Sven Ulreich in Weiherhammer
Bayerns Nummer 2 sofort die Nummer 1

Sven Ulreich kümmert sich schon um die kleinen Fans. Franziska war in Weiherhammer beim Schlussmann in besten Händen. Bild: Werner Klapper
Sport
Weiden in der Oberpfalz
27.11.2016
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Er ist nicht die große Nummer bei den Bayern, aber ein wahrlich guter Repräsentant des Rekordmeisters. Sven Ulreich begeisterte am Sonntag die Fans in Weiherhammer.

Weiherhammer. Wenns nur im Kader des FC Bayern auch so einfach wäre: Am Sonntagnachmittag wurde die Nummer 2 der Münchener schnell zur Nummer 1 der Fans: "Bei Bayern ists sicherlich schöner als in Dortmund", sagte Sven Ulreich verschmitzt. Die Anhänger des Fanclubs Weiherhammer johlten. Das wollten sie beim Fanclub-Besuch des Torwarts hören.

Ulreich steht beim deutschen Rekordmeister selten im Rampenlicht, aber er ist ein starker Repräsentant des Weltklubs: Sympathisch, offen, ehrlich, schlagfertig, aber nie abgehoben, so präsentierte sich der 28-jährige Schlussmann in der Oberpfalz. Natürlich war die leichte Bayern-Delle derzeit ein Thema: "Sicherlich haben wir acht Punkte zu wenig", erklärte er. Die Mannschaft habe vielleicht schon noch ein bisschen am Trainerwechsel zu knabbern. Seit 2015 ist Ulreich, der beim VfB Stuttgart groß geworden ist, bei den Bayern. Ein Jahr hat er noch Pep Guardiola erlebt, jetzt Carlo Ancelotti. "Beides sind Weltklassetrainer." Pep sei der absolute Perfektionist gewesen, Carlo lasse der Mannschaft mehr Freiheiten. Die Kritik, die Spieler seien nicht fit, lässt der 1,92 Meter große Schlussmann nicht gelten: "Wir trainieren mehr als bei Pep."

Auch da ist Ulreich richtig gefordert. Er muss bereit stehen, wenn Manuel Neuer mal ausfällt. So wie Mitte vergangener Woche im Champions-League-Spiel in Rostow: "Wenn man nicht so oft spielt, unterschätzt man auch so manchen Ball", erklärt er so manchen Wackler beim Spiel in Russland. Er arbeitete aber ständig hart an sich, könne auch von einem Weltklassemann wie Manuel Neuer viel lernen.

Auch das war ein Grund für seinen Wechsel vor eineinhalb Jahren nach München. Manche verstanden nicht, dass sich ein Torwart im besten Alter freiwillig auf die Bank setzt. "Ich wusste sehr wohl, auf was ich mich einlasse. Aber ich wollte einfach mal etwas anderes machen." Der FC Bayern sei nun mal eine ganz andere Hausnummer als der VfB, bei dem der gebürtige Schorndorfer bis dahin sein Fußballer-Dasein verbracht hatte. Ulreich macht auch in Weiherhammer den Eindruck, als plane er seine Karriere sehr genau. Und da ist ihm der Ball zu wenig. Mittlerweile he hat er auch ein Fernstudium "Sportmanagement" aufgenommen. Bei den Bayern hat er Vertrag bis Sommer 2018. Ob er bleibt? "Wenn ein Verein kommt, bei dem ich wieder ständig spielen kann, werde ich mir das natürlich überlegen." Klingt nach Abschied in ein, zwei Jahren.

Leipzig hält nicht durch


Vorher will er noch Titel sammeln. Dass die Leipziger in der Bundesliga jetzt vornweg marschieren, beunruhigt ihn noch nicht. "Wir nehmen sie natürlich ernst. Aber bei denen läuft derzeit alles. Die könnten wohl zu acht spielen und würden auch gewinnen." Er glaube aber nicht dass sie das durchhalten. "Wir werden Meister." Das wollten sie auch in Weiherhammer hören.
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