5000 Besucher beim "Boxxenstopp" am Großparkplatz
Ein Tag mit Tempo

Erst gekracht, dann geöffnet: Nach einem - kontrollierten - Unfall zeigte die Freiwillige Feuerwehr Oberwildenau, wie sie eingeklemmte Personen aus Fahrzeugen befreit. Die Demonstration war einer von vielen Höhepunkten beim "Boxxenstopp" am Sonntag rund um den Großparkplatz. Bilder: Wilck
 
Ihr Können zeigte auch die BRK-Rettungshundestaffel.

Als ob sie's geahnt hätten: "Geschwindigkeit" hatte die Polizeiinspektion als Überschrift für den 15. "Boxxenstopp" gewählt. Und tatsächlich muss es ein paar Mal schnell gehen beim Verkehrssicherheitstag auf dem Großparkplatz. Wenn auch anders als geplant.

Los geht das schon am Sonntagmorgen, als die ganze Veranstaltung auf der Kippe steht. Laut Vorhersage sind weitere Unwetter möglich, was bei den Verantwortlichen "ein großes Zittern" verursacht, wie Organisator Hauptkommissar Günther Burkhard erzählt. Dann jedoch klart es auf. Kurzfristig entscheiden sie, die Veranstaltung doch zu starten. Aber da fehlt plötzlich eine der Hauptattraktionen.

Wegen der stundenlangen Unwetter-Einsätze ab dem frühen Morgen muss die Feuerwehr Weiden ihre Teilnahme absagen. Also braucht es rasch Ersatz. Aber auch das gelingt. "Boxxenstopp"-Moderator Jürgen Meyer (Radio Ramasuri), im Hauptberuf bei der Integrierten Leitstelle, überredet die Wehr aus Oberwildenau, einzuspringen. Und das auf spektakuläre Weise.

Schuld daran ist die Dekra. Die lässt für eine Vorführung zwei Autos gleich mehrfach vor dem Neuen Rathaus ineinander krachen. Am Ende so heftig, dass die Oberwildenauer einen der Wagen mit dem Rettungsspreizer in ein Cabrio verwandeln müssen, um die Dummy-Puppe daraus zu befreien.

Die Versorgung übernehmen dann Notärztin Dr. Christine Winter und das Rote Kreuz. Die damit bereits das zweite Mal an diesem Tag anrücken. Denn zuvor hat Fahrlehrer und Stuntman Matthäus Eckert schon eindrucksvoll demonstriert, wie wichtig Schutzbekleidung beim Motorradfahren ist. Um die Folgen eines Sturzes zu simulieren, hat er seine Helferin Angelika Götz an einem Seil per Krad über die Straße geschleift. Auch hier braust das BRK herbei, um zu demonstrieren, was es nach solch einem Unfall leistet.

Einem Unfall übrigens, bei dem Götz mit exakt 52 Stundenkilometern über den Boden geschlittert ist. Dokumentiert ist das, weil natürlich auch die Verkehrspolizei Präsenz zeigt und vorführt, wie sie Geschwindigkeiten misst. Ebenfalls vor Ort sind die Fahrradexperten der Polizei, die Tipps zum Diebstahlschutz geben. Oder der AvD, bei dem junge Besucher mit Karts über den Parkplatz knattern können. Auch das THW ist trotz der morgendlichen Einsätze mit einem Stand vertreten - so wie die BRK-Rettungshundestaffel und viele weitere Organisationen und Firmen. Oder Spitzensportler, die häufig rasant unterwegs sind: die Snowboarderin Anke Karstens und Bob-Weltmeister Marko Hübenbecker. Beide sind bei der Bundespolizei, erhalten dort professionelle Trainingsmöglichkeiten und erzählen von ihrem Alltag.

Zusammen ergibt das eine Mischung, die "begeistert", wie Polizeipräsident Gerold Mahlmeister sagt, als er mit Bürgermeister Jens Meyer den "Boxxenstopp" eröffnet. Die Bürger sehen das offenbar genauso. Trotz des grauen Himmels - der sich am Nachmittag einmal kurz und heftig entleert - kommen rund 5000 Besucher, schätzt Burkhard, der die Veranstaltung wegen eines dienstlichen Wechsels zum letzten Mal organisiert hat und dafür von allen Seiten mit lobenden Worten verabschiedet wird.
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