Tischtennis
Heidi Philipp einfach Weltklasse

Bei den Senioren-Weltmeisterschaften in Tischtennis stieß Heidi Philipp vom SV Neusorg bis ins Achtelfinale vor - ein Riesenerfolg. Bild: gsr
Sport
Weiden in der Oberpfalz
02.07.2016
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Einen einmaligen Erfolg in der Vereinsgeschichte des Sportvereins Neusorg feierte Heidi Philipp bei der 18. Tischtennis-Weltmeisterschaft der Senioren in Alicante (Spanien). Unter 386 Teilnehmern der Altersklasse 50 bis 60 Jahre schaffte es Philipp bis ins Achtelfinale, also bis zu den besten 16 Akteurinnen weltweit.

Neusorg. Über mehrere überregionale Meisterschaften und die Europameisterschaften, die im letzten Jahr in Tampere in Finnland ausgetragen wurden, gelang Philipp der Sprung zu den Weltbesten. Insgesamt 4600 Teilnehmer aus 76 Nationen boten einen kolossalen Rahmen für die Welttitelkämpfe, die in einer überdimensionalen Halle an insgesamt 169 Tischen ausgetragen wurden. Als Ziel hatte sich die Neusorgerin das Überstehen der ersten Runde gesetzt, das aufgrund ihrer Gruppengegnerinnen ein schwieriges Unterfangen darstellte.

Drei Vorrundensiege


Die Chinesin Minmin Zhuang musste sich aber dann trotz sehr aggressivem Angriffsspiel der Deutschen mit 1:3 geschlagen geben. Gegen die Japanerin Yuki Tamura, die alle Register zog und offensiv agierte, siegte die Neusorgerin glatt mit 3:0. Gegen die härteste Widersacherin, Sue Collier aus England, die Philipp schon von anderen Turnieren kannte, ging es damit um den Gruppensieg. Die Britin, die erst in die 50-er-Klasse gekommen ist und viel internationale Erfahrung aufzuweisen hat, war die erwartet starke Gegnerin. Nach einem 1:2-Satzrückstand und 4:8 im vierten Satz konnte die Neusorgerin nach einem Time-Out das Ruder noch zum 11:8 herumreißen. Damit hatte sie ihrer Kontrahentin den Zahn gezogen, der 5. Satz ging dann ebenfalls mit 11:8 an sie. Gruppensieger, das ersehnte Ziel geschafft, die Freude war übergroß!

Hart umkämpfte Siege


Aufgrund des Gruppensieges erhielt Philipp für die nächste Runde ein Freilos, bevor sie wieder aktiv ins Geschehen eingreifen durfte. Als harter Brocken erwies sich ihre nächste Gegnerin Buelends Corinne aus Belgien. Zwar holte sich Philipp mit 13:11 und 11:6 die ersten beiden Durchgänge, doch die Belgierin konterte mit 4:11 und 8:11 zum Satzausgleich. Im Entscheidungsdurchgang erwies sich Philipp wieder als Herrin im Ring und zog mit einem 11:7 in die nächste Runde ein. Gegen Dugaraa Oyuntsetseg aus der Mongolei kam sie nicht richtig ins Match und musste den ersten Satz abgeben. Doch im weiteren Spielverlauf stellte sie sich immer besser auf ihre Gegnerin ein und gewann noch mit 3:1. Damit war der Sprung ins Sechzehntelfinale geglückt.

Hier wartete mit Anabel Miriam Vitullo aus Argentinien der nächste Brocken. Doch Philipp konnte die Partie locker angehen, hatte sie doch bereits bis dahin viel mehr erreicht als erwartet. Und genau diese Lockerheit führte sie zu einem souveränen Dreisatzsieg (11:6, 12:10, 11:3). Damit stand Philipp unter den besten 16 Seniorenspielerinnen der Welt - zusammen mit so klangvollen namen wie Irina Tikhomirova aus Russland (Weltmeisterin in Rio in der Altersklasse 40), Branka Batinic aus Kroatien (Europameisterin sowohl in Bremen als auch in Tampere) oder Jing Tian Zörner, eine Deutsch-Chinesin, die noch aktiv in der Bundesliga spielt. Die erfolgreichste im Achtelfinale war die Chinesin Hu Feng Lan, später Hu Yulan, die ihre größten Erfolge in den siebziger Jahren feierte. Sie nahm an den Weltmeisterschaften 1973 und 1975 teil. 1973 wurde sie Weltmeister im Einzel.

Tifachi zu stark


Heidi Philipp bekam es im Achtelfinale mit Maria Vintila Tifachi aus Spanien zu tun. Die gebürtige Rumänin holte sich in Tampere bei der letzten EM nicht nur den Titel im Doppel, sondern wurde auch Dritte im Einzel. Bei der EM in Tampere unterlag Philipp mit 2:3 in der Gruppe gegen Tifachi, die mit ihren Aufschlägen klar dominierte. Alles in allem setzte sich Tifachi verdient mit 3:0 durch.

Für Philipp endeten die Welttitelkämpfe nach sieben tollen, jedoch auch physisch und psychisch anstrengenden Tagen mit einer nie und nimmer erwarteten Achtelfinalteilnahme. Der SV Neusorg ist stolz auf seine langjährige Spielerin, die auch in der nächsten Saison in der Landesliga wieder voll angreifen will.
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