44 Fälle seit Anfang 2014: Angeklagter (42) kommt in Berufung mit etwas milderer Strafe davon
Diebstahl und Betrug am laufenden Band

Seitdem er nach Deutschland gekommen war, beging der 42-Jährige laufend Diebstähle und Betrügereien. Während seines Aufenthalts in Zirndorf verurteilte das Amtsgericht Fürth den Asylbewerber aus Georgien drei Mal zu Geldstrafen. Ab Anfang 2014 verübte er in Weiden elf Diebstähle, neun Mal Betrug und 24 Fälle des versuchten Betrugs. Teils alleine, teils zusammen mit anderen stahl er Sportartikel, Spirituosen sowie hochwertige Markenbrillen in verschiedenen Optikergeschäften. Bei bekannten Versendern bestellte er übers Internet Waren, die er verkaufen wollte, ohne selbst dafür bezahlt zu haben. Auch schloss der gelernte Zahntechniker mehrere Mobilfunkverträge ab, bei denen es teuere Smartphones als Zugabe gab.

Bei den Betrügereien wurden die Waren teils ausgeliefert, 24 Mal blieb es beim Versuch, da die Firmen auf Vorauszahlung bestanden oder sie den Braten gerochen hatten. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Gerhard Heindl verurteilte den 42-Jährigen im April zu drei Jahren und sieben Monaten Freiheitsstrafe. Dagegen legte der Familienvater, dessen Frau und zwei Töchter in Tiflis leben, mithilfe von Rechtsanwalt Marc Steinsdörfer Berufung ein.

Staatsanwältin Franziska Paintner machte nun deutlich, dass eine Strafe unter drei Jahren nicht in Betracht komme. Steinsdörfer dagegen hielt zwei Jahre und zehn Monate für angemessen. Man müsse "Augenmaß bewahren". Obwohl er vermutete, dass der Georgier von vorneherein nur eingereist war, um Straftaten zu begehen, ließ Landgerichtsvizepräsident Georg Grüner ihm schließlich sieben Monate nach. Verteidiger Steinsdörfer und der Angeklagte hatten vehement abgestritten, dass dieser nur für Straftaten nach Deutschland gekommen sei. Außerdem machte Steinsdörfer geltend, dass durch den übermäßigen Alkoholgenuss seines Mandanten die Hemmschwelle gesunken sei. Zudem müsse man die Reue und das vollständige Geständnis würdigen.
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