500 Jahre Reinheitsgebot: Interview mit Heiner Nachtmann
"Ein Bier ist einfach gut"

Heiner Nachtmann. Bild: Götz

Auf 500 Dienstjahre bringt es das Reinheitsgebot. Am heutigen Samstag beim Tag des Bieres wird das groß gefeiert. Heiner Nachtmann bringt es zwar nicht auf so viele Dienstjahre. Aber in puncto Bier ist er zumindest in Weiden eine ähnliche Institution wie das Gebot: Seit 1987 ist der gelernte Brauer und Mälzer bei der Gambrinus-Brauerei. Dort arbeitet der 55-Jährige als Expedient. Daneben ist er unter anderem durch seine Auftritte mit der Stadt- und Jugendblaskapelle bekannt.

Herr Nachtmann, stoßen Sie aufs Jubiläum an - oder können Sie privat kein Bier mehr sehen?

Heiner Nachtmann: Vielleicht nicht aufs Jubiläum. Aber ich trink bestimmt ein Bier am Samstag - und wann's sonst passt. Bier ist ein Lebensmittel. Selbst in Norddeutschland. Das hängt nie zum Hals raus.

Und was für eins wird's?

Ein Frühlingsfestbier. Das haben wir ganz frisch.

Das mussten Sie ja jetzt sagen. Aber außer Gambrinus: Was ist für Sie ein außergewöhnliches Bier?

Das Schlenkerla aus Bamberg. Das Rauchbier. Das ist wirklich was Besonderes. Aber ich hab's eigentlich nur selten. Sonst immer Gambrinus.

Und wie steht's um Craft-Biere? Die fallen auch aus der Reihe.

Die mag ich persönlich nicht. Ich finde es erstaunlich, dass da manche für eine Flasche 5 bis 7 Euro verlangen. Respekt für die, die sich das zu verlangen trauen, und für die, die das zahlen.

Warum sollte es das nicht wert sein?

Da müssten sie schon das Bierbrauen neu erfinden. Aber das tun sie nicht. Oder aber es wird unser gutes bayerisches Bier unter Preis verkauft. Bloß, wenn wir den Preis erhöhen würden, was angebracht wäre, würde wahrscheinlich wieder ein bayerischer Bierkrieg ausbrechen.

Was macht denn ein gutes Bier aus?

Die Frische, die Spritzigkeit. Und der Geschmack. Wobei der typische Geschmack schwer zu definieren ist. Das ist wie bei Tomaten. Die schmecken immer unterschiedlich, aber trotzdem immer wie eine Tomate. So ist's mit dem Bier auch. Das schmeckt auch jedes Mal unterschiedlich und trotzdem typisch. Vielleicht ist es so: Ein Bier ist einfach gut.

In Amberg gibt es sechs Brauereien. In Weiden halten Sie und der Bräuwirt als einzige den Krug hoch. Hätten Sie nicht auch lieber eine so lebendige Bier-Szene in der Stadt?

Ach, ich würde mir bloß wünschen, dass die Weidener - egal wie viele Brauereien - einfach stolz sind auf ihr Weidener Bier.
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