Olympia 2016 - Däbritz, Scherl, Wolf und Steger
Unsere Region bei Olympia

Bild: dpa
Sport
Weiden in der Oberpfalz
04.08.2016
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Es ist das Größte in ihrem sportlichen Leben. All die Mühen der vergangenen Jahre haben sich mit der Teilnahme schon gelohnt. Die Oberpfälzer Sara Däbritz, Anja Scherl, Philipp Wolf und Bastian Steger sorgen auch in der Region für Olympia-Stimmung.

Amberg/Weiden. So stark vertreten war die mittlere und nördliche Oberpfalz bei Olympia noch nie: An den Sommerspielen in Rio de Janeiro, die am Freitag starten und bis Sonntag, 21. August, dauern, nehmen vier Athleten teil, die aus der Region zwischen Tirschenreuth und Schwandorf, zwischen Sulzbach-Rosenberg und Waidhaus stammen. Insgesamt sind 423 deutsche Sportler dabei.

Ein alter Hase in Sachen Olympia ist Tischtennisprofi Bastian Steger.Der gebürtige Oberviechtacher, der gleich nebenan in Winklarn (Kreis Schwandorf) aufgewachsen ist, reist schon zum dritten Mal zu Olympischen Spielen. "Es ist noch immer etwas ganz besonderes", sagt der 35-Jährige, der in Düsseldorf trainiert und für Werder Bremen in der Bundesliga spielt. 2008 war er Ersatzmann bei den Spielen in Peking, durfte nicht einmal ins Olympische Dorf. Dementsprechend groß war der Frust. 2012 holte er in London mit Deutschland im Teamwettbewerb Bronze. Auch dieses Mal ist Edelmetall das Ziel. Top-Favorit auf Gold bei dem Wettbewerb, der in der zweiten Olympia-Woche startet, ist wie immer China. Aber Steger könnte sich den Auftritt in Rio versilbern.

Einfach riesig. Wir sind jetzt seit zwei Tagen hier. Wahnsinnig beeindruckend.Philipp Wolf


Die anderen Sportler aus der Region feiern Olympia-Premiere: Anja Scherl aus Ursensollen (Kreis Amberg-Sulzbach) war zu Jahresbeginn nur absoluten Leichtathletik-Experten ein Begriff. Binnen kürzester Zeit entwickelte sich die 30-Jährige zu einer der besten Marathonläuferinnen Deutschlands. Beim Hamburg-Marathon Mitte April lief sie, die mittlerweile für Telis Regensburg startet, die gut 42 Kilometer in exzellenten 2:27:50 Stunden. Für ihren Mann und Trainer Marco stand fest: "Das war das Rennen ihres Lebens." Am Sonntag, 14. August, will sie in den Häuserschluchten Rios noch einmal so ein Rennen hinlegen. Dann drücken auch viele in Weiden die Daumen, denn Scherl war zu Beginn ihrer Karriere für die dortige DJK unterwegs.

Ich glaube, das sind mindestens 30 Wohngebäude mit jeweils 18 Stockwerken. Unsere Wohnungen sind super in Ordnung. Nur in den unteren Etagen soll es ab und zu aus der Wand tropfen.Philipp Wolf


Ihren ersten Einsatz bei Olympia hat Sara Däbritz schon hinter sich. Und was für einen. Die Fußballerin aus Ebermannsdorf (Kreis Amberg-Sulzbach) spielte in der Nacht zum Donnerstag mit den deutschen Fußballfrauen gegen Simbabwe und traf gleich beim 6:1 - in São Paulo. Natürlich will die 21-Jährige auch unbedingt ins Olympia-Herz - nach Rio. Dort wird am Freitag, 19. August, im legendären Maracanã-Stadion das Finale ausgetragen. Die Offensivspielerin des FC Bayern, die, wenn immer es geht, nach Hause nach Ebermannsdorf und Amberg kommt, hatte schon nach ihrer Nominierung vor einigen Wochen gejubelt: "Einfach ein Traum. Ich freue mich auch auf das ganze Drumherum bei Olympia." Däbritz hat zwar schon WM-Erfahrung: "Aber Olympia ist noch einmal etwas ganz anderes."

Die Schwimmhalle ist super cool. Toll ist vor allem, dass die Tribüne um das ganze Becken geht. Wie in einer Basketball-Arena.Philipp Wolf


Schwimmer Philipp Wolf aus Altenstadt/WN (Kreis Neustadt/WM) fischte in letzter Sekunde das Rio-Ticket aus dem Schwimmbecken. Mit seiner starken Leistung bei den German Open in Berlin Anfang Juli überzeugte er auch Bundestrainer Henning Lambertz. "Ich sehe Olympia als Bestätigung für meine harte Arbeit", sagt der 23-Jährige, der schon einige Enttäuschungen in seiner jungen Karriere hinnehmen musste. Beim SV Weiden machte er einst das Seepferdchen, feierte erste Erfolge, jetzt schwimmt er für die SG Stadtwerke München. In Rio soll er am kommenden Sonntag in der 4x100-Meter-Freistil-Staffel zum Einsatz kommen. Das DSV-Quartett hat beste Finalchancen. Wolf ist schon seit zwei Wochen in Brasilien, Anfang der Woche zog er ins Olympische Dorf ein. "Ich kann es kaum erwarten, dass es los geht", sagt er. Jetzt geht's los!

"Einfach riesig": Wolfs erste Rio-EindrückeRio. (mr) Olympia ist eine ganz andere Welt: Ist das ganze Drumherum bei deutschen Meisterschaften oder internationalen Titelkämpfen schon imposant, toppen die Sommerspiele noch einmal alles.

So erlebt auch Schwimmer Philipp Wolf aus Altenstadt/WN (Kreis Neustadt/WN) seine ersten Tage in Rio de Janeiro. "Wir sind jetzt seit zwei Tagen hier", schrieb der Oberpfälzer in der Nacht zum Donnerstag. Und der erste Eindruck? "Wahnsinnig beeindruckend." Das Dorf sei riesig. "Ich glaube, das sind mindestens 30 Wohngebäude mit jeweils 18 Stockwerken." Die Meldungen, dass es überall in den Gebäuden noch etwas hakt, kann der 23-Jährige nicht bestätigen: "Unsere Wohnungen sind super in Ordnung. Nur in den unteren Etagen soll es ab und zu aus der Wand tropfen." Auch die Mensa sei total großzügig geplant. Viele Ausgabestellen, die Essensangebote sind nach Ländern unterteilt.

Aber Wolf und Kollegen sind ja zum Schwimmen. Und da ist schon das Ambiente der Wettkampfstätte eine Klasse für sich. Das "Olympic Aquatics Stadium" im Olympiapark bietet 15 000 Schwimm-Fans Platz. Wolf hat schon mal reingeschnuppert: "Die Schwimmhalle ist super cool. Toll ist vor allem, dass die Tribüne um das ganze Becken geht. Wie in einer Basketball-Arena." Gut möglich, dass es da bei der Wahnsinnsstimmung Gänsehaut auf den Startblöcken gibt.
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