33-Jähriger vergreift sich an Mädchen (12 und 13)
Im Reitstall bedrängt

Symbolbild: dpa

Der Reiterhof als Mädchenparadies. Der 33-jährige Lebensgefährte einer Stallbesitzerin nutzte diese Situation aus. Erst stieg er einer 12-Jährigen hinterher, die ihn hartnäckig abwies. Bei einer 13-Jährigen konnte er landen und raubte ihr die Unschuld.

Die 3. Jugendkammer des Landgerichts Weiden verurteilte den 33-Jährigen zu fünf Jahren und zwei Monaten Haft. Das Urteil ist rechtskräftig. Vorsitzender Richter Reinhold Ströhle rechnete dem Angeklagten sein frühes, volles Geständnis an. Den Mädchen blieb damit die Aussage und ein Glaubwürdigkeitsgutachten erspart. Aber das Gericht erkannte auf schweren sexuellen Missbrauch von Kindern: "Ein minderschwerer Fall könnte diskutiert werden, wenn das Mädchen fast 14 ist und der Täter nicht wesentlich älter." Die beiden Opfer waren zudem sexuell völlig unerfahren.

Nicht relevant ist, dass die 13-Jährige Gefühle für den 20 Jahre älteren Mann entwickelte. Er erzählte ihr von Liebe ("die Sahne auf der Torte") und werde auf sie warten, bis sie volljährig sei. Das Mädchen schlich sich zu den drei Treffen, bei denen es zum Beischlaf kam, nachts heimlich über die Terrasse aus dem Elternhaus.

Staatsanwalt Hans-Jürgen Schnappauf verwarf jeden Gedanken an eine ernstgemeinte Beziehung aus Sicht des Angeklagten. "Absoluter Schmarrn." Der 33-Jährige habe seine Opfer geschickt manipuliert, um seine Gelüste zu befriedigen. In einer Augustnacht 2015 traf er sich mit der 13-Jährigen auf einem Feldweg im Auto. Die Nacht davor schickte er deren Freundin (12) eindeutige SMS. Diesem Mädchen hatte er schon über acht Wochen hinweg nach dem Reitunterricht aufgelauert und sie gegen ihren Willen betatscht, wann immer sich die Gelegenheit bot.

Vater als Lockvogel


Der Inhalt dieser Handy-Konversation ist erhalten geblieben. Denn, was der Angeklagte nicht wusste: Am anderen Ende saß in dieser Nacht nicht die bedrängte Zwölfjährige, sondern ihr Vater. Die Eltern waren misstrauisch geworden, weil ihre Tochter auffallend "durch den Wind war".

Und so erreichten den Papa SMS wie: "Schick mir Bilder. Ist doch nicht so schwer. Spreiz die Beine und schick es mir." Außerdem rüffelte der Angeklagte die Zwölfjährige, weil sie sich im Stall geweigert habe, ihn zu küssen: "Dein Gezicke nervt." Auf Vorhalt berichtete die Tochter von den Nachstellungen und wiederholten Anfragen nach Nacktfotos. Den Chat habe sie aus Scham gelöscht.

Kannte der Angeklagte das Alter der Mädchen? "Ganz genau", sagte seine damalige Lebensgefährtin. Die Stallbesitzerin brachte die Ermittlungen selbst ins Rollen. Sie hatte sich im August 2015 von dem 33-Jährigen getrennt und erfuhr kurz darauf vom Verdacht der Eltern der Zwölfjährigen. Auslöser der Trennung war die finanzielle Situation des Paares. Das gemeinsame Kleinkind, viel Arbeit auf dem Hof, dazu sein Schicht-Job - und trotzdem reichte das Geld nie.

Der Angeklagte schilderte vor Gericht ausführlich, wie er gerackert habe und jetzt mit nichts außer Schulden (u. a. für einen neuen A 6) da stehe. Dieses "Gejammere" ließ den Staatsanwalt hochfahren: "Stellen Sie sich nicht so hin, als ob Sie sich zu Tode geschuftet hätten. Immerhin hatten Sie noch genügend Energie, gegen zwei Mädchen vorzugehen." Er habe es satt, "dass Täter als Opfer dargestellt werden, die mal einen Ausgleich brauchten".

Kein Pädophiler


Am Ende forderte Schnappauf 6 Jahre Haft bei einem Strafrahmen von 2 bis 15 Jahren. Verteidiger Tobias Konze wollte es bei 5 Jahren belassen. Er führte das Geständnis ins Feld, eine niedrige Schwelle durch die Schwärmerei des Mädchens. Zudem das Gutachten, das ein niedriges Selbstwertgefühl konstatierte. Ansonsten sah der Psychiater keine Auffälligkeiten, auch keine Anzeichen von Pädophilie. Den 33-Jährigen sprächen jüngere wie ältere Frauen an, nicht Kinder. Die Rückfallquote tendiere bei Therapie langfristig gegen Null.
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