3. Beitrag der Sommerserie Ehrenamt
Ein Vergelt´s Gott ist Lohn genug

VdK-Kreisvorsitzender Josef Rewitzer an seinem Arbeitsplatz in der VdK
 

Viele Menschen wollen nach ihrem Arbeitsleben einfach ihre Ruhe haben. Andere engagieren sich und geben ihrem Leben einen völlig neuen Inhalt. Was sie dazu motiviert zeigt das Beispiel von Josef Rewitzer.

( sbü) Erst vor wenigen Wochen ist Josef Rewitzer 75 Jahre alt geworden. Wer allerdings erwartet, dass der Vorsitzende des VdK-Kreisverbands Weiden sich jetzt mehr Ruhepausen gönnt, liegt völlig daneben. "Wir müssen doch für die Schwächeren in unserer Gesellschaft etwas tun" begründet Rewitzer sein anhaltendes Engagement. Und Schwächere gebe es nach wie vor sehr viele.

Viele Einzelschicksale


Mit Sätzen dieser Art motiviert sich der Pleysteiner täglich neu. Tatsächlich fordert das Ehrenamt eines VdK- Kreisvorsitzenden einen fast täglichen Arbeitseinsatz. "Häufig begegne ich Menschen, die denken, ich hätte davon einen wirtschaftlichen Vorteil" erzählt Rewitzer und versichert: "Es ist ein 100-prozentiges Ehrenamt". 29 Ortsverbände mit rund 8000 Mitgliedern im Kreisverband müssen betreut werden. Da gibt es viele Einzelschicksale, um die er sich auch persönlich kümmert. Daneben sind es auch Besprechungen, Tagungen und Feierlichkeiten, die die Anwesenheit des Kreisvorsitzenden erfordern. Krankenbesuche, Beerdigungen oder andere Repräsentationstermine gibt es auch noch.

Seit dem Jahr 2002 arbeitet Rewitzer auch auf VdK-Bezirksverbandsebene, seit 2011 auf Landesverbandsebene. So ist er zum Beispiel stellvertretender Vorsitzender im VdK-Landesverbandsausschuss. Nicht nur deshalb fährt er oft nach München. Auch die ehrenamtliche Richtertätigkeit am Landessozialgericht fordert die Anwesenheit in der Landeshauptstadt.

So ganz beiläufig erwähnt Rewitzer, dass er neben zahlreichen sonstigen Ausschuss-Mitgliedschaften in seiner Heimatstadt Pleystein "selbstverständlich auch VdK-Ortsvorsitzender ist". Manchmal sei dies sehr zeitraubend. Zum Beispiel "bei der jährlichen VdK-Spendensammlung schaffe ich am Nachmittag höchstens zwei bis drei Haushalte. Die Menschen wollen schließlich mit mir über ihre Sorgen sprechen". Auch am Abend kämen oft noch Anrufe zu Hause an. Als Rewitzer 1995 die VdK-Leitung in Pleystein übernommen hat, zählte der Ortsverband 62 Mitglieder. Die Zahl sei, wie auch anderswo, bis heute auf das Vierfache angewachsen und "beweist, dass der VdK benötigt wird".

Wenn Rewitzer über Ziele, Inhalte und Ideale des VdK spricht, fällt die weitgehende Übereinstimmung seiner Persönlichkeit und der Verbandsphilosophie auf. "Wir sind der Anwalt der kleinen Leute" sagt er über den Verband. Und über sich selbst "es geht mir immer um Menschlichkeit, Ehrlichkeit und um gegenseitige Achtung". Auch sei der VdK "überparteilich" würde aber trotzdem "Partei ergreifen". Parteipolitik sei nie seine Sache gewesen, sagt dazu Rewitzer. "Mir geht es immer um Gerechtigkeit, auch schon in meiner 30-jährigen Berufszeit als Polizeibeamter".

Oft auch Trost gesucht


Während sich die "Ehrenamtlichen" im VdK hauptsächlich um menschliche Schicksale kümmern, erfolge die Rechtsberatung in der VdK-Geschäftsstelle von hauptamtlichen Beratern. Rententhemen, insbesondere bei Erwerbsminderung, oder auch Fragen zur Schwerbehinderteneigenschaft seien die häufigsten Fragestellungen. "Wir sind auch Ansprechpartner für alle mit längerfristigen psychischen und körperlichen Leiden, gleich welchen Alters und welcher kulturellen Zugehörigkeit" wird auf der Internetseite des VdK ausgeführt, auf die Rewitzer ausdrücklich hinweist. Dazu zählen auch Menschen, die Hilfestellung im Alltag, Anteilnahme und Trost oder auch nur das vertrauliche Gespräch suchen.

Sorge bereitet dem VdK-Vorsitzenden, dass es zunehmend schwieriger wird, ehrenamtliches Engagement aufrecht zu erhalten. Ortsverbände hätten auch schon zusammengelegt werden müssen. Auf die Frage, wie er es denn schaffe, seine ganzen Lebensumstände auf sein Ehrenamt auszurichten, sagt Rewitzer "Ich habe die Unterstützung meiner Frau Elfriede und freue mich fast täglich über die Dankbarkeit der Menschen, denen wir geholfen haben". Auch ermögliche das Amt immer wieder neue Menschen kennenzulernen, die bereichernd sind.

HintergrundDer VdK-Kreisvorsitzende Josef Rewitzer übt seit 1994 ehrenamtliche Funktionen im VdK aus. Nach Ausbildung und Tätigkeit als Hohlglasveredler wechselte er mit 30 Jahren in den Polizeiberuf und war dabei hauptsächlich in Waidhaus im Einsatz. Bereits 1998 wurde Rewitzer stellvertretender VdK-Kreisvorsitzender. Den Kreisvorsitz übernahm er im Jahre 2006 von Landrat i. R. Anton Binner. Mit zahlreichen Auszeichnungen wurde der gebürtige Pleysteiner bereits geehrt. So unter anderem mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für besondere Verdienste im Ehrenamt, dem "Pleysteiner Taler" als Ehrenzeichen der Stadt Pleystein und schließlich der Ehrennadel des VdK Deutschland in Silber und Gold.


Wir sind der Anwalt der kleinen Leute und mir geht es immer um Menschlichkeit, Ehrlichkeit und um gegenseitige Achtung.VdK-Vorsitzender Josef Rewitzer
Weitere Beiträge zu den Themen: Ehrenamt (155)Josef Rewitzer (7)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.