Pole unter Dopingverdacht
Doch noch EM-Bronze für Schwimmer Philipp Wolf aus Altenstadt?

Philipp Wolfs Leistung bei der EM könnte sich nachträglich noch mehr lohnen: Der Schwimmer aus Altenstadt könnte nachträglich noch die Bronzemedaille bekommen. Bild: G. Büttner
Sport
Weiden in der Oberpfalz
26.01.2016
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München/Weiden. Der große Erfolg von Anfang Dezember wird zwar nicht vergoldet oder versilbert, aber vielleicht gibt es nachträglich Bronze. Schwimmer Philipp Wolf (23) aus Altenstadt/WN (Kreis Neustadt/WN) schwamm bei der Kurzbahn EM in Israel über die 100 Meter Freistil sensationell auf Platz vier. Um nur 13 Hundertstelsekunden hatte der Oberpfälzer die Bronzemedaille verpasst. Die bekommt er jetzt vielleicht doch noch, denn der Drittplatzierte des Endlaufs, der Pole Sebastian Szczepanski, steht unter Dopingverdacht. "Ich habe am Montagabend schon davon gehört", sagt Wolf.

Wie verschiedene Medien am Dienstag meldeten, wurden dem 21-jährigen Szczepanski bei den polnischen Meisterschaften in Lublin, die zwei Wochen nach der EM ausgetragen wurden, unter anderem anabole Steroide und Hormon-Modulatoren nachgewiesen. In den nächsten Tage wird die B-Probe geöffnet. Der Pole gilt als Wiederholungstäter. Bereits im Jugendbereich war er wegen Dopings sechs Monate aus dem Verkehr gezogen worden. Auch deswegen droht ihm jetzt eine Sperre zwischen vier und acht Jahren.

Wolf kann sich nicht mehr an den Polen erinnern. "Ich weiß gar nicht, wie der ausschaut." Am Dienstag hatte sich auch bei seinen Teamkollegen von der SG Stadtwerke München die Kunde verbreitet, dass da eventuell doch noch die Bronzemedaille lockt. Fest steht aber noch gar nichts. Das sagt auch Harald Gehring, Pressesprecher des Deutschen Schwimmverbandes: "Wir wissen Bescheid und warten erst einmal ab." Der europäische Schwimmverband LEN (Ligue Européenne de Natation) werde, sollte sich der Dopingverdacht bestätigen, auf den nationalen Verband zukommen. "Dann würden wir uns intern abstimmen, wie wir vorgehen." Die entscheidende Frage wird auch laut Gehring sein: Werden Szczepanksi bei einem Dopingvergehen auch rückwirkend Erfolge aberkannt?


Wenn er zwei Wochen später positiv getestet wird, wird er wohl bei der EM nicht sauber gewesen sein.Philipp Wolf über Sebastian Szczepanski

Wolf will jetzt nicht groß spekulieren, sagt aber auch: "Wenn er zwei Wochen später positiv getestet wird, wird er wohl bei der EM nicht sauber gewesen sein." Ob die Medaillengewinner bei der EM getestet worden seien, könne er nicht sagen. Er als Vierter in Netanya musste nicht zur Dopingprobe.

In Wolfs Naturell liegt es ohnehin, dass er gelassen der Entscheidung des europäischen Verbandes entgegenblickt. Natürlich würde er sich riesig freuen, wenn er noch die Bronzemedaille bekäme, erklärt er. Ein bisschen sauer wäre er aber auch: "Er hätte mir dann die Siegerehrung genommen. Es ist doch schöner gleich Dritter zu werden."
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