7. Nofi-Lauf: Mega-Party für über 7500 Sportler
Der Schmerz geht, der Stolz bleibt

Bild: Götz

Jetzt aber flott: Die Schnellsten nach vorn, denn exakt 8733 Sportler haben sich zum 7. Nofi-Lauf angemeldet. Auf Wonde Seed Egasso, den Wunderläufer aus Äthiopien, wartet Weiden aber vergebens. Ebenso auf weitere 1228. Dennoch steht der Rekord: 7505 Läufer starten tatsächlich. 7487 erreichen das Ziel, bestätigt Mitveranstalter Norbert Tannhäuser. Die Bestzeit holt sich Max Zeus - locker.

Respekt vor seiner Leistung: Er benötigte keine 19 Minuten für den 5,9 Kilometer langen Rundkurs durch die Stadt. Hinter den Superläufern, drinnen im großen Pulk, bleibt's verdammt eng. Vom Medienhaus "Der neue Tag" (ebenfalls Mitveranstalter) bis zum Arbeitsamt reicht das Meer der wartenden Nofi-Läufer. Auch von der Dr.-Pfleger-Straße, vom Vorplatz der Max-Reger-Halle aus reihen sie sich langsam ein und traben dann vorsichtig los. Jeder Läufer ist im dichten Gedränge in Gefahr, dem Vordermann auf die Ferse zu treten. Erst nach 11 Minuten und 7 Sekunden ist der letzte Läufer über der Startlinie. Harald Weidinger vom Finanzamt Weiden gibt den Schlussläufer.

Eine magische Nacht


Wie alle vor ihm wird auch er von den Musikern, darunter die 40 Trommler der Jalapeños Percussion aus Amberg, von den klatschenden Zuschauern durch die Stadt getragen. Nur sieben Minute später spurten die Schnellen über die Ziellinie, die eben noch Startlinie war. Nach 70 Minuten haben alle die Strecke gemeistert. Und egal, ob sie jubelnd, locker-leicht, mit stolzgeschwellter Brut und erhobenem Haupt über die Ziellinie laufen, oder ausgepumpt, abgekämpft, nach Luft schnappend und mit gesenktem Kopf ankommen: Sie alle biegen nach rechts ab, hinein auf die Party-Meile auf dem Großparkplatz Naabwiesen, feiern diese lange magische Mega-Nacht der Firmensportler.

Zeit nur Nebenrolle


Die Mitarbeiter, Chefs und Azubis bilden 684 Lauf-Teams, berichtet Norbert Tannhäuser (Kliniken AG). "Ebenfalls ein Rekord." Sport bildet Gemeinschaft, schweißt die Belegschaft zusammen. Die Laufzeit bildet natürlich Gesprächsstoff, spielt aber nur eine Nebenrolle. Und so mancher freut sich in dieser langen Nacht über die schöne neue Erfahrung, dass die vermeintliche "Nervensäge von nebenan" doch ein ganz netter Mensch sein kann.

Für die Verpflegung sorgt die Kliniken Nordoberpfalz AG. Küchenchef Martin Schiener und Ronny Hinderlich bewahren trotz des Ansturms mit den Mitarbeitern aus Weiden, der Steinwaldklinik Erbendorf, den Krankenhäusern Tirschenreuth und Kemnath sowie den 25 Krankenpflegeschülern bemerkenswert die Ruhe: 4000 Portionen Nudelsalat und 4500 Portionen Chili sowie 8500 Brötchen gilt es zu verteilen. Getränke steuert die Gambrinus-Brauerei bei.

Auch OB Kurt Seggewiß macht sich mit Stadtkämmerin Cornelia Taubmann und Rechtsdezernent Hermann Hubmann auf die Socken. Er hält Wort. Bei über 8000 Anmeldungen wollte er - selbst Raucher und mit "Null-Training - die Laufschuhe schnüren. "Ehrlich. Ich bin ein neuer Mensch", versichert er im Ziel nach einer Verschnaufpause. "Ich mach' keine Versprechen mehr. Es war hart. Aber wir haben es geschafft. Dabeisein ist alles. Die Zeit ist wurst."

Lieber boxen


Landrat Andreas Meier, ebenso wie Oberbürgermeister Seggewiß und Landrat Wolfgang Lippert (Tirschenreuth) Schirmherr des Nofi-Laufes, betont, dass er sich lieber auf einen Boxkampf mit Ehrengast Regina Halmich einlasse als unter die Läufer "zu gehen". Die ungeschlagene Box-Weltmeisterin der Jahre 1994 bis 2007 ist übrigens ganz begeistert von der Atmosphäre in der "Sportstadt Weiden". Ein derartiges Heer an Läufern habe sie nie für möglich gehalten. "Das hier ist wirklich gigantisch."

Deutlich weniger als in den Vorjahren haben die 10 Notärzte sowie 70 Helfer von BRK, Berg- und Wasserwacht an den Behandlungsplätzen zu tun. Einsatzleiter Christian Hammer meldet 8 Verletzte. 3 Läufer müssen ins Klinikum.

Polizei schnell unterwegs


"Heute sind gut 15 000 Bürger auf den Beinen. Wir haben das nötige Personal vor Ort", betont Roland Ast, Leiter der Polizeiinspektion Weiden. 46 Polizeibeamte sowie Streckenposten von Feuerwehr (26), THW (16) sowie Security der Veranstalter (12) führt Einsatzleiter Polizeihauptkommissar Hans Wurm, der "keine besonderen Vorfälle" meldet. "Absolut störungsfrei." Dennoch vermeldenswert: Die Polizei stellt die schnellste Läufergruppe bei den Männern, die zweitschnellste bei den Damen und die drittschnellste Auszubildende. Und das heißt dann: Mit den Beamten laufen gerne, aber weglaufen: zwecklos.

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Informationen und Bilder im Internet:

www.onetz.de/1665799
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