im August herausgegeben. Der Schwimmer aus Altenstadt/WN kommentiert das Ganze relativ trocken: "Das war mir schon klar, dass man so eine Zeit braucht." Damit sich der 23-jährige Oberpfälzer den großen Traum erfüllen kann, muss er am 7. Mai bei den deutschen Meisterschaften in Berlin über die 100 Meter Freistil im Vorlauf unter 49,12 Sekunden bleiben, im Finale dann unter 48,81 Sekunden.

Gute Sekunde verbessern


Die bisherige Bestzeit Wolfs auf dieser Strecke liegt bei 49,93 Sekunden. Eine gute Sekunde muss er noch schneller werden. "Und in den letzten zwei Jahren lief es auf der Langbahn auch nicht so gut", klingt er zunächst nicht allzu euphorisch. Mut macht Wolf aber dennoch einiges: Auch in dieser Kurzbahn-Saison hat er seine persönliche Bestzeit auf dieser Strecke um eineinhalb Sekunden verbessert, "Ich bleibe jetzt mal zurückhaltend, schaue, was rauskommt", sagt der Oberpfälzer. Sollte er die erste Hürde in Berlin nehmen, müsste er die Zeiten noch bei einem anderen, internationalen Wettbewerb bestätigen. Diese Zeiten gelten alle für einen Einzelstart in Rio, wobei maximal zwei deutsche Schwimmer pro Strecke teilnehmen können. Ein Platz dürfte von Steffen Deibler besetzt werden.

Für eine Staffelteilnahme in Rio reicht Wolf aber wahrscheinlich auch eine schlechtere Zeit. In Brasilien wird auf jeden Fall eine 4x100-Freistil-Staffel an den Start gehen. Unter die besten vier Deutschen auf dieser Strecke zu kommen, das müsste zu schaffen sein. "Aber dann muss man auch erst einmal schauen, was sie machen", sagt er mit Blickrichtung Schwimmverband.

Nach einer Grippe im Januar ist Wolf derzeit wieder voll im Training. "Natürlich muss ich diese zehn Tage auch noch aufholen." Am Samstag und Sonntag geht er mit seinen Teamkollegen von der SG Stadtwerke München bei den deutschen Mannschafts-Meisterschaften in Essen an den Start. "Wir haben nur eine Notaufstellung", erklärt Wolf, der nach dem Meistertitel vor zwei Jahren und Platz zwei im Vorjahr "auf jeden Fall unter die ersten drei kommen" will. Insgesamt fünf Starts (100 und 200 Meter Rücken, 100 Meter Kraul, 100 Meter Schmetterling und 200 Meter Lagen) absolviert er zum Abschluss der Kurzbahn-Saison in Essen.

Weiter hoffen auf Bronze


Ob er als Viertplatzierter doch noch Bronze von der EM in Israel im Dezember bekommt (wir berichteten), steht noch nicht fest. Das Verfahren gegen den des Dopings verdächtigten EM-Dritten aus Polen läuft, ein Ende ist nicht absehbar. Einen Kopf macht sich Wolf deswegen nicht. Er blickt nicht zurück nach Israel, er blickt voraus Richtung Rio.
In den letzten zwei Jahren lief es auf der Langbahn auch nicht so gut.Philipp Wolf
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