Wasserball-Bundesliga
Die Weidener müssen nach neun Jahren runter

Ratlos: Die Weidener Wasserballer (in der Mitte Trainer Gerhard Wodarz) steigen nach neun Jahren aus der ersten Bundesliga ab. Bild: G. Büttner
Sport
Weiden in der Oberpfalz
06.06.2016
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Eine Ära geht in der Oberpfalz vorerst zu Ende. Nach neunjähriger Zugehörigkeit der Weidener Wasserballer zur deutschen Elite steigt die Mannschaft des Schwimmvereins Weiden in die 2. Liga Süd ab.

Die Wodarz-Schützlinge verloren das vierte Spiel der Best-of-5-Serie gegen den Abstieg im Stuttgarter Inselbad gegen den SV Cannstatt 17 Sekunden vor Spielende mit 6:7 Toren und damit die ganze Serie mit 1:3 Spielen.

Die Enttäuschung war groß und sogar manche Tränen flossen nach dem Abpfiff der Partie am Samstagabend. Die Bundesligageschichte des Schwimmvereins Weiden geht erstmal zu Ende, oder optimistischer betrachtet, wird sie für mindestens eine Saison unterbrochen. Nach dem Aufstieg im Jahre 2007 folgten auch relativ fette Jahre mit drei Spielzeiten in der Gruppe A und sogar dem Höhepunkt mit Europapokalteilnahme 2010. Ab der Saison 2013/14 ging es jedoch mit den mageren Jahren los. Zwei Jahre schafften es die Weidener, sich in der letzten Play-down-Runde noch zu retten. Das glückte dieses Mal nicht mehr. "Es ist jetzt noch zu frisch, wir müssen die große Enttäuschung erst verarbeiten. Dann haben wir noch genügend Zeit, um Gespräche zu führen, uns personell aufzustellen, um schließlich die weitere Route zu bestimmen", sagte Abteilungsleiter Irek Luczak noch auf der Rückreise nach Weiden.

Das Spiel verlief ähnlich, wie die anderen beiden Niederlagen gegen die Schwaben. Weiden begann unerklärlich zurückhaltend und brachte zu wenig Druck im Angriff. Die Stuttgarter schafften es im ersten Viertel ihre wenigen Chancen zu nutzen und lagen nach knapp sechs Minuten sogar mit 3:0 in Führung. Thomas Kick traf erst neun Sekunden vor der ersten Viertelpause zum 3:1. Im zweiten Abschnitt gingen beide Mannschaften mit ihren wenigen Chancen fahrlässig um. Thomas Kick verkürzte auf 2:3 und der später zum Spieler des Tages gekürte Novak Zugic stellte den 4:3-Halbzeitstand her.

Auch das dritte Viertel spielte sich in ähnlicher Manier ab. Das Spiel wurde zunehmend langsamer, keines der Teams fand den richtigen Weg zum Erfolg. Wiederholt ein Remis in Viertel drei und der 6:4-Zwischenstand stand vor dem Schlussabschnitt auf der Anzeigetafel. Trotz der relativ bescheidenen Erwartungen der mitgereisten Weidener Fans erspielte sich die Wodarz-Truppe tatsächlich drei Minuten vor Spielende noch den 6:6-Ausgleich. 40 Sekunden vor der Schlusssirene spielten sich die alles entscheidende Szenen ab. Weiden vergab seine Chance in Überzahl das Spiel zu gewinnen und kassierte 17 Sekunden vor Schluss den letzten Treffer des Spiels. Auch die Weidener Auszeit konnte nichts mehr am Ausgang der Partie ändern: 7:6 für Cannstatt. Ende, aus, vorbei!

SV Cannstatt - SV Weiden 7:6 (3:1, 1:1, 2:2, 1:2)

SV Weiden: Vladimir Srajer im Tor, Thomas Aigner, Alexander Hinz, Michael Trottmann, Thomas Kick (2 Tore), Andras Langmar (2), Nikolaj Neumann, David Tamas, Marek Janecek, Andreas Jahn, Sean Ryder (2), Jakob Ströll und Louis Brunner

Persönliche Fehler: Cannstatt 6 + Strafwurf + Spielzeitstrafe; Weiden 8

Schiedsrichter: Mirko Arntzen und Christof Zielosko
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