40 Jahre Weltladen
Mit 1,80 Euro ein Leben retten

Zahlreiche Vertreter aus Kirche und Politik gratulierten Annette Rösel (links) und ihrem Team zum 40. Geburtstag. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß schloss sich an. Bild: Götz

Angefangen hat alles mit einem Büro am Kolpingplatz. 40 Jahre später feiert der Weltladen in der Braunmühlstraße Jubiläum. Für Annette Rösel ist das vor allem der Verdienst ihres Teams.

"Sie sorgen dafür, dass alles so läuft, wie es läuft. Das Herzstück meiner Tätigkeit ist die Arbeit mit dem Ladenteam", betont Rösel bei der kleinen Geburtstagsfeier. Sie hat die Leitung des Ladens selbst erst vor einem halben Jahr übernommen. Über 20 ehrenamtliche Helfer stehen ihr zur Seite. Manche von ihnen seinen bis zu 20 Stunden pro Woche für die Kunden da, betonte Rösel. "Ich wünsche mir für die Zukunft, dass die Weltladen-Idee weiterhin genug begeisterte Mitstreiter findet."

Nach einem Ständchen von Liedermacher Hubert Treml blickte Rösel auf die Geschichte des Weltladens zurück. Angefangen hatte alles mit Ernestine Liebl und einem Büro am Kolpingplatz. Zusammen mit Jugendlichen vom Augustinus-Gymnasium verkaufte sie fair gehandelte Produkte auf dem Wochenmarkt. Es folgte das erste richtige Geschäft in der Bürgermeister-Prechtl-Straße. "Damals waren Lager und Laden noch räumlich voneinander getrennt", berichtet Rösel. Vor 13 Jahren zog der Weltladen schließlich in die Räume in der Braunmühlstraße. Dort verkaufen die Ehrenamtlichen nicht nur ihre Produkte, sondern verteilen diese auch an mehr als 14 Wiederverkäufer und über 30 Kommissionsgruppen.

Zu den Gratulanten, die sich am Mittwoch in der Braunmühlstraße einfanden, zählte auch Kurt Seggewiß. Die Stadt sei sehr stolz, dass der Weltladen die Idee vom fairen Handel in Weiden lebt und aufrecht erhält, betonte der OB. Es sei wichtig, die Bürger zum Umdenken zu bewegen, dass sie ein paar Euro mehr für ein fair gehandeltes Produkt zahlen.

Ulrich Frey, Vorsitzender des Vereins "Solidarität in der Einen Welt" zitierte aus dem Buch "Wie viele Sklaven halten Sie?" von Evi Hartmann: "Bist du bereit für 1,80 Euro ein Leben zu retten?", fragte er in die Runde.

Das sei der ungefähre Differenzbetrag, der ein normales von einem fair gehandelten Produkt unterscheidet. Ein paar Euro, die den Menschen in den Herkunftsländern ein besseres Leben ermöglichen. Kaplan Dr. Thomas Hösl betonte aber auch, dass dies nicht immer möglich sei. "Gerade wenn der Geldbeutel knapp ist." Er habe zum Beispiel Flüchtlingen im Supermarkt erklärt, dass der Kauf der teureren Fair-Trade-Produkte dazu beitrage, dass ihren Landsleuten daheim besser gehe. "Trotzdem greifen auch sie zu den billigeren Produkten, wenn kein Geld da ist."
Weitere Beiträge zu den Themen: Weltladen Weiden (2)Annette Rösel (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.