200 Ehrenamtliche kümmern sich um Flüchtlinge in Weiden
Netzwerk Asyl sucht Lager

Der Zeitaufwand für ehrenamtliche Helfer muss nicht groß sein. Schon zwei Stunden die Woche helfen weiter.

Die Balkanroute ist dicht. Das wirkt sich aus. Die Mehrzweckhalle leert sich dieser Tage bis auf 66 Bewohner, da 46 Personen weiterverteilt werden. Zu Spitzenzeiten lebten bis zu 240 Männer, Frauen und Kinder in der Notunterkunft.

Im gleichen Zug füllt sich die Gemeinschaftsunterkunft der Regierung in der Kasernenstraße - der zweite Schritt für Flüchtlinge, die hier während des Asylverfahrens bleiben müssen. Die 300 Betten in den Containerhäusern und im Kasernenblock sind jetzt alle belegt. Zudem haben Stadt und Regierung aktuell 16 dezentrale Objekte gemietet.

Betreut werden die großteils Syrer und Iraker von sieben Regierungsmitarbeitern - und über 120 ehrenamtlichen Paten. Das "Netzwerk Asyl" hat für das Camp Pitman ein Etagen-System ausgeklügelt: Je zwei bis vier Freiwillige kümmern sich um ein Stockwerk mit etwa 25 Personen. Die Erfahrungen sind gut. Die gemischten Teams besuchen "ihre" Etagen einmal die Woche. Den Aufwand beziffert Koordinator Manfred Weiß auf wöchentlich drei bis sechs Stunden. Viele Helfer sind berufstätig.

Erlaubt ist, was gefällt: Die einen haben Ostereier bemalt, die anderen pauken Deutsch. Geplant ist ein Lauftreff. Gefragt ist Rat im Alltag: Wo kann das Kind Fußball spielen? Wie funktioniert der Trockner?

Auf vier Etagen läuft es schon. Weiß sucht noch Paten für zwei weitere Container-Ebenen und den Altbau, zudem für einige der 13 dezentralen Teil-Gemeinschaftsunterkünfte in beinahe allen Stadtteilen. "Im Idealfall bilden sich aus den Nachbarschaften Patengruppen." Kontakt über Koordinator Manfred Weiß, Telefon 0159/02405421 oder per Mail: asyl-ehrenamt@diakonie-weiden.de

Dringend: Lager gesucht


Ein brennendes Thema beim "Netzwerk Asyl" ist das Lager. Die Spendenbereitschaft der Weidener ist groß - und sie ist wichtig. Waschmaschinen, Trockner, Betten, Geschirr, Schulsachen und jede Menge Kleidung werden täglich benötigt und abgeholt. Aktuell gesucht: Fernseher und Sat-Receiver.

Zur Zwischenlagerung nutzt der Verein für Möbel und Hausrat derzeit einen Keller in der Innenstadt. Der Umschlagplatz für alles Textile (Kleidung, Kinderwagen, Vorhänge) ist eine ehemalige Metzgereifiliale, die ab Mai geräumt werden muss. Weiß will die beiden Lager künftig zusammenfassen. Er hofft dringend auf Privat- oder Geschäftsleute, die leerstehende, ebenerdige Lagerflächen anbieten können.
Der Zeitaufwand für ehrenamtliche Helfer muss nicht groß sein. Schon zwei Stunden die Woche helfen weiter.Manfred Weiß, Koordinator Ehrenamt, Diakonie Weiden
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