11. Weidener hämatologisch-onkologische Gespräche
Neue Chancen für längeres Leben

Bei den "11. Weidener hämatologisch-onkologischen Gesprächen" lieferten sie viel Gesprächsstoff: (von links) Prof. Dr. Christian Paetzel, Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl, Dr. Thomas Schichtl, Dr. Wolfgang Rechl, Prof. Dr. Frank Kullmann, PD Dr. Bernd Gagel, Dr. Markus Schaffer und PD Dr. Johann Schönberger . Bild: Dobmeier

Die Entwicklung ist rasant: In der Behandlung von dauerhaften Tumore ergeben sich ständig neue Möglichkeiten. Immer wichtiger wird die fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen medizinischen Abteilungen.

Ziel sei es, die Lebenszeit immer mehr zu verlängern und Wohlbefinden zu generieren, sagte Dr. Wolfgang Rechl. Mit dem Thema befassten sich die "11. Weidener hämatologisch-onkologische Gespräche", eine Fortbildung des Ärztlichen Kreisverbandes, zu der Vorsitzender Rechl Ärzte und Fachpersonal in der Caféteria des Klinikums begrüßte. Was die Radiologie mit der Therapie von Krebs zu tun hat? Mit dieser Frage machte Chefarzt Prof. Dr. Frank Kullmann von der Medizinischen Klinik I neugierig auf die Vorträge.

In den vergangenen Jahren hätten sich in dem interdisziplinären Behandlungskonzept der Tumorerkrankungen auch Verfahren unter Röntgensicht etabliert, informierte Dr. Markus Schaffer. Tumore werden dabei lokal ohne Öffnen des Körpers behandelt oder entfernt. Bei der Radiofrequnzablation (RFA) werden Tumore in Leber, Lunge oder Niere unter sonografischer oder computertomografischer Führung durch die Haut mit einer Sonde punktiert, über die dann das Tumorgewebe "verkocht" wird.

Vorteil der Methode ist die Vermeidung des klassischen Operationstraumas und unter Umständen eine bessere Schonung des gesunden Gewebes. Nachteil: Die Kontrolle der vollständigen Entfernung von Tumoren durch bildgebende Verfahren kann nicht ganz so zuverlässig erfolgen wie bei der chirurgischen Therapie. Auch sei keine feingewebliche Untersuchung durch den Pathologen möglich. Das Kombinieren der chirurgischen Verfahren (Resektion) mit der RFA im Operationssaal im Sinne eines Hybrideingriffes eröffneten neue Möglichkeiten.

Gefäßreiche Tumoren wie zum Beispiel das Leberzellcarcinom sind einer Therapie über die versorgenden Arterien zugänglich. Diese Behandlungsmöglichkeit erläuterte der Chefarzt des Instituts für Radiologie, Professor Dr. Christian Paetzel. Durch einen Kathetereingriff über die Leistenarterie wird in das Tumorgewebe ein Chemotherapeutikum eingebracht. Abschließend gebe es einen Verschluss der tumorversogenden Gefäße. Diese Form der Behandlung wird mittlerweile nicht nur in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung angewandt. Eingesetzt wird sie ferner, um durch eine Verkleinerung der Tumore vorher technisch nicht operativ zu entfernende Herde chirurgisch oder durch RFA behandeln zu können.

Über aktuelle Ansätze in der Strahlentherapie informierte Chefarzt PD Dr. Bernd Gagel. Dabei mache die Radiochirurgie eine hochtechnologische, extrem präzise Behandlung möglich. Tumore im Gehirn, frühe Stadien eines Bronchialkarzinoms sowie einzelne Lungen- oder Lebermetastasen können mit höchster Genauigkeit und optimaler Schonung des gesunden Gewebes behandelt werden. Die Strahlentherapie in Weiden verfügt als Referenzzentrum über zwei spezialisierte Bestrahlungsgeräte und gehört zu den wenigen Kliniken, welche Leber- und Lungentumore unter Atemüberwachung therapieren können.

In der Nuklearmedizin kommen radioaktive Isotope oder Moleküle zum Einsatz, erklärte Chefarzt PD Dr. Johann Schönberger. In der Regel werden diese in die Vene injiziert, finden über die Blutgefäße den Weg zum bösartigen Tumor oder seinen Metastasen und reichen sich dort an. Auf diesem Weg erfolgt eine innere Bestrahlung von Krebsgewebe. Beim Schilddrüsenkarzinom führt diese Therapieform bereits seit Jahrzehnten zu guten Behandlungserfolgen. In den vergangenen Jahren wurden und werden weitere Therapien für andere Krebsarten entwickelt. Vielversprechende Ansätze gibt es hierzu zum Beispiel bei Knochenmetastasen und beim Prostatakrebs.
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