43-Jährige verklagt Kliniken AG
Schleimbeutel im Fokus: Vergleich statt Schmerzensgeld

(rns) Auf 30 000 Euro Schmerzensgeld sowie 11 000 Euro Verdienstausfall verklagte eine Frau aus dem westlichen Landkreis Neustadt/WN die Kliniken Nordoberpfalz AG. Am Ende erhielt sie 1000 Euro nach einem Vergleich.

Nach einem Arbeitsunfall, bei dem die damals 43-Jährige im Krankenhaus Eschenbach behandelt worden war, waren erhebliche Komplikationen aufgetreten. Bei der Versorgung der zehn Zentimeter langen Risswunde hätte der Schleimbeutel, nach Ansicht der Klägerin, sofort entfernt werden müssen. Auch bei einer späteren Behandlung sei der inzwischen infizierte Beutel nicht - oder zumindest nicht vollständig - entfernt worden, ließ sie durch Rechtsanwalt Christoph Scharf vorbringen. Die Kliniken entgegneten, vertreten durch Anwalt Carl Brünnig, dass die Behandlung "lege artis" - nach den "Regeln der Kunst" - gewesen sei. Gutachter Dr. Renè Sebastian Bauer bestätigte diese Einschätzung. Eine sofortige Entfernung des Schleimbeutels wäre "Übertherapie" gewesen.

Die Richter Viktor Mihl, Thomas Hys und Matthias Bauer schlugen der Klägerin vor, sich zu vergleichen. Gemäß dem Vorschlag der Richter einigten sich die Parteien auf 1000 Euro. Brünnig betonte, dass er dem Vergleich "nur zur Vermeidung eines langwierigen Klageverfahrens durch weitere Instanzen und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht zustimme". Damit sei der Streit vom Tisch und alle Ansprüche abgegolten. Die Prozesskosten trägt zu 98 Prozent die Klägerin.
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