30 Jahre Sozialpsychiatrischer Dienst der Caritas
Hilfe fürs Leben

Was mit 2,5 Stellen begonnen hat, zählt heute 11 hauptamtliche und etwa 20 ehrenamtliche Beschäftigte. Sie alle helfen Menschen, die sich vorwiegend aus psychischen Gründen in ihrer Lebenssituation nicht mehr zurechtfinden. Inzwischen gibt es die Beratungsstelle für seelische Gesundheit seit 30 Jahren. Bild: sbü

Die einen leiden unter Einsamkeit im Alter. Andere haben berufliche Probleme. Die Gründe sind vielfältig, warum Menschen mit den Verhältnissen in unserer Gesellschaft nicht mehr zurechtkommen. Doch nur wenige trauen sich, Hilfe zu holen. Dabei gibt es die.

"Für viele Menschen ist unsere Beratungsstelle für seelische Gesundheit eine kleine Heimat geworden", berichtet Dr. Stefan Gerhardinger anlässlich des 30-jährigen Jubiläums dieser Einrichtung. Was mit 2,5 Stellen begonnen hat, zählt heute 11 hauptamtliche und circa 20 ehrenamtliche Beschäftigte. Sie alle helfen Menschen, die sich vorwiegend aus psychischen Gründen in ihrer Lebenssituation nicht mehr zurechtfinden. "Bei uns erhalten diese Menschen Wertschätzung und eine Hilfe, die gezielt auf die persönlichen Probleme abstellt", sagt der Diplom-Psychologe und Psychotherapeut.

Scheu überwinden


Während in den ersten Jahren vor allem schwer chronisch psychisch Kranke in die Beratungsstelle kamen, ist es heute laut Gerhardinger "ein breites Spektrum von Menschen mit komplexem Hilfebedarf". Trotzdem wüssten noch längst nicht alle Hilfebedürftigen, dass es die Berater des sozialpsychiatrischen Dienstes in Weiden und in Tirschenreuth gibt, ergänzt Diplom-Sozialpädagogin Elke Lehner. Und vor allem ältere Menschen hätten oftmals große Scheu, in die Beratungsstelle zu kommen. Deshalb soll vor allem mit "niederschwelligen Angeboten" diese Scheu überwunden werden.

Längst hat auch das Beratungsteam sein Dienstleistungsangebot so angepasst, dass für Hilfebedürftige in fast allen Lebenslagen eine Zugangsmöglichkeit besteht. So gibt es zum Beispiel jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr eine offene Sprechstunde, bei der man auch ohne Anmeldung zum Beratungsgespräch kommen kann. "Man muss nicht einmal seinen Namen nennen", stellt Lehner fest. Und sie ergänzt: "Zu uns kann jeder kommen, völlig unabhängig von der Konfession, und selbstverständlich entstehen keine Kosten." Unter www.caritas.de gibt es auch eine Online-Beratung. Alle Mitarbeiter seien zur strengsten Verschwiegenheit verpflichtet.

In Einzelberatung und in verschiedensten Gruppenformen werden die Hilfestellungen angeboten. Trainingsgruppen, Selbsthilfegruppen, Frühstücksgruppe und Kaffeegruppe sind dafür Beispiele. Diplom-Sozialpädagogin Sonja Dobmeier kümmert sich vor allem um ältere Ratsuchende und macht dazu auch Hausbesuche. "Menschen, die isoliert leben, oftmals auch im ländlichen Bereich, haben eine hohe Hemmschwelle, sich an uns zu wenden", berichtet Dobmeier. Auch die Angehörigen von Hilfebedürftigen werden von ihr unterstützt.

Plötzlich erwachsen


Diplom-Pädagoge Jörg Pöschl wendet sich dagegen verstärkt an junge Erwachsene. "Plötzlich erwachsen, was tun?", so überschreibt Pöschl sein Gruppenangebot, das am 15. September beginnen soll. "Entspannung durch Fantasiereisen und autogenes Training" sowie ein "Selbstsicherheitstraining" gehören ebenfalls zum Dienstleistungsprogramm der Caritas Beratungsstelle. Die Themen der freizeitpädagogischen Angebote reichen von "Gesund und aktiv" über "Küche und Haushalt mit Pfiff" bis hin zu "Kreatives Gestalten, Musik & Kultur".

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Sozialpsychiatrischen Dienstes spricht das Beratungsteam auch grundsätzliche Fragen an. Fast ganz von Anfang an dabei war der psychotherapeutische Mediziner Dr. med. Christoph Schrems. Heutzutage seien Menschen eher bereit, sich Hilfe zu holen, stellt er fest. Allerdings beschränke sich dies vorrangig auf die Jüngeren. Früher wäre es auch undenkbar gewesen, dass "jemand aus einem Dorf zu mir kommt". Stark gewandelt hätten sich auch die Probleme der Menschen. "40 bis 50 Prozent resultieren aus dem Arbeitsleben." Und Gerhardinger stellt dazu fest, dass immer weniger Menschen von einem Vereinsnetzwerk getragen würden. Bei jungen Menschen spielten häufig auch "entwicklungsbedingte Krisen, oft durch Überreizung ausgelöst", eine ursächliche Rolle für psychische Probleme.

Der Weg zur Beratung


Manchmal bestehe auch ein ganzes Bündel von Problemursachen. Falls Suchtprobleme dabei seien, sollten diese allerdings zuerst von der Suchtberatung bekämpft werden. Erreicht werden kann die Beratungsstelle in Weiden unter 0961/38905-0 oder info@spdi-weiden.de und in Tirschenreuth unter 09631/79895-0 oder info@spdi-tirschenreuth.de

Zu uns kann jeder kommen, völlig unabhängig von der Konfession, und selbstverständlich entstehen keine Kosten.Diplom-Sozialpädagogin Elke Lehner von der Beratungsstelle für seelische Gesundheit
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