Volleyball Bayernliga
"Schinderhannes" gibt Ton an

Zwölf Spielerinnen plus Trainer freuen sich auf die Bayernliga: (stehend von links) Julia Pfaffenzeller, Hans-Jürgen Rutke, Monia Slama, Ellen Heimburger, Hannah Soderer, Anna Wutzlhofer, Lena Bauer und Anna Troglauer; (knieend von links) Sarah Slama, Denitsa Peeva, Corinna Dengel, Sandra Diller und Sophie Breinbauer. Bild: hfz
Sport
Weiden in der Oberpfalz
06.10.2016
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Zweimal in Folge hatte die SG Weiden/Vohenstrauß als Landesliga-Meister auf das Aufstiegsrecht verzichtet. Jetzt endlich wollen es die Volleyballerinnen wissen. Die Vorfreude auf die Bayernligasaison 2016/17 ist groß - auch wenn ein "Schinderhannes" das Kommando hat.

Hans-Jürgen Rutke gilt als akribisch arbeitender Trainer, einer, der professionell an gestellte Aufgaben herangeht. Dass er seinen Mannschaften an Einsatz und Trainingseifer einiges abverlangt, hat ihm den Ruf des "Schinderhannes" eingebracht. "Damit kann ich leben", sagt der 69-Jährige großzügig. Vor dem Saisonstart am Samstag beim TSV Eibelstadt hält der neue SG-Trainer den Ball flach: "Ich will, dass sich die Spielerinnen weiterentwickeln. Sportliches Ziel kann aber nur der Klassenerhalt sein."

Die Wertschätzung als Volleyball-Experte hat sich Rutke über Jahrzehnte erworben. In der ehemaligen DDR war der vierfache Familienvater beim Erstligisten SC Leipzig hauptamtlicher Coach. Kurz vor der Wende kam er über Ungarn in die Bundesrepublik. Und hier knüpfte er an alte Erfolge an. Beim SV Schwaig wirkte er acht Jahre, führte die Herrenmannschaft in die 2. Bundesliga. Nach einer Zwischenstation beim VfL Nürnberg wechselte Rutke in die Oberpfalz. Beim VC Sulzbach-Rosenberg hatte er die Regionalliga-Damen unter seinen Fittichen, danach betreute er die Männer des VC/TuS Hirschau.

"Ich hatte mich eigentlich schon zur Ruhe gesetzt", sagt Rutke über sich selbst. Allerdings machte ihm Sandra Diller einen Strich durch die Rechnung. Die SG-Spielerin und der Trainer kennen sich aus gemeinsamen Zeiten beim VC Sulzbach-Rosenberg. Was lag näher, alte Kontakte neu aufleben zu lassen, als die Trainerstelle bei der SG Weiden/Vohenstrauß vakant war?

Schnelle Lösung


"Alois Breinbauer hat die Mannschaft als Trainer zur Meisterschaft und Aufstieg geführt. Wir hätten gerne mit ihm weitergemacht", erklärt Peter Rathgeber. "Aber Alois will sich verstärkt um den Nachwuchs kümmern." Der Volleyball-Abteilungsleiter beim TB Weiden ist froh, dass die Suche nach einem Nachfolger schnell zum Erfolg geführt hat: "Gute Volleyballtrainer wachsen nicht auf den Bäumen." Rutke kann bei der SG Weiden/Vohenstrauß mit einer eingespielten Formation arbeiten. Leistungsträgerinnen wie Monia Slama, Julia Pfaffenzeller oder Anna Wutzlhofer bilden weiterhin die Korsettstangen. Einziger Neuzugang ist Corinna Dengel vom VC Schwandorf.

Den Auftrag, auch auf junge Spielerinnen zu setzen und ihnen Spielzeit zu geben, nimmt Rutke gerne an: "Es gibt hier Talente, die man in den kommenden Jahren aufbauen kann." Seinen Schützlingen will er seine Philosophie des "schnellen Kurzpassspiels" vermitteln: "Das Timing ist unheimlich wichtig. Das müssen wir uns erarbeiten." Natürlich zusätzlich zur Kondition. Die körperliche Leistungsfähigkeit soll neben der Ausgeglichenheit des Kaders die große Stärke des Aufsteigers werden.

Locker in die Saison


"Wir gehen locker in die Saison", unterstreicht Rathgeber. "Die Mädels haben keinen Druck." Mit den Ligafavoriten wie SV Hahnbach und VGF Marktredwitz könne man möglicherweise nicht mithalten, aber Rathgeber ist sich sicher: "Unsere Gegner haben schon auch Respekt vor uns. Die nehmen uns nicht auf die leichte Schulter." Wohlwissend, dass ein "Schinderhannes" den Bayernliga-Neuling auf Vordermann bringt.

Ich hatte mich eigentlich schon zur Ruhe gesetzt.Hans-Jürgen Rutke
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