12 Tenöre in Weiden
Jede Stimme ein Ereignis

Der Kleinste hat die größte Klappe. Doch auch der Rest der "12 Tenors" nahm den Mund ganz schön voll, mit wunderbaren Tönen. Mit ihrer "Greatest Hits Tour" lassen sie die Max-Reger-Halle erstrahlen.

Der Kleine, Alexander Herzog, stammt aus Nürnberg und fühlt sich - quasi als Nachbar - schon eng zur Oberpfalz, dem Aushängeschild des Freistaats, hingezogen.

So bebauchpinselt Herzog am Dienstagabend sein Publikum beim Tenoren-Konzert in der fast voll besetzten Max-Reger-Halle. Der ZDF-Castingshow-Zweite beim "Musical-Showstar 2008" gewinnt das Herz der Weidener mit schnoddrigen Ansagen, viel Humor, klassischen Arien, Pop-Hymnen und Rock-Klassikern von Lehar bis Mercury. Mit dem Programm "The Greatest Hits Tour" pendeln die "12 Tenors" seit November zwischen Halle und Moskau und stehen täglich auf der Bühne.

Hochbegabte Solisten


Die schwarzgekleideten Tenöre stammen aus England, Schottland, Kanada, Polen, Österreich, Australien und Deutschland. Dazu haben sie eine dreiköpfige Band mit Piano, Keyboard und Schlagzeug. Als die zwölf Herren zum ersten Mal vor ihr Publikum treten und im gedimmten Lichtkegel Carl Orffs "O Fortuna" anstimmen, kann man glauben, die Max-Reger-Halle hat sich für eine Weihestunde der Musikliteratur herausgeputzt. Dass das Konzert mit diesem wohl populärsten Stück der E-Musik des 20. Jahrhunderts eröffnet wird, ist gut gewählt. Das Publikum ist sofort in Hab-Acht-Stellung. Im Lauf der nächsten zweieinhalb Stunden erfüllen sich dann alle Erwartungen. Jeder Tenor ist ein Solist und jede Stimme ein Ereignis. Und schnell war klar: Hier hat sich ein Dutzend hochbegabter Solisten zu einem Solistenensemble zusammengefunden.

Neben äußerst eindrucksvoll dargebotenen klassischen Werken, verblüfft die Gruppe immer wieder mit poppigen Balladen und rockigen Songs. Zwölf Stimmen füllen einen ganzen Saal mit ihrem Klang aus. Das Repertoire reicht vom "Kleinen grünen Kaktus", über "Kalinka" bis zu Leonard Cohens "Hallelujah" und Michael Jacksons "Heal the World". Die Künstler schöpfen ihre Kraft aus ihrer klassischen Ausbildung. Einige der zahlreichen Höhepunkte sind: "Walking in Memphis", das bewegende "Now we are free" aus dem Hollywood-Film "Gladiator", schließlich ein James Bond-Medley und Adeles "Skyfall". Das 80er-Medley animiert zum Mittanzen, während Franz Lehars "Dein ist mein ganzes Herz" vor allem der älteren Generation schmeichelt.

Hörgenuss kommt wieder


Das jüngere Publikum fährt auf das Rock-Medley ab mit Stücken von Queen bis Bon Jovi. Beifallsstürme löst die brillante Darbietung von Freddie Mercurys "Bohemian Rhapsody" aus. Als "Rausschmeißer" haben sich die zwölf Tenöre die Nummern "You can leave Your Hat on" und "Time to say Goodbye" ausgesucht: Ein allerletzter Hörgenuss. Im Januar nächsten Jahres wollen sie wiederkommen. Die Halle ist schon gebucht.
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