Juniorenfußball
SpVgg SV und FC Weiden-Ost - Kooperation auf Vertrauensbasis

Mit einer Kooperations-Vereinbarung besiegelten die SpVgg SV Weiden und der FC Weiden-Ost ihre künftig enge Zusammenarbeit im Juniorenbereich. Von links: U19-Trainer Alexander Lache, NLZ-Koordinator Rainer Fachtan, Ost-Vorsitzender Franz Bäumler, FC-Abteilungsleiter Marcus Meier, SpVgg-SV-Sportvorstand Philipp Kaufmann, Bürgermeister Lothar Höher und 2. Ost-Vorstand Engelbert Schedl. Bild: A. Schwarzmeier
Sport
Weiden in der Oberpfalz
16.08.2016
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Miteinander statt Gegeneinander, Vertrauen statt Rivalität: Mit einer Kooperations-Vereinbarung für den Juniorenbereich setzen die SpVgg SV Weiden und der FC Weiden-Ost ein Signal für die Zukunft. Eines, das auch die Lokalpolitik begrüßt.

Für Lothar Höher besteht kein Zweifel: Vereine müssten im Zuge der demografischen Veränderungen mehr denn je "Herausforderungen annehmen, sich neu organisieren. Die SpVgg und der FC Ost sind da Vorreiter", lobte der Bürgermeister. "Ich bin sicher, dass dies nicht die letzte Kooperation ist, die unter Sportvereinen in Weiden geschlossen wird."

Allerdings: Um Quantität, also die Nachwuchssicherung selbst, geht es den beiden Fußballklubs derzeit nur nachrangig. Denn an Zulauf von Kindern und Jugendlichen mangelt es auf beiden Seiten nicht. "Wir haben aktuell keine Nachwuchssorgen. Unsere Zusammenarbeit ist deshalb auch weit weg vom Gedanken einer Jugendfördergemeinschaft", sagt Ost-Abteilungsleiter Marcus Meier. Vielmehr sei es das vorrangige Ziel, "den Fußball-Standort Weiden auf Dauer zu stärken". Eine Sichtweise, die der Partner teilt. "Unser Nachwuchsleistungszentrum und auch der FC Ost verfügen über eine große Basis von guten Juniorenspielern", erklärt Rainer Fachtan. Diese umfassend zu fördern, sei das oberste Anliegen. "Beide Vereine können voneinander profitieren. Es ist eine win-win-Situation", unterstreicht der NLZ-Koordinator. "Wir wollen keine Konkurrenten sein, sondern gemeinsame Ziele verfolgen."

Und die finden sich in der Präambel der Kooperations-Vereinbarung. Dort heißt es: "Die beiden Vereine streben ein enge Zusammenarbeit in der Talentsichtung, der Talentausbildung und der Talentförderung an ... Das Ziel lautet, die besten Talente der Region früh in unsere Vereine zu holen und gezielt mit ihnen zu arbeiten. Grundvoraussetzung dafür ist eine hohe Qualität in der Ausbildung und der verantwortlichen Ausbilder."

Auch Spielerausleihe


Konkret ist unter anderem vereinbart: Trainer und Jugendleiter werden künftig in intensivem Kontakt stehen, zusammen das Scouting von Talenten vornehmen, ein gemeinsames Ausbildungskonzept verfolgen sowie Vergleichsturniere und Freundschaftsspiele untereinander forcieren. Damit nicht genug. Auch das "Verschieben/Ausleihen" von Spielern ist angedacht. "Der Leistungsgedanke spielt dabei natürlich eine Rolle", sagt SpVgg-SV-Sportvorstand Philipp Kaufmann. "Wir wollen in den Junioren-Bayernligen vertreten sein, der FC Ost in der Bezirksoberliga, vielleicht auch Landesliga."

Wie sehr sich beide Fußballvereine annähern wollen, zeigt ein weiterer Gedanke. "Leitlinien und Philosophien beider Vereine sind untereinander kommuniziert und werden gemeinsam nach innen und auch in der Öffentlichkeit vorgelebt", heißt es in der Vereinbarung. Dazu gehört, dass der FC Ost künftig offizieller Partner des SpVgg-SV-Nachwuchsleistungszentrums ist und damit auch werben kann. "Das ist ein Stück Zukunft. Die Kooperation ist eine hervorragende Sache", freut sich Ost-Vorsitzender Franz Bäumler. Und Marcus Meier betont: "Dies ist nur möglich, weil auf beiden Seiten vernünftige Personen am Ruder sind, die nachhaltig denken."

Beide Vereine können voneinander profitieren. Es ist eine win-win-Situation.Rainer Fachtan, Koordinator am NLZ der SpVgg SV Weiden


Dies ist nur möglich, weil auf beiden Seiten vernünftige Personen am Ruder sind, die nachhaltig denken.Marcus Meier, Abteilungsleiter des FC Weiden-Ost


Kunstrasenplatz ein MussDie Kooperation zwischen der SpVgg SV und dem FC Ost fußt auf gegenseitigem Vertrauen und der intensiven Zusammenarbeit der Trainerstäbe. Ein wichtiger Baustein optimaler Talentförderung ist aber auch die Infrastruktur. Und hier hapert es vor allem an einer Stelle. "Wir benötigen unbedingt einen Kunstrasenplatz", lautet die Forderung nicht nur von Ost-Vorsitzendem Franz Bäumler. "Der ist lebenswichtig am Fußball-Standort Weiden."

NLZ-Koordinator Rainer Fachtan rechnet vor, dass mittlerweile der Trainings- und Spielbetrieb auch bei den Junioren bis in den Spätherbst reiche und bereits im ausgehenden Winter wieder beginne. "Wir brauchen vernünftige Sportplätze, um den Anforderungen gerecht zu werden. Und dazu gehört auch Kunstrasen, wie ihn viele Städte bereits besitzen." Eine Meinung, die Philipp Kaufmann teilt. Der SpVgg-SV-Sportvorstand bewertet den Bau von Kunstrasenplätzen als "strategische Entscheidung. Die ist dringend notwendig".

In der Lokalpolitik sei das Thema angekommen, versichert Bürgermeister Lothar Höher. "Der Wille ist da, etwas zu machen. Aber jeder kennt auch die finanzielle Situation unserer Stadt."
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