28 neue "Schoolguards" geehrt
Zivilcourage gegen Gewalt

Das sind die 28 neuen Schulwegbegleiter. Am Freitag erhielten sie bei einem Festakt zu "10 Jahre Schoolguards" Urkunden im Neuen Rathaus. Bild: Götz

28 neue "Schoolguards" begleiten ihre Mitschüler vor und nach dem Unterricht. Sie beweisen in brenzligen Situationen Mut, wenn andere sich nicht wehren können. Mithilfe von Selbstbehauptungstraining sollen sie gewaltfrei Konflikte meistern. Ausbilder der Landes- und Bundespolizei sind stolz auf ihr Projekt.

"Mit eurem Engagement seid ihr wahre Edelsteine", meinte Polizeidirektor Klaus Müller am Freitag bei der offiziellen Einführung der neuen Schulwegbegleiter 2016 im Neuen Rathaus. Gleichzeitig feierte das Projekt "Schoolguard" seinen zehnten Geburtstag.

Die Einrichtung für Schulwegbegleiter leiten die Polizeiinspektion Weiden, die Bundespolizei Waidhaus und die Stadt Weiden an. Nun zeichneten Vertreter dieser Dienststellen Schüler für ihre soziale Verantwortungsbereitschaft aus. Zudem ehrten sie die Ausbilder für ihre Arbeit. Seit 2006 übernahmen Polizeioberkommissar Willi Fritz und Polizeihauptkommissar Markus Frischholz die Schulung der Kinder. 2016 führte Polizeikommissar Josef Prill vom Präventionsteam der Bundespolizei die Ausbildung zum ersten Mal durch. Uwe Landgrebe, Polizeidirektor und Leiter der Polizeiinspektion Waidhaus, betonte, es sei nicht selbstverständlich, dass Landes- und Bundespolizei so zusammenarbeiten wie bei diesem Projekt.

Seit 2006 durchliefen bereits 396 Schüler die Ausbildung zum Schulwegbegleiter. Anfangs waren es nur 4 Mädchen und 4 Jungen, doch das Projekt ist von Jahr zu Jahr gewachsen. Aktuell gibt es 105 "Guards", die von sämtlichen weiterführenden Schulen stammen und im Weidener Stadtgebiet im Einsatz sind. Heuer starten 28 Neulinge. 23 Mädchen und 5 Jungs wollen sich tapfer der Herausforderung stellen, in brenzligen Situationen zu helfen. Die Schüler kommen aus der Sophie-Scholl Realschule (20), der Pestalozzi-Mittelschule (12) und der Gustl-Lang-Wirtschaftsschule (6). Sie begleiten ihre Mitschüler auf dem Schulweg, zur Bushaltestelle oder zum Bahnhof. Die "Guards" greifen ein, wenn es zu Rangeleien, Streitigkeiten, Sachbeschädigungen oder gar sexueller Belästigung kommt.

Um in diesen Konfliktsituationen richtig handeln zu können, erhielten die Schüler eine Ausbildung, die sich über fünf Unterrichtseinheiten erstreckte. Hier lernten sie in zwei Sitzungen theoretische Grundsätze, die sie in den restlichen drei Kursen praktisch umsetzen mussten. Während des Coachings durften sich die Jugendlichen in Rollenspielen beweisen und ein Training in Selbstbehauptung absolvieren. Letzteres stellt eine Form von Selbstverteidigung dar, die ohne körperliche Gewalt abläuft, sondern mit dem Einsatz von Mimik, Gestik oder Stimme auskommt. Zudem erlernten die Neulinge, Problemsituationen rechtzeitig wahrzunehmen, Deeskalationsmaßnahmen korrekt anzuwenden sowie Täter richtig zu erkannen und zu beschreiben.

"Zivilcourage wird großgeschrieben, aber meistens klein betrieben", stellte Uwe Landgrebe fest. Deshalb sei es umso wichtiger, die freiwillige soziale Bereitschaft der Schüler zu loben. Alle Jugendlichen bekamen abschließend jeweils einen Ausweis und eine Urkunde für ihr Ehrenamt überreicht.

Zivilcourage wird groß geschrieben, aber meistens klein betrieben.Uwe Landgrebe von der Bundespolizei
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