Olympia-Nominierung
Zusage für Wolf, Molitor will klagen

Katharina Molitor wirft den Speer: In Rio darf sie das nicht, jetzt will sie wohl ihr Startrecht einklagen. Bild: dpa
Sport
Weiden in der Oberpfalz
13.07.2016
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Philipp Wolf wurde am Dienstag offiziell für Rio nominiert. Bild: af

Ein etwas kleineres Team als erwartet soll dem deutschen Sport bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro mindestens genauso viele Medaillen bescheren wie vor vier Jahren in London.

Weiden/Frankfurt. (mr/dpa) Das ein Prozent Unsicherheit ist jetzt auch weg: Schwimmer Philipp Wolf fährt zu 100 Prozent zu den Olympischen Spielen in Rio. Am Dienstag segnete der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) den Vorschlag des Schwimmverbandes ab und nominierte den Altenstädter mit weiteren 246 Sportlern für Rio. Der 23-jährige Student, der einst für den SV Weiden schwamm und jetzt für die SG Stadtwerke München startet, soll am Zuckerhut in der 4x100-Meter-Freistil-Staffel zum Einsatz kommen.

Namentlich noch nicht nominiert sind die Spieler einiger Teamsportarten wie etwa beim Fußball. Dort erfolgt die Nominierung am Donnerstag. Es gibt wohl keinen Zweifel, dass Sara Däbritz aus Ebermannsdorf auch nach Brasilien fliegt. Aus der mittleren und nördlichen Oberpfalz bereits nominiert sind Anja Scherl (Marathon/Ursensollen) und Bastian Steger (Tischtennis/Winklarn).

425 Sportlerinnen und Sportler vertreten Deutschland bei den Sommerspielen vom 5. bis 21. August in Rio, wo der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) auf ähnliche Erfolge wie 2012 hofft. "Wir haben damals mit 44 Medaillen ein glänzendes Ergebnis erreicht. Es wäre großartig, wenn wir das wiederholen könnten. Daran wollen wir uns messen", sagte DOSB-Vorstandschef Michael Vesper.

"Wir haben eine gute Mannschaft. Ich bin optimistisch, dass wir das London-Ergebnis wieder erreichen", sagte Vesper. Bereits am 24. Juli brechen die ersten Sportler nach Rio auf, als Letzte reisen die Marathonläufer am 17. August an. Die offizielle Verabschiedung findet am 1. August am Frankfurter Flughafen statt. "Jetzt geht es richtig los. Wir haben schon den Geruch der Copacabana in der Nase. Es kribbelt", erklärte Vesper.

Vor vier Jahren waren 392 deutsche Athletinnen und Athleten bei den Sommerspielen vertreten, 2008 in Peking waren es 439. Ursprünglich hatte der DOSB mit einem rund 450-köpfigen Aufgebot geliebäugelt. "Einige Hoffnungen haben sich dann doch nicht erfüllt", räumte Vesper ein.

Wie immer gab es auch Härtefälle. Prominentester Olympia-Zaungast ist sicher Speerwurf-Weltmeisterin Katharina Molitor. Die Titelträgerin von 2015 musste ihrer Vorgängerin Christina Obergföll das Rio-Ticket überlassen. "Für den Verband war es ein Luxusproblem, für die Athletin ist es tragisch, nicht bei Olympia dabei zu sein", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop. Molitor erwägt nun rechtliche Schritte. "Ich werde mir juristischen Rat holen und schauen, ob ich gegen diese Entscheidung klagen kann", sagte die 32-Jährige Leverkusenerin der "Rheinischen Post".

Mit Nadine Laemmler verpasste eine Schwimmerin aus der Region die Teilnahme an den Olympischen Spielen nur knapp. Die Athletin aus Grafenricht (Gemeinde Wackersdorf) lag bis vor den German Open in der vergangenen Woche klar auf Rio-Kurs. Als Meisterin über 100 Meter Rücken war sie Favoritin auf das Ticket für die Lagenstaffel. Bei den German Open überholte sie aber noch Jenny Mensing. Die Schwimm-Europameisterin von 2012 fährt jetzt mit nach Brasilien. Laemmler konnte in Berlin nicht mehr dagegenhalten.

Wir haben schon den Geruch der Copacabana in der Nase. Es kribbelt.DOSB-Vorstandschef Michael Vesper
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