Neues Gesicht dank fünf Aufsteigern
Botox für Bezirksliga Nord

Letztes Jahr in der Kreisliga, in der neuen Saison in der Bezirksliga: Das Duell FC Wernberg (in grün) gegen den TSV Tännesberg gibt es erneut. Bild: G. Büttner
Sport
Weiden in der Oberpfalz
20.07.2016
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Die Bezirksliga Nord der neuen Saison hat was von einer Millionärsgattin aus Hollywood nach der fünften Botox-Behandlung: Sie hat ein neues Gesicht. In dem am Freitag beginnenden Spieljahr 2016/17 gehen fünf Aufsteiger an den Start.

Fast ein Drittel ist neu. Der SV Raigering war nur kurz weg, nach einem Jahr in der Kreisliga kehrten die Panduren wieder in die Bezirksliga zurück. Der TuS Kastl brauchte zwei Jahre, um den Wiederaufstieg zu schaffen. Bei der SpVgg Schirmitz dauerte es länger: Nach neun Jahren spielen die Schirmitzer wieder auf Bezirksebene. Der FC Wernberg musste ein Jahr länger warten. Einziger echter Frischling: Der TSV Tännesberg spielte noch nie in der Bezirksliga.

Kurz vor dem Saisonstart ist die Gemütslage bei den Aufsteigern ähnlich. Alle sind heiß auf das erste Spiel in der neuen Liga, alle wären mit dem Klassenerhalt zufrieden. Die Vorbereitung lief dagegen sehr unterschiedlich, wie die jeweiligen Abteilungsleiter mitteilen.

SV Raigering

Joachim Pirzer vom SV Raigering hält sich knapp: "Die Stimmung ist gut. Mit der Vorbereitung sind wir sehr zufrieden." Gegen die SpVgg SV Weiden spielte der SVR 1:1, gegen den FC Amberg verlor er knapp mit 2:3. "Beide Teams waren nicht schlecht aufgestellt", stellt Pirzer heraus. Im Toto-Pokal setzte Raigering beim 6:1 gegen Bezirksliga-Absteiger SV Freudenberg ein weiteres Ausrufezeichen. Es läuft bereits beim SVR, trotzdem bleibt der Klassenverbleib laut Pirzer das Ziel: "Wir sind erstmal mit dem Klassenerhalt zufrieden. Wenn's mehr wird, ist es auch in Ordnung."

TuS Kastl

Beim Mitaufsteiger aus der Kreisliga Süd, dem TuS Kastl, sieht die Lage anders aus. Abteilungsleiter Christian Hondl sagt: "Die Aufstiegseuphorie ist schon noch da, aber wir sind auf dem Boden der Tatsachen geblieben." Die personelle Situation lässt nichts Großes erwarten, gibt Hondl zu. Bereits in der Kreisliga sei der Kader zu klein gewesen. Jetzt kam nur ein Neuer dazu. "Wir versuchen nicht abzusteigen, aber das wird schwierig", sagt der Kastler. Dazu kommt die Urlaubsproblematik: "Gerade am Doppelspieltag werden etliche im Urlaub sein. Da trifft's uns." Die Vorbereitung habe man wegen der anstrengenden Relegation bewusst auf drei Wochen begrenzt. Das einzige Testspiel gewannen die Schweppermänner mit 7:1 gegen den Regensburger Kreisklassisten TV Velburg. Zum Abschluss der Vorbereitung gewann der TuS am Wochenende das Lauterachpokal-Turnier.

SpVgg Schirmitz

Das Auftaktprogramm von Kreisliga-Nord-Meister SpVgg Schirmitz mit FC Amberg II, SC Katzdorf und TSV Detag Wernberg ist happig. SpVgg-Abteilungsleiter Christian Schieder sieht seine Truppe ohnehin als Außenseiter: "Wir sind der Underdog." Die Bezirksliga ist stärker als damals, als Schirmitz das letzte Mal in der Klasse spielte, sagt Schieder. "Jetzt müssen wir in jedem Spiel 120 Prozent geben." In der Kreisliga sei das nur alle drei Wochen nötig gewesen. Jetzt jedes Wochenende. Schieder: "Nix mehr mit Larifari." Die Schirmitzer setzen auf die mit vier Spielern verstärkte Meistermannschaft. "Das ist eine gewachsene Truppe, davon möchten wir profitieren", sagt der Abteilungsleiter.

FC Wernberg

Auch der FC Wernberg baut auf seine Aufstiegshelden. Fünf Neuzugänge waren ins Team zu integrieren. "Das lief harmonisch. Die Neuen passen in die Truppe", sagt FC-Fußballchef Markus Weber. Jetzt sei die Mannschaft breiter aufgestellt. Mit Verletzten oder Urlaubern habe der Aufsteiger keine Probleme. "Das ist eine Truppe, die ihren Urlaub nach dem Fußball richtet," teilt Weber mit. Die Vorbereitung lief "ideal": Der FC siegte bei zwei Pokalturnieren. Auch sonst feierte das Team von Trainer Erwin Zimmermann fast nur klare Siege. Weber weiß: "Man kann zwar nichts drauf geben, aber es läuft richtig gut bei uns."

TSV Tännesberg

Das kann der TSV Tännesberg nicht behaupten. Bis auf einen knappen Sieg gegen Kreisklassist TuS Schnaittenbach verloren die Tännesberger alle Spiele klar. Zuletzt wurden sie von Kreisligist FC Furth mit 8:0 abgewatscht. Abteilungsleiter Sven Stock ist ein bisschen ratlos: "Wir wissen selbst nicht, woran es genau liegt. Wir sind momentan noch K. o., das Training ist sehr intensiv. Vielleicht ist noch eine Blockade da." Trotzdem geht Stock optimistisch in die Saison: "Ein Punktspiel ist immer anders als die Vorbereitung. Die Spieler sind froh, wenn's endlich losgeht, wenn sie in den Spielrhythmus kommen."
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