100 Studenten arbeiten im "Running Snail Racing Team"
Jedes Jahr ein neuer Rennwagen

207 cm lang, 1525 Millimeter Radstand, 1200 Millimeter Spurweite bei Allradantrieb und Elektromotor sind nur einige der technischen Daten des von den Studenten gebauten Rennwagens. Das gesamte "Running Snail Racing Team" stellte sich zum Erinnerungsfoto. Bild: sbü

Projektarbeit gehört längst zum Alltag an Schulen und Hochschulen. Wenn aber an einer solchen Aktion rund 100 Studenten ein ganzes Jahr arbeiten, muss es schon etwas außergewöhnliches sein. Dies gilt ganz besonders für das Rennwagenprojekt an der OTH Amberg-Weiden.

Sie nennen ihr Projekt "Running Snail Racing Team". Und es beginnt jedes Jahr von neuem. Schon zum zwölften Mal konstruierten und bauten Studenten verschiedenster Fachrichtungen an der OTH Amberg-Weiden einen elektrisch betriebenen Rennwagen. Und es ist nicht nur ein Lernmodell, sondern muss sich auf internationalen Wettbewerben als voll einsatzfähiges Fahrzeug bewähren. Dass sich Studenten und Professoren mit großer Begeisterung dieser Aufgabe stellen, war am Sponsorenabend des Racing-Teams an der OTH in Weiden zu beobachten.

"Es hat sich alles gelohnt, was sie investiert haben", stellte OTH-Präsidentin Prof Dr. Andrea Klug gleich zu Beginn fest. Von einem besonderen Erfolgsjahr 2015 konnten die Beteiligten aus Amberg und Weiden den Sponsoren aus Wirtschaft und Hochschule berichten. An drei Wettbewerben hatten sie sich mit ihrem "E 23" teilgenommen. Diese fanden im englischen Silverstone, in Hockenheim und in Györ in Ungern statt. Jeder Wettbewerb besteht aus mehreren Einzeldisziplinen, beginnend vom Test des Fahrzeugs im Regen bis hin zu einem 22 Kilometer langen Endurance-Rennen, wie Projektleiter Philipp Hagn berichtete.

Vordere Plätze unter den über 100 konkurrierenden Teams gab es in den meisten Einzeldisziplinen. Besonders stolz sind die Studenten zusammen mit ihren Professoren Dr. Horst Rönnebeck und Dr. Armin Wolfram aber über Gesamtplatz 3 in Györ. "Wir als kleine Hochschule konkurrierten mit vielen großen technischen Universitäten aus aller Welt", bemerkte stolz Prof. Rönnebeck, der alle bisherigen Projekte begleitete.

Mit Schrott begonnen


"Für unser erstes Fahrzeug im Jahre 2004 haben wir noch Schrottteile gesucht", erzählte der Hochschullehrer. Zwischenzeitlich gibt es im Auto Kohlefaser, Lithium-Zellen und Elektro- und Informationstechnik mit 10 Prozessoren. Die Professoren Rönnebeck und Wolfram berichteten am Abend zusammen mit Projektleiter Hagn und Teamleiter Markus Metzger von drei Projektphasen. Es beginnt mit der Projektierungs- und Konstruktionsphase bis zum "Big CAD-Point", dann folgt die Bauphase in der Zentralwerkstatt der Hochschule als "Umsetzung in Materie" und schließlich der Fahrzeugtest mit den anschließenden Wettbewerben.

Dass dabei sowohl Semesterferien als auch viele lange Nächte für das Projekt eingesetzt werden, bereitete den begeisterten Studenten nur wenige Probleme. Noch während der Wettbewerbe musste laufend am Rennwagen gearbeitet werden. Eine firmenähnliche Struktur des Teams von der Konstruktion bis hin zu Business Plan sowie Medien und Design mit exakten Rollen werden als wichtige Erfolgsfaktoren angesehen. Prof. Rönnebeck sprach von der Herausforderung, jedes Jahr mit einer fast komplett neuen Mannschaft ein neues Auto von Grund auf zu entwickeln.

Die OTH-Präsidentin Dr. Klug sieht im Racing Team ein wichtiges Signal für die Internationalisierung und aktives Marketing in In-und Ausland. "Teamgeist, Durchhaltevermögen unter Zeitdruck und das Engagement von Studenten und Professoren beweisen, was uns auszeichnet", fügte die Präsidentin hinzu. Alle Beteiligten bedankten sich bei den Sponsoren, ohne deren jahrelange Treue die Erfolge nicht möglich wären. "Und nächstes Jahr hängen wir uns wieder genauso wie diesmal rein", versprachen die Hochschulvertreter.
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