Volleyball
Weidener Youngsters rocken Dritte Liga

Sie kommen aus dem Jubeln nicht mehr raus: Die Marktredwitzer Volleyballer gewannen alle Heimspiele in der Sebald-Halle. Mitten drin die vier Weidener Spieler Paul Soderer, Philipp Weiß, Janek und Jonas Lindner (Zweiter bis Fünfter von links). Bild: Perzl
Sport
Weiden in der Oberpfalz
28.12.2015
464
0

Marktredwitz/Weiden. Sie wechselten zur VGF Marktredwitz, um sich sportlich weiterzuentwickeln. Inzwischen sind die vier ehemaligen Nachwuchs-Volleyballer des TB Weiden feste Stützen beim oberfränkischen Drittligisten und sorgen dabei mächtig für Furore.

Der kundige Beobachter der Marktredwitzer Volleyballer staunte nicht schlecht, als Trainer Milan Cernousek im Spitzenspiel gegen Freising mit Philipp Weiß, Paul Soderer und Janek Lindner drei Nachwuchskräfte in die Startformation beorderte. Jonas Lindner kam zudem im Laufe der Partie zum Einsatz. Und was diese Jungs den annähernd 400 Zuschauern anschließend im Duell des Tabellenzweiten gegen den -dritten boten, war mit das Beste und Spannendste der vergangenen Jahre.

Mit dem 3:2-Sieg in einer mitreißenden Partie festigte die VGF ihren nicht für möglich gehaltenen zweiten Rang zur Halbzeit in der Dritten Liga. Die vier Weidener Jungs haben einen erheblichen Anteil am Aufstieg der Oberfranken - obwohl vor der Saison, in Anbetracht des personellen Umbruchs, der Klassenerhalt als maximal möglicher Erfolg eingestuft worden war.

"Uns hätte nichts Besseres passieren können. Der Mehraufwand im Vergleich zu den vergangenen Jahren lohnt sich. Der mannschaftliche Zusammenhalt ist beeindruckend", blickt Philipp Weiß auf sein erstes halbes Jahr in der dritten Volleyball-Liga zurück. Der Jüngste im Team brillierte zuletzt konstant auf der Position des Zuspielers. "Ich bin positiv überrascht. Das war so nicht zu erwarten gewesen", sagt Paul Soderer.

Janek und Jonas Lindner streichen den "gigantischen Saisonverlauf" sowie das "ständige Lernen im Training" heraus. Soderer bezeichnete den fünften Satz gegen Freising als bisherigen Höhepunkt. "Da war jeder Punkt hart umkämpft. Egal ob mit Hand, Fuß oder Kopf - wir machten unglaubliche Punkte und das Publikum ging fantastisch mit. Das motiviert ungemein."

Jonas Lindner blieb auch die Begegnung gegen Niederviehbach in Erinnerung. "Wir lagen im entscheidenden Satz schon mit neun Punkten zurück und waren eigentlich weg vom Fenster. Doch es steht für die mannschaftliche Geschlossenheit, dass wir uns zurückkämpften und die Partie im Schlussspurt drehten." Für Kapitän und Team-Oldie Jan Liebscher ist die Entwicklung der Youngsters kaum zu beschreiben. "Wir sitzen nach dem Training oft zusammen und Trainer Milan Cernousek sagt dann, dass es unglaublich ist, was diese Jungs in den vergangenen Monaten gelernt und geleistet haben."

Während sie in der Anfangsphase kaum einen Ball übers Netz brachten, "schmettern sie die Bälle jetzt an die Bande der Zuschauer-Tribüne." Sprungkraft, Angriffsschläge und die Technik im Allgemeinen sind weitere Attribute, die die Spieler selbst anführen, bei denen sie sich deutlich verbesserten. Seit April stehen die Ex-TB-Spieler bis zu drei Mal pro Woche im Training. Auch wenn es derzeit "wie geschmiert" läuft, bleiben sie auf dem Boden und bei ihren Zielen für 2016 bescheiden.

Zweite Liga kein Ziel


Dem Wunsch aus dem Umfeld, den Aufstieg in die Zweite Liga in Angriff zu nehmen, entgegnet der Kapitän: "Dazu fehlen uns noch die infrastrukturellen Voraussetzungen wie ein farbiges Spielfeld oder eine entsprechende Länge der Halle." Aber wenn sich die Mannschaft mit den vier Weidener Spielern weiterhin so entwickelt und packende Fünf-Satz-Krimis wie gegen Freising abliefert, hat auch die Dritte Liga auf Dauer ihren Reiz.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.