1. EV Weiden und Fans verabschieden gemeinsame Erklärung
Reden statt prügeln

Symbolbild: dpa

Der 1. EV Weiden und Teile seiner Fans versuchen einen Neuanfang. Auf Initiative des Fanclubs "Penalty" trafen sich weitere Unterstützergruppen und die EV-Vorstandschaft zu einem "runden Tisch". Als Ergebnis steht eine gemeinsame Erklärung, in der sich die Fanszene von Gewalt und Provokationen distanziert. Ziel solle vielmehr sein, "die Mannschaft, den Verein und auch den Eishockeysport allgemein in Weiden zu unterstützen und nach vorne zu bringen". Zu den Unterzeichnern zählt neben Vereinigungen wie "Supporters" auch die Gruppe "BUxBS", bekannt als "Brigade Stockerhut". Laut EV-Vorsitzendem Thomas Schiller waren drei "BUxBS"-Vertreter bei dem Treffen.

Das ist bemerkenswert, nicht nur, weil es damit erstmals auch zu dieser Gruppe Kontakt gibt, was Siller begrüßt. Die Gruppe stand auch im Mittelpunkt eines Vorfalls, der nach mehreren Querelen zwischen Verein und einigen Fans zuletzt eine neue Eskalation gebracht hatte: Nach einem Auswärtsspiel beim Höchstädter EC hatte es für 16 Personen aus dem Umfeld von "BUxBS" ligaweite Stadionverbote gegeben, die der EC aussprach. Auch der EV unterstützte die Maßnahme. Die Polizei vermutet, dass sich die Gruppe nach dem Spiel eine Massenschlägerei mit Höchstädter Fans liefern wollte, was die Gesetzeshüter verhinderten. Bei der Aufnahme der Personalien habe sich zudem gezeigt, dass längst nicht alle in Weiden oder der Umgebung gemeldet waren, was ihnen den Vorwurf des "Krawalltourismus'" einbrachte. So waren unter anderem befreundete Ultras aus der Gegend von Kaufbeuren darunter.

Die "BUxBS" erklärten im Internet und beim "runden Tisch", sie hätten sich friedlich verhalten. Dass sie nach dem Spiel in die Nähe eines Lokals kamen, das von Höchstädter Fans besucht wird, war demnach nur Zufall. Überhaupt sei die Berichterstattung über den Vorfall, auch im NT, überzogen gewesen. Ebenso die Stadionverbote. Außerdem hätten viele der "Krawalltouristen" durchaus Weidener Wurzeln. Gleichzeitig schalteten einige der Betroffenen einen Anwalt ein, um gegen das Stadionverbot vorzugehen - was allerdings kaum erfolgreich sein dürfte.

In der gemeinsamen Erklärung zum "runden Tisch" heißt es, dass inzwischen alle Teilnehmer Zweifel an der öffentlichen Darstellung hätten. Außerdem werde sich die Vorstandschaft deswegen an den Höchstädter EC wenden. Siller betont allerdings, dass er sich dabei keineswegs für eine Aufhebung der Stadionverbote einsetzen werde. Er wolle nur mehr Klarheit über die Ereignisse. Und: Er habe deutlich gemacht, dass er Berichte der Polizei nicht einfach ignorieren könne, selbst wenn die Fans das Geschehen anders schildern. Von den 16 betroffenen Fans sind laut Polizei 10 vorbestraft. Seit den Stadionverboten haben die Beamten im Umfeld der "Blue Devils"-Spiele keine gravierenden Vorfälle mehr registriert. Den "runden Tisch" soll es künftig zwei bis drei Mal pro Saison geben.

Die Erklärung im Wortlaut

Alle Fangruppen der Weidner Fanszene distanzieren sich mit dieser Erklärung von "Gewalt".Zitat aus der Erklärung
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