60. Geburtstag
"Die KAB mischt sich ein"

Der freie Sonntag muss bleiben, der flächendeckende Mindestlohn auch, und an einem gerechten, zukunftsfähigen Rentensystem muss gearbeitet werden. Das sind die aktuellen Ziele der KAB St. Johannes. Seit 60 Jahren engagiert sie sich.

Die KAB gehöre mit ihrer 150-jährigen Geschichte zu den großen Sozialverbänden Deutschlands, unterstrich der KAB-Kreisvorsitzende Hermann Stadler am Samstagabend. Da feierte die KAB St. Johannes ihren 60. Geburtstag: "Sie mischt sich ein. Die biblische Botschaft von Freiheit, Solidarität, Liebe und Gerechtigkeit ist uns Auftrag."

"Wo die KAB handelt, handelt die Kirche. Grundlage für dieses Selbstverständnis ist die katholische Soziallehre, nach der nicht die Wirtschaft, sondern der Mensch in seiner Würde im Mittelpunkt zu stehen hat." Aber die KAB sei auch eine politische Bewegung. "Unsere Aktionsmöglichkeiten sind vielschichtig."

Zu Beginn 20 Mitglieder


So fordere man den Erhalt des freien Sonntags, einen flächendeckenden Mindestlohn und ein zukunftsfähiges, gerechtes Rentensystem. Dem pflichtete Landtagsabgeordnete Annette Karl (SPD) in ihrem Grußwort bei, welche die KAB als feste Größe und wichtigen Partner einstufte. OB Kurt Seggewiß ließ das Gründungsjahr 1956 Revue passieren.

Stadler bezeichnete die KAB als Bildungs-, Selbsthilfe- und internationale Bewegung. Der Ortsverband sei der erste gewesen, der sich von der Mutterpfarrei St. Josef gelöst habe. Die Initiatoren seien Stadtpfarrer Anton Breu und Erich Schneider gewesen. "Es wurde eine Werkvolkgruppe gegründet und der Bäckermeister Josef Müller zum ersten Vorsitzenden gewählt." Mitgliederzahl damals: 20.

Mit Unterschriftenaktionen habe der Ortsverband in der Folge die Projekte des Kreisverbandes unterstützt: "Sonntag muss Sonntag bleiben", Mütterrente, "Mittendrin ist trotzdem draußen" und zuletzt "sechs Jahre Anrechnung von Erziehungszeiten auf die Rente". Auch am Leben der Pfarrei habe man sich stets beteiligt. Stadler nannte Durchführung des Pfarrfests, Errichtung eines Fronleichnamaltars, Pfarrfamiliennachmittage. Sieben KAB-Mitglieder gehörten dem Pfarrgemeinderat, vier der Kirchenverwaltung an. Der Ortsverband zähle im Moment 48 Mitglieder. Im April 2011 hätten die Verbände St. Johannes und Herz Jesu fusioniert. Beide zählten 78 Mitglieder.

Seit Jahren bestehe auch eine Keglergruppe, die sich jeden zweiten Freitag im Monat treffe. In seinem Festvortrag ging Diözesanvorsitzender Willi Dürr auf aktuelle Themen ein. Dabei geißelte er das geplante TTIP-Abkommen, das hinter verschlossenen Türen zwischen einer Handvoll von Vertretern Europas und der USA ausgehandelt werde. Warum diese Geheimniskrämerei? "Das geht zulasten der Bürger. Dahinter stehen Investoren. Denen geht es nur darum, mindestens sechs Prozent Dividende zu erwirtschaften. Da kann sich jeder leicht ausrechnen, was für den Einzelnen von uns unterm Strich herauskommt."

Menschliche Arbeitswelt


Der Mensch müsse im Mittelpunkt des Handelns stehen. "Wir von der KAB stehen dafür ein, dass die Arbeitswelt menschlicher gestaltet und schon gar nicht von außen beeinflusst wird." Im Mittelpunkt des Handelns müssten Friede und Menschlichkeit stehen. Dürr: "Es gibt viel zu tun, packen wir's an."
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